Zufrieden ins neue Jahr

Wenn sich Geschäftsleute auf Mallorca über den Jahreswechsel unterhalten, hört man häufiger den Wunsch: „Auf dass 2018 so werde wie 2017!“. Wirtschaftlich gesehen hat die Insel ein gutes Jahr hinter sich. Mehr als drei Prozent Wachstum nach dieser schier nicht enden wollenden Wirtschaftskrise, das ist doch nicht schlecht.

Aber nicht allen auf Mallorca ist zum Feiern zumute. Dazu gehören jene, deren Gehälter mit den Preissteigerungen nicht mithalten oder die noch immer arbeitslos sind. Dazu gehören aber auch jene, die sich Sorgen über die gesellschaftlichen und ökologischen Folgen des anhaltenden Tourismusbooms machen und diese auch lautstark artikulieren.

Letztere, mit starker Vertretung in der Regionalregierung, haben über weite Strecken die politische Diskussion dieses Jahres bestimmt. Wir können das Wort „Masificación“ (Massifizierung) getrost zum Insel-Wort des Jahres ausrufen. Oder zum Unwort.

2018 wird in dieser Hinsicht ganz ähnlich verlaufen. Der Streit um die Ferienvermietung kommt wieder aufs Tapet, und die Überfüllungsdebatte wird uns sowieso verfolgen. Kein Zweifel, diese Insel benötigt einige langfristig angelegte Weichenstellungen und Veränderungen – etwa in der Bildung -, um auf nachhaltige Weise Wohlstand für alle zu generieren. Aber für 2018 sollte man zufrieden sein, wenn’s wie 2017 läuft. Zu viel Kundschaft in einer Ferienregion, das ist noch immer ein Luxusproblem. Echte Probleme wären politische Krisen (Achtung, Katalonien!), Naturkatastrophen oder Terror, verbunden mit einem Einbruch der Besucherzahlen.

Apropos Zufriedenheit. Die Balearen-Bürger sind mit ihrer persönlichen Lebenssituation viel glücklicher, als dass das so manche Nachricht und die objektiven Lebensumstände vermuten lassen. In einer Studie der Bank BBVA bewerten sie ihre Zufriedenheit auf einer Skala von null bis zehn mit 7,3 ein, die Spanier im Schnitt nur mit 6,9 (die Europäer mit 7,1). Beneidenswert.

Möge die Zufriedenheit der Mallorquiner auf uns alle abfärben. Auf ein glückliches neues Jahr – molts d’anys!

Autor: Bernd Jogalla

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12 2017

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