Entrada etiquetada ‘Palma’

Hoffentlich mehr als gute Absichten

Absichtserklärungen mallorquinischer Politiker haben es so an sich, vergleichsweise wenig darüber auszusagen, was denn nun tatsächlich geschehen wird – besonders dann, wenn eine Wahl bevorsteht, wie im kommenden Mai. Vor diesem Hintergrund ist der nun der Öffentlichkeit vorgestellte Entwurf des neuen Flächennutzungsplans der Stadt Palma zu sehen. Eine Straßenbahn vom Flughafen zum Hafen wird es vorerst wohl nicht geben. 170 Millionen Euro wird die Stadt auf absehbare Zeit ganz gewiss nicht übrig haben. Das ist schade, wäre die Anbindung des Flughafens an die Innenstadt per Tram doch ein Riesenfortschritt – und im Vergleich zur unsäglichen Metro durchs Gewerbegebiet auch noch sehr sinnvoll. Den Beitrag vollständig lesen →

23

10 2014

Die neuen Benimmregeln geben Anlass zur Hoffnung

Das Maß ist offensichtlich voll, die Stadt Palma will jetzt tatsächlich Ernst machen. Die neue „Verordnung für zivilisiertes Verhalten“ ist in Kraft, und die Entscheidungsträger scheinen entschlossen, den dunklen Punkten des Mallorca-Tourismus nun endgültig den Kampf anzusagen. Eimersäufer, nackte Oberkörper, Müllberge, Schnapsleichen auf der Parkbank oder kriminelle Hütchenspieler, damit soll bald Schluss sein. „Diese Art von Tourismus wollen wir hier nicht“, sagt der verantwortliche Dezernent im Rathaus. So deutliche Worte gab es noch nie. Den Beitrag vollständig lesen →

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22

05 2014

Werden die Regeln der Stadtverordnung auch wirklich durchgesetzt?

Palma bekommt jetzt also seine Stadtverordnung, die von Bürgern und Gästen gutes Benehmen einfordert. Ein Großteil der Bestimmungen dürfte auf breite Zustimmung stoßen. Etwa jene, wonach man nicht in Badehose oder Bikini durch die Stadt laufen darf. Da gibt es keine zwei Meinungen. Wer halb nackt über den Borne wandelt, der ist einfach schlecht erzogen, und darauf darf man ihn hinweisen. Auch der Kampf gegen Kaugummi-Spucker und Hundehalter, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht wegräumen, wird in aller Regel ein „Daumen hoch” ernten. Den Beitrag vollständig lesen →

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01

05 2014

Eine gute Adresse, aber der Borne ist noch lange nicht perfekt

Der Borne in Palma ist nicht irgendeine Straße. Er hat eine reiche Geschichte, und er ist strategisch wichtig gelegen – über ihn betritt man das Zentrum, er ist das Foyer unserer „Ciutat“.

Die Geschäftswelt hat den Wert der Flaniermeile erkannt. Wer Rang und Namen hat, versucht sich am Borne anzusiedeln, für inzwischen astronomische Summen. Daran ist zunächst nichts auszusetzen – warum soll Palma nicht seine „Goldene Meile“ haben? Palma darf ruhig ein bisschen Glamour verströmen, und der Borne ist eine gute Adresse dafür. Den Beitrag vollständig lesen →

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27

02 2014

Die Bewerbung zum Unesco-Kulturerbe – eine Chance

Palmas Verwaltung hat ein klar definiertes Ziel: Die Stadt soll in den kommenden Jahren eines der bevorzugten Ziele für Städtereisende in Europa werden. Vor diesem Hintergrund ist auch die Ankündigung von Bürgermeister Mateo Isern zu sehen, die Kandidatur der Stadt als Weltkulturerbe der Unesco voranzutreiben.

Keine Frage, Palma hat das Zeug dazu. Das fast komplett erhaltene historische Stadtzentrum und singuläre Gebäude wie Kathedrale, Lonja oder Bellver bilden ein Ensemble, das die Unesco-Hürden nehmen dürfte. So, wie zwölf andere spanische Städte zuvor, darunter Córdoba und Ibiza-Stadt. Den Beitrag vollständig lesen →

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23

01 2014

Der ewige Spagat; was ist wichtiger: Umwelt oder Wirtschaft?

