Umweltschutz beginnt nicht per Gesetz, sondern im eigenen Kopf!

Dass Spanien ein „Müllproblem” hat, merkt man als Mallorca-Resident spätestens dann, wenn sich beim vorausfahrenden Auto mal wieder die Scheibe öffnet und die Verpackung des Big Mac in hohem Bogen in den Straßengraben fliegt. Auch macht sich längst nicht jeder die Mühe, die schwarzen Müllbeutel in die Container zu werfen – oft wird der stinkende Sack einfach neben der Tonne auf die Straße gestellt – irgendwer wird sich ja darum kümmern. Der öffentliche Raum ist für viele nicht Allgemeingut, sondern „tierra de nadie”, also Land, das eigentlich niemandem gehört und für das sich deshalb auch niemand verantwortlich fühlen muss.


Ein neuer Abfallbeseitigungsplan verbunden mit einem regionalen Müllgesetz ist deshalb nicht nur angebracht, sondern längst überfällig. Dass Mallorca einerseits Abfall aus dem Ausland zur hiesigen Verbrennung importiert, seinen Plastikmüll aber gleichzeitig zum Recycling aufs Festland verfrachtet, ist doch absurd. Und ein Flaschenrückgabesystem ist in einem Land, in dem ohnehin fast nur aus Plastikflaschen getrunken wird, ebenfalls clever. Vor allem aber geht es darum, den „Chip” in den Köpfen der Menschen umzuprogrammieren. So ist seit Jahren die Rede von einem Plastiktütenverbot, aber noch immer wird man in jedem Supermarkt gefragt: „Quieres una bolsa?” – „möchtest du eine Tüte”? Und natürlich sagen viele Kunden dann „ja” – nicht nur Einheimische, auch Residenten und insbesondere Urlauber – wer denkt schon in den Ferien gerne an so unangenehme Dinge wie sein grünes Gewissen?

Gerade eine Urlaubsinsel wie Mallorca, die ja von ihrem guten Ruf lebt, muss sich aber selbst sauber halten. Gleichzeitig sollte das Leben denen, die Müll trennen wollen, einfacher gemacht werden. Viel zu häufig wird in den jeweiligen Gemeinden ein eigenes Müll-Süppchen gekocht. Mancherorts wird der Abfall eingesammelt, anderswo nicht. Hier wird organischer Müll vom Hausmüll getrennt, dort kommt alles zusammen – da verliert man schnell den Überblick! Eine Ausrede darf das trotzdem nicht sein, denn aktiver Umweltschutz beginnt nicht per Gesetz, sondern im eigenen Kopf!

Autor: Patrick Czelinski

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03

05 2018

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