Entrada etiquetada ‘Verkehr’

Hoffentlich mehr als gute Absichten

Absichtserklärungen mallorquinischer Politiker haben es so an sich, vergleichsweise wenig darüber auszusagen, was denn nun tatsächlich geschehen wird – besonders dann, wenn eine Wahl bevorsteht, wie im kommenden Mai. Vor diesem Hintergrund ist der nun der Öffentlichkeit vorgestellte Entwurf des neuen Flächennutzungsplans der Stadt Palma zu sehen. Eine Straßenbahn vom Flughafen zum Hafen wird es vorerst wohl nicht geben. 170 Millionen Euro wird die Stadt auf absehbare Zeit ganz gewiss nicht übrig haben. Das ist schade, wäre die Anbindung des Flughafens an die Innenstadt per Tram doch ein Riesenfortschritt – und im Vergleich zur unsäglichen Metro durchs Gewerbegebiet auch noch sehr sinnvoll. Den Beitrag vollständig lesen →

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10 2014

Der Friedhof der Hafenpläne

Das Sahnehäubchen lieferte Ex-Premier Jaume Matas 2007, in den letzten Tagen der Ära des Größenwahns: Er wollte im Hafen von Palma eine Oper bauen lassen, ein futuristisches Gebilde nach den Plänen des Stararchitekten Santiago Calatrava, „Cabrio“-Dach inklusive.

Nein, an – teils spleenigen – Ideen für den Hafen hat es nicht gemangelt. Mal sollte der Paseo Marítimo unter die Erde verlegt werden, dann wurde ein Makro-Projekt eines privaten Investors in die Diskussion geworfen. Schon Modezar Gucci selig soll vor einem Vierteljahrhundert Pläne für den Ausbau des Palma-Ports gehabt haben. Die Hafenverwaltung selbst präsentierte mehrere Masterpläne. Was alle Vorhaben gemeinsam haben, wissen wir: Sie scheiterten. Den Beitrag vollständig lesen →

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03 2014

Neue Träume für den Boulevard of broken dreams

Fünf Jahre ist es her, da wurde in Palma das 50-jährige Bestehen der Hafenpromenade Paseo Marítimo begangen. Es war eine schnöde Würdigung: MM kommentierte im Jahre 2008:

„Für die spanischen Medien war es allenfalls lästige Chronistenpflicht, an das Jubiläum zu erinnern. Es gab dieselben alten Fotos wie alle zehn Jahre wieder. Die Gelegenheit, das Ereignis zur Grundlage einer Diskussion über Sinn und Zweck des Bauwerks zu machen, wie weiter mit der Stadtplanung und Verkehrsführung zu verfahren sei, wurde nicht ergriffen, weder von Politikern noch von Architekten.“

Das hat sich nun geändert: Zumindest vier Architekten haben vergangene Woche in der Kammer eine neue Vision vorgelegt, wie die derzeitige Hafen-Autobahn von Staus, Lärm und Abgasen befreit werden könnte: Sie wollen den Verkehr ausdünnen, die Bürgersteige verbreitern, Bäume pflanzen, Flaniermeilen für Fußgänger und Cafébetriebe schaffen.

Mehr noch, Palma soll sich wieder dem Meer öffnen. Denn sicherlich riegelt die sechsspurige Asphalttrasse wie eine Barriere die Stadt vom Ufer ab.

Witzig; ursprünglich war der Paseo in den 1950er Jahren errichtet worden, um der Stadt einen breiten Zugang ans Wasser zu bieten. Die Planungen gehen auf die 1930er Jahre zurück. Visionäre von damals, wie etwa Llorenç Villalonga, strebten dem Vorbild Nizza nach. Eine Promenade am Wasser sollte den Palmesanern die Möglichkeit geben, das Meer zu sehen und sogar darin zu baden.

Palma, so Villalonga, vertue wie ein „dummes Mädchen“ seine Zeit mit der Felsküste. Letztere wurden mit dem Paseo Marítimo tatsächlich erschlossen (und hinter Beton und Hochhäusern versteckt). Doch die einstigen Träume wurden nicht wahr. Wo ein Badegewässer sein sollte, ist heute Hafenbecken samt Yachten.

Dennoch würde Palma durch eine Verkehrsberuhigung des Paseo an Lebensqualität gewinnen. Der Verkehr müsste sich indes über die Ringautobahn wälzen, zum Nach-teil der dortigen Anwohner. Denn die Pläne für eine Straßenbahn am Paseo, die es auch einmal gegeben hatte, sind längst zerplatzt.

Autor: Alexander Sepasgosarian

 

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05 2013