Dass Mallorcas Natur ein unbedingt schützenswertes Gut ist, das sehen mittlerweile selbst Bauunternehmer, Hoteliers und PP-Politiker so, nachdem auf der Insel jahrzehntelang weitgehend ohne Sinn und Verstand ganze Landstriche zubetoniert wurden. Es ist heute allgemein akzeptierter Konsens, dass Mallorcas Schönheit nicht zerstört werden darf. Denn davon lebt diese Insel nun einmal, die Jahr für Jahr fast zehn Millionen Touristen anlockt. Auf der anderen Seite braucht die Insel Investitionen. Die Touristenzonen müssen modernisiert werden, die Infrastruktur muss auf dem neuesten Stand sein, neue Attraktionen müssen her. Denn dass Mallorca im internationalen Wettbewerb den Anschluss verliert, kann auf der Insel auch niemand wollen.

Es ist ein fortwährender Spagat zwischen ökologischer Zurückhaltung und wirtschaftlicher Notwendigkeit, den die Entscheidungsträger auf der Insel vollführen müssen. Deshalb ist es von großer Bedeutung, die wirklich wichtigen Dinge nicht aus dem Blick zu verlieren. Im Fall des nun geplanten Ausbaus des Hafens von El Molinar stellt sich etwa die Frage, ob Mallorca tatsächlich 200 weitere Bootsliegeplätze braucht, wo es doch aktuell schon fast 20.000 gibt. Bereits jetzt herrscht an Sommertagen vor Mallorcas Küste ein solcher Verkehr, dass man sich bange fragt, wie lange die Umwelt das noch ertragen kann. Dazu kommt, dass der Nautiktourismus ein ausgesprochener Sommertourismus ist. Yachtbesitzer kommen nur, wenn es schön warm ist. Einen Beitrag zur Stärkung der Nebensaison leistet diese Art Tourismus nicht.

Genau das aber sollte das alles entscheidende Kriterium sein, wenn es darum geht, über die Sinnhaftigkeit eines touristischen Projektes zu befinden. Die Insel braucht ganz gewiss kein Wachstum mehr in den warmen Monaten. Von Mai bis Oktober ist Mallorca ohnehin praktisch ausgebucht. Unberührte Natur sollte auf Mallorca grundsätzlich nur noch dann geopfert werden, wenn zu erwarten ist, dass Urlauber in der Nebensaison angelockt werden. Das wäre ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen.

Autor: Jonas Martiny

14

11 2013

Neue Träume für den Boulevard of broken dreams

Fünf Jahre ist es her, da wurde in Palma das 50-jährige Bestehen der Hafenpromenade Paseo Marítimo begangen. Es war eine schnöde Würdigung: MM kommentierte im Jahre 2008:

„Für die spanischen Medien war es allenfalls lästige Chronistenpflicht, an das Jubiläum zu erinnern. Es gab dieselben alten Fotos wie alle zehn Jahre wieder. Die Gelegenheit, das Ereignis zur Grundlage einer Diskussion über Sinn und Zweck des Bauwerks zu machen, wie weiter mit der Stadtplanung und Verkehrsführung zu verfahren sei, wurde nicht ergriffen, weder von Politikern noch von Architekten.“

Das hat sich nun geändert: Zumindest vier Architekten haben vergangene Woche in der Kammer eine neue Vision vorgelegt, wie die derzeitige Hafen-Autobahn von Staus, Lärm und Abgasen befreit werden könnte: Sie wollen den Verkehr ausdünnen, die Bürgersteige verbreitern, Bäume pflanzen, Flaniermeilen für Fußgänger und Cafébetriebe schaffen.

Mehr noch, Palma soll sich wieder dem Meer öffnen. Denn sicherlich riegelt die sechsspurige Asphalttrasse wie eine Barriere die Stadt vom Ufer ab.

Witzig; ursprünglich war der Paseo in den 1950er Jahren errichtet worden, um der Stadt einen breiten Zugang ans Wasser zu bieten. Die Planungen gehen auf die 1930er Jahre zurück. Visionäre von damals, wie etwa Llorenç Villalonga, strebten dem Vorbild Nizza nach. Eine Promenade am Wasser sollte den Palmesanern die Möglichkeit geben, das Meer zu sehen und sogar darin zu baden.

Palma, so Villalonga, vertue wie ein „dummes Mädchen“ seine Zeit mit der Felsküste. Letztere wurden mit dem Paseo Marítimo tatsächlich erschlossen (und hinter Beton und Hochhäusern versteckt). Doch die einstigen Träume wurden nicht wahr. Wo ein Badegewässer sein sollte, ist heute Hafenbecken samt Yachten.

Dennoch würde Palma durch eine Verkehrsberuhigung des Paseo an Lebensqualität gewinnen. Der Verkehr müsste sich indes über die Ringautobahn wälzen, zum Nach-teil der dortigen Anwohner. Denn die Pläne für eine Straßenbahn am Paseo, die es auch einmal gegeben hatte, sind längst zerplatzt.

Autor: Alexander Sepasgosarian

 

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05 2013