Entrada etiquetada ‘Naturschutz’

Ecotasa: Gut gelaufen

Da hat die linke Balearen-Regierung doch so etwas wie ihr Meisterstück abgeliefert: Seit vergangenem Freitag wird auf den Balearen die Steuer für nachhaltigen Tourismus kassiert – und keiner regt sich auf. Dem ersten Eindruck nach noch nicht einmal jene, die sie berappen müssen. Das ist gut gelaufen für Tourismusminister Biel Barceló & Co..

Im Grunde kann man sich noch immer fragen, warum Urlauber eine Zusatzsteuer entrichten müssen. Eine schlüssige Antwort wird man wohl nicht finden, es sei denn, man hängt der Ideologie an, dass der Tourismus die Wurzel allen Übels ist. Den Beitrag vollständig lesen →

07

07 2016

Traumstrand für Frühaufsteher: Es Trenc soll Naturpark werden

Der Plan, Es Trenc zum Naturpark zu erklären und den Zugang zu begrenzen, ist ein Vorhaben von enormer Tragweite. Denn letztlich geht es um die Frage, ob und in welchem Umfang Mallorcas natürliche Ressourcen von den Menschen genutzt werden dürfen. Aber darauf gibt die Regierung noch keine Antwort. Den Beitrag vollständig lesen →

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31

03 2016

Mallorcas natürliche Ressourcen sind permanent überlastet

Das kritische Bewusstsein der Urlauber hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, da sind sich die Experten einig. Eine wachsende Zahl der Touristen setzt sich durchaus mit den Folgen des eigenen Tuns auseinander. Kein Wunder, dass es kaum noch Hotels gibt, in denen die Gäste nicht aufgefordert werden, ihre Handtücher mehrfach zu benutzen und dadurch Wasser zu sparen. Löblich ist auch, dass Mallorcas Hoteliers mit lokalen Produzenten kooperieren, um einerseits die lokale Wirtschaft zu stärken und andererseits den CO2-Ausstoß möglichst gering zu halten. Den Beitrag vollständig lesen →

29

01 2015

Shopping Mall ist keine Gefahr für die City

Rund 75.000 Quadratmeter, 200 Läden, 35 Restaurants, zwölf Kinosäle – die Dimensionen der geplanten Shopping-Mall „Palma Springs“  in Ses Fontanelles sind gewaltig. Vor allem wenn man bedenkt, dass nur wenige Kilometer weiter ein weiteres Einkaufszentrum entstehen soll.

Da drängt sich rasch die Frage auf, ob diese Entwicklung gut ist – für Mallorca im Allgemeinen und Palma im Besonderen. Eine Frage, die in ähnlicher Weise auch in anderen Orten gestellt wird: in Sóller, wo um die Ansiedlung eines Supermarktes gestritten wird, und in Manacor, wo Decathlon und andere großen Ketten landen wollen. Den Beitrag vollständig lesen →

16

10 2014

Mallorcas Umweltschützer halten sich vom Parteiengezänk fern

Politiker genießen in vielen Ländern nicht gerade besonders hohes Ansehen. In Deutschland etwa schneidet die Berufsgruppe bei Meinungsumfragen seit Jahren ziemlich schlecht ab. Auch der Ruf der spanischen Politiker ist nach unzähligen Korruptionsskandalen weitgehend ruiniert. Dass sich Nichtregierungsorganisationen vom Parteiengezänk möglichst fernhalten wollen, ist also kein Wunder. Der GOB zum Beispiel, der in diesen Tagen seinen 40. Geburtstag feiert, achtet penibel darauf, sich von keiner Partei vor den Karren spannen zu lassen. Mit Erfolg. Es gibt nur wenige andere Organisationen auf Mallorca, die flächendeckend respektiert werden wie der GOB.

Ohne Teilnahme am politischen Betrieb können Mallorcas Umweltschützer ihren Idealen treu bleiben und Klartext reden, müssen keine Kompromisse eingehen und keine Rücksicht nehmen. Auch Versuche, führende Mitglieder in Skandale zu verwickeln, schlugen bislang immer fehl. Auf diese Weise hat der GOB über 40 Jahre seine Glaubwürdigkeit bewahrt. Nur so war es dem einst von Vogelkundlern gegründeten Verein möglich, Umweltthemen den hohen Stellenwert zu verschaffen, den sie heute auf der Insel haben. Wie man den Forderungen der Umweltschützer auch gegenüberstehen mag – niemand hat für den Erhalt des ursprünglichen Mallorca mehr geleistet als der GOB.

