Entrada etiquetada ‘Wirtschaftskrise’

Niedrige Preise und Zinsen motivieren zum Immobilienkauf

Schnäppchenjagd auf der Sonneninsel, insbesondere in Palma de Mallorca. So lautet nicht nur das Thema der Woche in dieser MM-Ausgabe, so scheint auch der neue Trend zu heißen, der sich derzeit fühlbar macht. Das Interesse von reichen Ausländern, auf der Insel eine Immobilie zu erwerben, hat auch in diesem zu Ende gehenden Jahr wieder angezogen. Doch hierbei geht es meist um exklusive Zweit-Residenzen an der Küste mit Meerblick samt eigenem Garten, Pool und Carport. Den Beitrag vollständig lesen →

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12 2014

Nach dem Jahr der Rekorde: Dahin geht die Reise

Nicht mehr mitten in der Krise, aber auch noch nicht raus aus derselbigen: 2013 war ein klassisches Transitjahr für Mallorca, geprägt von einem Besucherrekord und hohen Ausgaben der Touristen. Mehr als elf Millionen Touristen haben im vergangenen Jahr 10,5 Milliarden Euro auf der Insel ausgegeben. Dafür, dass es auch 2014 weitere Rekorde auf Mallorca geben wird, können drei Trends sorgen.

1. Palma wird zum Ganzjahresziel

Dank der Flexibilisierung der Öffnungszeiten werden viele Geschäfte der Balearenhauptstadt künftig häufiger an Feiertagen und Wochenenden geöffnet haben. Für gut betuchte Kurzurlauber wird Palma ohnehin attraktiver, immer mehr kommen aus Skandinavien. Drei Boutique-Hotels haben in diesem Jahr im Zentrum eröffnet, auch aus dem ehemalige Hafenamt auf der alten Mole soll eine schicke Übernachtungsstätte werden. Schwedische Investoren  wollen das ehemalige Telekomgebäude am Paseo Borne erwerben. Gut möglich, dass es auch dort bald ein Hotel gibt.

2. Der Sporttourismus boomt

Ein Rekord jagt in diesem Segment den anderen. Der TUI-Marathon hat im vergangenen Jahr die Zahl von 10.000 Teilnehmern geknackt, für 2014 vermeldet der Thomas Cook Ironman 70.3 rund 3500 Athleten, so viel wie kein anderer „Ironman“ weltweit. 2014 wird es erstmals einen Ironman über die Volldistanz geben, auch die weltweit bekannte „Challenge“ macht erstmals Station auf der Insel. Flankiert wird das Ganze von lokalen Sportevents wie einer Triathlon- und Duathlon-Serie sowie diversen Radrennen. Sport auf der Insel ist angesagt, Tendenz: Das Ende ist noch nicht erreicht.

3. Die Playa de Palma wird schicker

Nach den ersten Hotels rüstet Palmas Strandmeile auch in der ersten Linie auf. Die 14 Balnearios werden einen neuen Look bekommen, der klar Richtung edel geht. Der Party-Tourismus behält zwar seine Epizentren, wird aber räumlich eher eingeschränkt. Mehr und mehr werden Bali-Liegen und Lounge-Atmosphäre statt Plastikbestuhlung mit Sangría-Eimern dominieren.

Autor: Thomas Zapp

02

01 2014

Die Unabhängigkeit Kataloniens wäre der Anfang vom Ende

Spanien steht vor einer Zerreißprobe – im wahren Sinne des Wortes. Sollten die katalanischen Abspaltungsbestrebungen Erfolg haben, wird das den spanischen Staat, wie er heute existiert, komplett in Frage stellen. Weitere Regionen – allen voran das Baskenland – würden ihre Zugehörigkeit vermutlich ebenfalls aufkündigen.

Selbst auf Mallorca wäre dann mit einem Erstarken der separatistischen Bewegung zu rechnen, die auf der Insel bislang lediglich eine Nebenrolle spielt. Schließlich sind die kulturellen Gemeinsamkeiten mit Katalonien gewiss größer als mit den meisten anderen spanischen Regionen – schon allein wegen der Sprache.

