Verzagen ist leicht

Während die Corona-Infektionszahlen derzeit wieder im Steigen begriffen sind, etwa in Madrid, in Frankreich und nicht zuletzt auch wieder in Deutschland, ist die Tendenz auf Mallorca am Sinken. Das kommt einem Lichtstreif am Horizont gleich. Ein – bei aller Vorsicht – gutes Gefühl: Es keimt die Hoffnung auf, dass irgendwann die Dinge wieder ins Reine kommen, beziehungsweise, dass die Situation im anstehenden Winter nicht allzu düster ausfallen möge.

Zuversicht vermittelt auch die Erkenntnis, dass die Infrastruktur der staatlichen Krankenhäuser auf der Insel nicht am Limit ist. Die Zahl der Intensivbetten war selbst auf dem Höhenpunkt der ersten Corona-Welle im April nicht ausgeschöpft. Und die zweite Welle, die auf Mallorca vor allem im August und September registriert wurde, lag von der Auslastung der Krankenhäuser sogar unter den Werten des Frühjahrs. Beruhigend also zu wissen, dass derzeit lediglich ein Viertel der Intensivbetten in den Kliniken wegen Covid-19 belegt sind. Die neuartige Corona-Ampel, die der balearische Wirtschaftszirkel ersonnen hat (S. 7) , steht in diesem Bereich auf grün. Die Lage in den Klinken wird von dem Gremium zudem als „exzellent” bezeichnet.

Klar nimmt man das als Bürger, der auf den Balearen lebt, gerne zur Kenntnis. Auch wenn man weiß, dass die Defizite vielleicht woanders liegen. Es mangelt nicht an Intensivbetten – der Engpass besteht eher beim Fachpersonal (S. 6) . Bleibt zu hoffen, dass die Politik in Zusammenarbeit mit Ärzteverbänden und Gewerkschaften hier rasch zu vertretbaren Lösungen findet. Wenn ein Gesundheitswesen gut funktionieren soll, muss es entsprechend finanziert werden.

Verzagen angesichts der vielen Probleme ist leicht. Nehmen wir uns also lieber ein Beispiel an jenen, die nicht aufgeben und für ihre Vorhaben kämpfen. So wie die Macher des Wirtschaftsforums „Neu Denken” (S. 29) . Oder so wie Sandra Lipski. Ungeachtet aller Widernisse will sie uns ein weiteres Mal mit ihrem Mallorca Evolution Filmfestival verzaubern (S. 26) . Dazu kann man nur sagen: Chapeau!

Autor: Alexander Sepasgosarian

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08

10 2020

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  1. Wolf. #
    1

    Die Situation für die mallorquinische Bevölkerung im anstehenden Winter wird meines Erachtens mehr als düster. Das ist sie bereits jetzt. Das sehe und erlebe ich jeden Tag auf der Insel.

    Wenn ich hier auf Mallorca nicht hauptsächlich leben würde, gäbe ich derzeit kein Geld der Welt dafür aus, hierher zu kommen. Diese Widrigkeiten – QR-Test, Quarantäne und kostenpflichtige Coronatestung auf dem Weg zurück, wofür man auch noch bestraft wird, wenn man diesen nicht macht – sind gnadenlose Killerkriterien für eine Reise auf die Insel.

    Der größte Reiseveranstalter Europas bietet übrigens wieder Pauschalreisen nach Mallorca ab Mitte Oktober an, dies für die ganz Harten, denn zum dreifachen Preis.

    Ich meine, Verzagen ist gar nicht so leicht.

    Wolf.



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