Die Stärke der mallorquinischen Umweltschutzbewegung ist jedoch zugleich auch ihre größte Schwäche. Denn in Mallorcas Parteienlandschaft finden die Themen des GOB längst nicht den Niederschlag, der ihnen eigentlich gebührt. Zwar kommt heute keine Partei auf der Insel mehr daran vorbei, Umweltthemen in ihrem Grundsatzprogramm aufzugreifen. Mallorcas Grüne aber kommen über den Status einer Splitterpartei nicht hinaus. So sinnvoll der Einsatz des GOB auch ist, so groß seine Verdienste auch sein mögen – die wirklich wichtigen Entscheidungen fallen eben doch noch immer im Balearen-Parlament.

Autor: Jonas Martiny

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28

11 2013

Der ewige Spagat; was ist wichtiger: Umwelt oder Wirtschaft?

Dass Mallorcas Natur ein unbedingt schützenswertes Gut ist, das sehen mittlerweile selbst Bauunternehmer, Hoteliers und PP-Politiker so, nachdem auf der Insel jahrzehntelang weitgehend ohne Sinn und Verstand ganze Landstriche zubetoniert wurden. Es ist heute allgemein akzeptierter Konsens, dass Mallorcas Schönheit nicht zerstört werden darf. Denn davon lebt diese Insel nun einmal, die Jahr für Jahr fast zehn Millionen Touristen anlockt. Auf der anderen Seite braucht die Insel Investitionen. Die Touristenzonen müssen modernisiert werden, die Infrastruktur muss auf dem neuesten Stand sein, neue Attraktionen müssen her. Denn dass Mallorca im internationalen Wettbewerb den Anschluss verliert, kann auf der Insel auch niemand wollen.

Es ist ein fortwährender Spagat zwischen ökologischer Zurückhaltung und wirtschaftlicher Notwendigkeit, den die Entscheidungsträger auf der Insel vollführen müssen. Deshalb ist es von großer Bedeutung, die wirklich wichtigen Dinge nicht aus dem Blick zu verlieren. Im Fall des nun geplanten Ausbaus des Hafens von El Molinar stellt sich etwa die Frage, ob Mallorca tatsächlich 200 weitere Bootsliegeplätze braucht, wo es doch aktuell schon fast 20.000 gibt. Bereits jetzt herrscht an Sommertagen vor Mallorcas Küste ein solcher Verkehr, dass man sich bange fragt, wie lange die Umwelt das noch ertragen kann. Dazu kommt, dass der Nautiktourismus ein ausgesprochener Sommertourismus ist. Yachtbesitzer kommen nur, wenn es schön warm ist. Einen Beitrag zur Stärkung der Nebensaison leistet diese Art Tourismus nicht.

Genau das aber sollte das alles entscheidende Kriterium sein, wenn es darum geht, über die Sinnhaftigkeit eines touristischen Projektes zu befinden. Die Insel braucht ganz gewiss kein Wachstum mehr in den warmen Monaten. Von Mai bis Oktober ist Mallorca ohnehin praktisch ausgebucht. Unberührte Natur sollte auf Mallorca grundsätzlich nur noch dann geopfert werden, wenn zu erwarten ist, dass Urlauber in der Nebensaison angelockt werden. Das wäre ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen.

Autor: Jonas Martiny

14

11 2013

Ein Leben ohne Plastiktüte

Immer freitags ist in Can Picafort Markt – fast direkt am Meer. Wenn die Marktleute die Stände dann abbauen, bleibt ein weiteres Meer zurück: das der Plastiktüten. Die Stadtreinigung nimmt sich des Abfalls an, aber manchmal ist der Wind auch schneller: Massenhaft landen die Tüten dann in der Landschaft – oder gleich im Meer. Es ist zum Heulen.

Der Markt von Can Picafort ist nur ein Beispiel, wir könnten in jedem Inselort ein ähnliches finden. Plastiktüten gehören in Spanien noch immer zum Einkaufsalltag dazu. In der Apotheke sind die Pillen schneller in der Tüte, als man „no importa“ (nicht notwendig) sagen kann, und im Supermarkt liegen die Dinger ohnehin parat. Vielleicht nicht mehr an jeder Kasse, aber sicher in jeder Obstabteilung. Und wie wir jetzt wissen, sind die dünnen Tüten die schlimmsten.

