Entrada etiquetada ‘Tourismus’

Mallorca-Kritik fordert ihren Tribut

Die jährlich im März stattfindende weltgrößte Touristikmesse ITB in Berlin geht für Mallorca mit einer klaren Erkenntnis zu Ende: Es muss gehandelt werden. Negatives Medien-Image, enorme Preissteigerungen, „Übertourismus” – seit einigen Jahren herrscht ein regelrechtes „Mallorca-Bashing” in Deutschland, das nun seine Auswirkungen zeigt. Zwar steuert die Balearen-Regierung schon seit Längerem mit allen Mitteln dagegen an und zeigt mit Kampagnen, dass Mallorca mehr ist als nur „Sonne und Strand”. Um die Touristen, die auf der Insel investieren und mit dem Erhalt von Kulturgütern zur Nachhaltigkeit beitragen, zu binden, oder auch um eine neue Klientel anzuziehen, laufen bereits die ersten Aktionen. Einschränkungen beim Thema Alkoholkonsum an der Playa de Palma, Aufwertung von Hotels in höhere Kategorien. Die „wunden Punkte” des ungewollten Mallorca-Images, das sich hartnäckig in den Köpfen vieler Deutscher hält, versucht man, mit allen Mitteln loszuwerden. Das passt nicht jedem und das wird teils harsch an die Urlauber herangebracht. Auch in Berlin setzen die Politiker weniger auf emotionale Gründe, sondern stellen pragmatisch alle Ziele vor. Man bewirbt Mallorca als Ganzjahresziel für weltoffene und kulturell interessierte Touristen. Von Schwachstellen keine Rede. Dennoch sind Touristen nicht die treusten, wenn es um die Wahl ihres Jahresurlaubs geht. Da zählen überzeugende Argumente: Gutes Wetter, feiner Sandstrand, guter Service und vor allem: guter Preis. Letzteres ist bei Buchungsentscheidungen oft das Zünglein an der Waage. Und so viel Mallorca zu bieten hat: Erste Preissenkungen der Hoteliers sind nun die Notbremse und ein Zugeständnis, dass der Preiszuschlag nach der Krise möglicherweise über das Ziel hinausgeschossen ist. Mallorca ist ein wunderbares Eiland für die, die hinter die bekannte Fassade schauen und wissen, dass man hier durchaus Weltflair in der Luft spürt. Die Alteingesessenen bestätigen, wie positiv sich besonders die Inselhauptstadt Palma in den vergangenen Jahren zur europäischen Metropole gewandelt hat. Eine unvergleichbare Insel für alle, die eben mehr als Meer suchen.

Autorin: Diana Serbe

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03 2019

Der Wandel mit den winzigen Schritten

Früher hatte an der Playa de Palma nahezu jedes Hotel im Winter geöffnet. Das ist aber schon Jahrzehnte her. Damals war es für deutsche Langzeit-Urlauber billiger, die kalten Wochen und Monate auf Mallorca zu verbringen, als in Deutschland den Heizöltank auffüllen zu lassen. Dass die Hotels damals keine Heizungen hatten, das war den abgehärteten Rentnern, die als junge Menschen die Kriegs- und Nachkriegswinter überstanden hatten, ziemlich egal.

Dann kamen neue Destinationen wie die Kanaren und die Karibik hinzu, der Fortschritt in Spanien und der spätere Euro verteuerten ihrerseits die Urlaube auf Mallorca. Immer mehr Hotels schlossen im Winter ganz, so dass vor etwa zehn Jahren und im Zuge der Wirtschaftskrise vieles dicht war. Tote Hose. Alle waren sich einig: Das kann so nicht weitergehen.

Dann, vor etwa fünf Jahren, wurden die ersten – zum Teil angejahrten – Hotels für viele Millionen Euro modernisiert, teils sogar ausgebaut oder aufgestockt. Selbst Neubauten im Fünf-Sterne-Bereich wuchsen aus dem sandigen Boden empor.

Das trägt heute Früchte: Nicht wenige dieser aufgehübschten Übernachtungsunternehmen halten im Winter ihren Betrieb aufrecht und begrüßen Gäste – auch wenn es ihrer längst nicht so viele sind wie im Sommer. Dieser Wandel ist positiv für die Strandmeile, auch wenn weiterhin viele Gastronomen und Einzelhändler es vorziehen, im Winter zu pausieren.

