Zumindest das Vorgehen der Einsatzkräfte war keine Tragödie

Gleich zwei tragische Ereignisse haben in den vergangenen Tagen spanienweit die Nachrichten beherrscht: Zum einen die Zugkatastrophe von Galicien, bei der 79 Menschen ums Leben kamen. Zum anderen – zum Glück ohne Todesopfer – der Waldbrand im Südwesten Mallorcas.

Auf den ersten Blick haben diese beiden Ereignisse nichts miteinander zu tun. Wenn es eine Gemeinsamkeit gibt, dann vielleicht diese: Die Einsatzkräfte haben an beiden Unglücksorten rasch, professionell und koordiniert ihren Job gemacht. Chaos und gegenseitige Behinderungen hat es allem Anschein nach nicht gegeben. Wie am Mittwoch in den Nachrichten verlautete, traf in Galicien, wo ein Schnellzug vollständig entgleist war, der erste Krankenwagen bereits zwei Minuten nach dem Notruf am Unfallort ein.

Auf Mallorca soll die Zusammenarbeit zwischen den vielen sehr unterschiedlichen Brandbekämpfern – Feuerwehren, Polizeien, Armeeangehörigen, Löschflugzeugpiloten, Forstmitarbeitern, Kommunalangestellten – bestens geklappt haben. Das ist irgendwo tröstlich, denn wenn der Wald aufgrund von Inkompetenz und Koordinationsdefiziten noch immer am Lodern wäre, dann wäre das (Image-)Desaster für Mallorca noch weitaus größer.

Schlimm genug, dass der Wald abgefackelt wurde. Traurig genug, dass die Ursache diesmal „nur“ Fahrlässigkeit war, nachdem im Vorjahr noch ein krimineller Brandstifter die vielen, wenn auch vergleichsweise kleinen Brände gelegt hatte.

Fazit: Mallorcas Wälder sind im Sommer hochgefährdet. Das unterstreicht einmal mehr, wie wichtig Waldpflege, Vorsorge und Wachsamkeit sind, um das Brandrisiko zu minimieren. Hier zu investieren, und auch mehr, kann nicht der falsche Weg sein.

Aber es wäre schön, wenn nicht nur die vorbildliche Einsatzfähigkeit der Notfallkräfte europäische Standards erfüllen würde. Auch die Gesellschaft muss mitziehen. Es darf nicht sein, dass Bauschutt und Abfälle in die Landschaft abgekippt werden, wo zwischen verdorrten Gräsern jede leere Flasche, jede Glasscherbe im Sonnenschein potenziell zu einem Brennglas werden kann.

Autor: Alexander Sepasgosarian

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01

08 2013

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