Die EU-Kommission will den Plastikwahn jetzt in den Griff bekommen. Das wird auch Zeit. Ohne Gebühren und Verbote geht es nun mal nicht. Solange die Plastiktüten überall griffbereit liegen, nehmen wir sie auch. Geben wir’s doch zu: In solchen Situationen siegt die Bequemlichkeit über das Umweltgewissen nicht nur bei unverbesserlichen Umweltschweinen.

Wir auf Mallorca erleben die Auswirkungen der Tütenorgie hautnah. Etwa dann, wenn das wütende Meer die schier unverwüstlichen Dinger wieder ausspuckt und die Strände mit Plastikmüll übersät sind. Das ist auf einer Urlaubsinsel schlecht fürs Geschäft. Die restlichen Tüten im Meer werden nach und nach in kleinste Teile zerlegt und geraten in die Nahrungskette. Das ist dann ein Umwelt-Desaster.

Spanien hat also besonders viele Gründe, die Forderungen der EU-Kommission rasch umzusetzen. Hoffentlich lässt sich die Regierung Rajoy nicht zu viel Zeit dafür. (Warum eigentlich war es den EU-Mitgliedsländern bislang verboten, Plastiktüten zu verbieten?) Das Schönste daran: Niemand muss befürchten, dass seine Lebensqualität negativ beeinflusst wird. Finnen und Dänen zeigen, dass man auch ohne Plastiktüten leben kann.

Autor: Bernd Jogalla

07

11 2013

Zumindest das Vorgehen der Einsatzkräfte war keine Tragödie

Gleich zwei tragische Ereignisse haben in den vergangenen Tagen spanienweit die Nachrichten beherrscht: Zum einen die Zugkatastrophe von Galicien, bei der 79 Menschen ums Leben kamen. Zum anderen – zum Glück ohne Todesopfer – der Waldbrand im Südwesten Mallorcas.

Auf den ersten Blick haben diese beiden Ereignisse nichts miteinander zu tun. Wenn es eine Gemeinsamkeit gibt, dann vielleicht diese: Die Einsatzkräfte haben an beiden Unglücksorten rasch, professionell und koordiniert ihren Job gemacht. Chaos und gegenseitige Behinderungen hat es allem Anschein nach nicht gegeben. Wie am Mittwoch in den Nachrichten verlautete, traf in Galicien, wo ein Schnellzug vollständig entgleist war, der erste Krankenwagen bereits zwei Minuten nach dem Notruf am Unfallort ein.

Auf Mallorca soll die Zusammenarbeit zwischen den vielen sehr unterschiedlichen Brandbekämpfern – Feuerwehren, Polizeien, Armeeangehörigen, Löschflugzeugpiloten, Forstmitarbeitern, Kommunalangestellten – bestens geklappt haben. Das ist irgendwo tröstlich, denn wenn der Wald aufgrund von Inkompetenz und Koordinationsdefiziten noch immer am Lodern wäre, dann wäre das (Image-)Desaster für Mallorca noch weitaus größer.

Schlimm genug, dass der Wald abgefackelt wurde. Traurig genug, dass die Ursache diesmal „nur“ Fahrlässigkeit war, nachdem im Vorjahr noch ein krimineller Brandstifter die vielen, wenn auch vergleichsweise kleinen Brände gelegt hatte.

Fazit: Mallorcas Wälder sind im Sommer hochgefährdet. Das unterstreicht einmal mehr, wie wichtig Waldpflege, Vorsorge und Wachsamkeit sind, um das Brandrisiko zu minimieren. Hier zu investieren, und auch mehr, kann nicht der falsche Weg sein.

Aber es wäre schön, wenn nicht nur die vorbildliche Einsatzfähigkeit der Notfallkräfte europäische Standards erfüllen würde. Auch die Gesellschaft muss mitziehen. Es darf nicht sein, dass Bauschutt und Abfälle in die Landschaft abgekippt werden, wo zwischen verdorrten Gräsern jede leere Flasche, jede Glasscherbe im Sonnenschein potenziell zu einem Brennglas werden kann.

Autor: Alexander Sepasgosarian

01

08 2013