… warum mehr E-Mobility trotzdem wünschenswert ist

Seien wir doch mal ehrlich! So richtig wohl fühlen wir uns bei dem Gedanken, im Urlaub ein Elektroauto zu mieten nicht, oder? Die Vorstellung, alle 150 Kilometer eine Ladesäule zu suchen, um den Nissan Leaf, den Renault Zoe oder den BMW i3 aufzuladen, macht die große Urlaubsfreiheit eher zu einer kleinen. Statt „On the Road again“ heißt es „an der Steckdose again“. Aber es ist wie so oft im Leben, Pioniere haben es nicht einfach. Dass sich die Zero-Emission-Fahrzeuge für die Urlaubsfahrt von München an die Ostsee oder von Frankfurt an die Costa Brava nicht oder nur für Freunde langer Ladepausen eignen, steht außer Frage. Aber Mallorca, diese Insel der kurzen Wege, könnte eine Vorreiterstellung einnehmen und selbst zur Pionierin der E-Mobility werden.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Distanzen sind kurz – die Strecke von Palma nach Santanyí und zurück sollte ebenso wie die einfache Fahrt von Andratx nach Cala Rajada problemos mit einer „Tankfüllung“ zu schaffen sein -, und das Netz an Ladestationen ist vergleichsweise dicht. Mindestens 400 Käufer, die sich hier schon für ein E-Fahrzeug entschieden haben, können ja nicht irren. Der gemeine Urlauber hingegen legt in den Ferien nach wie vor Wert auf Entspannung und will von Ladesäulen vermutlich ebenso wenig wissen wie von Anrufen aus dem Büro. Der Klimawandel aber nimmt darauf keine Rücksicht. Wenn der Verkehr in Europa bis 2050 treibhausneutral sein soll, muss der Wandel zeitnah beginnen. Und vielleicht eignet sich gerade der Urlaub dazu, neue Wege zu gehen und Dinge, die man sich zu Hause nicht traut, auszuprobieren. Werden wir selbst Pioniere!

Eines ist aber auch klar: Der Tatsache geschuldet, dass auch bei der Stromgewinnung CO2 freigesetzt wird, haben selbst E-Autos keine ganz „weiße Weste“ bei der Umweltbilanz. Und auf einer Sonneninsel, auf der fast die Hälfte des Stroms aus Importkohle stammt, obwohl sie sich per Photovoltaik komplett selbst mit Energie versorgen könnte, sind selbst E-Autos nur ein kleiner Schritt in Richtung emissionsfreie Zukunft, wenngleich ein wünschenswerter – und einer, der sich ziemlich knackig fährt.

Autor: Patrick Czelinski

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06 2017

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