Die Debatte kommt in jedem Fall zur Unzeit: Nicht nur Spanien, auch Katalonien hat derzeit wahrlich andere, dringendere Probleme. Zumal die Folgen vor allem für die abtrünnige Region im Nordosten des Landes noch gar nicht absehbar sind. Ein Ausscheiden Kataloniens aus der Europäischen Union, das im Falle der Unabhängigkeit als sicher gilt, wäre vor allem ökonomisch ein klarer Rückschritt. Auch für Spanien hätte die Abspaltung seiner wirtschaftsstärksten Region fatale Folgen.

Mit Härte und Kompromisslosigkeit aber sollte die Zentralregierung den Unabhängigkeitsbestrebungen tunlichst nicht begegnen. Der Klammergriff würde das katalanische Ansinnen nur noch verstärken. Das zeigt die Vergangenheit. Die einzige Möglichkeit, die separatistischen Tendenzen auszubremsen und den Fortbestand des spanischen Staates in den heutigen Grenzen dauerhaft zu garantieren, ist eine Umarmungsbewegung.

Die Zentralregierung in Madrid wird die Hand ausstrecken und den Dialog suchen müssen. Ohne weitreichende Zugeständnisse ist den Fliehkräften im spanischen Staatsgebilde nicht beizukommen. Eine Zukunft hat Spanien letztendlich nur mit einer reformierten Verfassung, die den aktuellen autonomen Regionen mehr Selbstbestimmungsrechte einräumt und den kulturellen Unterschieden zwischen den einzelnen Landesteilen Rechnung trägt.

Autor: Jonas Martiny

26

09 2013

Hinter den nackten Zahlen stehen Schicksale

Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Die Krise hat Mallorca noch immer fest im Griff, auch nach fünf Jahren. Die Arbeitslosenquote ist enorm, das Bruttoinlandsprodukt schrumpft, die Verschuldung der Städte und Gemeinden erreicht immer neue Höchstwerte, die öffentliche Hand fährt ihre Investitionen seit Jahren zurück, Sozialleistungen und Arbeitnehmerrechte werden gekürzt, die Steuern steigen, das Renteneintrittsalter auch. Immer mehr Firmen gehen pleite, immer mehr Menschen können ihre Hypotheken nicht bezahlen.

Dazu kommt, dass Spanien ein Land ist, in dem es keine Sozialleistungen gibt, wie man sie etwa aus Deutschland kennt. Eine gesetzlich garantierte Grundsicherung etwa existiert hierzulande nicht. Obendrein hat sich zwar das allgemeine Preisniveau längst weitgehend mitteleuropäischen Standards angeglichen, die Gehälter aber haben mit der Teuerung der vergangenen Jahre bei Weitem nicht Schritt gehalten.

Manche Vorschläge wirken angesichts dieser Zustände reichlich weltfremd. Dazu zählt zweifellos die Forderung der EU-Kommission und des Internationalen Währungsfonds, Spaniens Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände sollten sich auf eine zehnprozentige Gehaltskürzung einigen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern.

Die eigentliche Tragik dieser Krise aber offenbaren die nackten Zahlen nicht. Denn sie steckt in den menschlichen Schicksalen, die keine Statistik erfasst. Niemand kann sagen, welche Zukunft all die Langzeitarbeitslosen vor sich haben, die seit Jahren keinem geregelten Job nachgehen, oder die vielen jungen Berufseinsteiger ohne Perspektive, die bereits jetzt als verlorene Generation gelten.

Die Zahl der Menschen, die in dieser Krise Jahre ihres Arbeitslebens und damit etwa auch künftige Rentenansprüche verloren haben, geht allein auf der Insel in die Zehntausende. Deshalb werden die Folgen der Krise auf Mallorca noch lange zu spüren sein – selbst wenn sie denn eines Tages doch noch zu Ende gehen sollte.

Autor: Jonas Martiny

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09 2013