Was an der Playa de Palma hingegen nicht positiv ist, fällt bei jedem Schritt und Tritt ins Auge: Der Straßenbelag ist erschütternd, manche Häuserfassaden mit ihren heruntergekommenen Wohnungen und Läden samt der verlotterten Billig-Deko lassen Dritte-Welt-Assoziationen aufsteigen. Das zeigt: Der Lokalpolitik hat es sichtlich am Gestaltungswillen und an Investitionen gefehlt. Auch viele Probleme im Bereich der Kleinkriminalität sind ungelöst. Der Wandel an der Playa de Palma, er kommt bei Weitem nicht so voran, wie man es der Tourismusmeile wünschen würde. Und dennoch: Allen Schattenseiten zum Trotz ist ein Spaziergang auf der Meerespromenade bei Sonnenschein gerade im Winter ein grandioses Erlebnis.

Autor: Alexander Sepasgosarian

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02 2019

Mehr Radtourismus nützt der Insel

Sie saufen nicht, achten auf ihren Körper, grölen nicht herum und sorgen für volle Kassen bei den Gastro- und Hotel-Betrieben dieser unserer Insel. Was wäre zum Beispiel das verschlafene Kaff Petra ohne die vielen Radtouristen, die auf dem Zentralplatzabsteigen und nur darauf aus sind, zum Vorteil der Insel-Wirtschaft Geld in rauen Mengen auszugeben? Doch wie seltsam: Diese so handsamen Gäste sind umstritten auf Mallorca, vor allem unter deutschsprachigen Autofahrern.

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20

12 2018

Eine saubere Insel

Ecotasa, Plastiktüten- und Kaffeekapselverbot, Klimaschutzgesetz, Umstieg auf E-Mobilität, Straßenbahnbau, Posidoniaschutz, Sperrung von Gebirgsstraßen, Shuttle-Busse zu Stränden, ein neuer Naturpark … Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

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08

03 2018

Die Pleite-Geschichte um Air Berlin und Niki will nicht enden

Was ist das wichtigste Kapital eines Unternehmens? Wahrscheinlich die Kunden und Mitarbeiter. Beide Gruppen scheinen im Airline-Monopoly um den insolventen Mallorca-Flieger Niki jedoch die letzte Geige zu spielen. Möglicherweise eine Fehlkalkulation der Konzerne und der kaufmännisch wenig cleveren Formaljuristen in den hochbezahlten Insolvenz-Kanzleien. Den Beitrag vollständig lesen →

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04

01 2018

Wer Mallorca verändern will, braucht ein praktikables Konzept

Der Tag wird kommen, an dem die Invasoren einfach am Rand herunterfallen werden.“ Der erste Satz in Eliseo Bayos 1969 erschienenem Artikel „Mallorca, die überrannte Insel“ hat etwas Prophetisches. Mit dem Blick auf das Mallorca von damals scheinen die Ausführungen des Autors fast lächerlich. Betrachtet man den Zustand der Insel im Sommer 2017, klingen sie hingegen aktueller denn je. Nun muss man die Deutschen, Engländer, Schweden und wer sonst noch alles nach Mallorca kommt nicht unbedingt als Invasoren bezeichnen. Eines aber ist klar: Die Insel platzt vor allem im Sommer aus allen Nähten. Was sich seit zwei Jahren angekündigt hat, ist jetzt sicher: Die Kapazitätsgrenzen sind erreicht!

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21

09 2017

Da braut sich was zusammen

Sollte die Linksregierung die Urlaubersteuer auch deshalb verdoppelt haben, um Druck aus dem eigenen Kessel zu nehmen, so hat sie sich verrechnet. Linke Gruppen und Umweltverbände, also die ureigene Klientel der Koalition, sind mit „Ecotasa“ und weitgehenden Restriktionen in der Ferienvermietung nicht mehr ruhigzustellen. Sie rufen zur Demonstration auf – gegen Massentourismus und gegen eine Regierung, die die Tourismuskritik selbst erst hoffähig gemacht hat. Die Geister, die sie riefen …

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07

09 2017

Das Luxusproblem

Da gibt es nichts herumzudeuteln: Mallorca hat in diesem Sommer seine Belastungsgrenzen erreicht. Die Insel ist voll. Mehr geht nicht, oder besser: Mehr ist nicht wünschenswert.

Und soweit sind sich auf der Insel auch alle einig. Aber dann hört es auf mit der Einigkeit. Streit gibt es schon in der Frage, wie man mit den Urlauber-Rekorden umgehen sollte. Da geschieht im Augenblick Bedenkliches. Bestimmte Parteien, Bevölkerungsgruppen und Medien haben vor allem eine Berufung: die angeblich fürchterlichen Zustände anzuprangern, die Mallorca den Garaus machen. Der Tourismus ist einfach an allem schuld. Als ob Probleme wie die Wasserknappheit ihre Ursache nicht auch in schlichtem Missmanagement hätten. Den Beitrag vollständig lesen →

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08 2016