Entrada etiquetada ‘Meerespromenade’

Ein bisschen mehr Klasse darf schon sein

Selten sind die Gegensätze an der Playa de Palma stärker ins Auge gefallen als derzeit. Hier modernisierte Hotels im Luxusbereich, dort heruntergekommene Absteigen für 30 Euro pro Nacht und Zimmer. Hier herausgeputzte Lokale mit schicken Cocktails auf dem Tresen, dort altbackene Biertränken mit meterlangen Strohhalmen im Glaskrug. Den Beitrag vollständig lesen →

11

08 2016

Es tut sich ja doch etwas

Am Tisch in der Sonne sitzt ein Ehepaar vorgerückten Alters. Er ergraut in Ehren, sie dezent gefärbt. Das Paar jenseits der 50 wirkt nicht wie Trunkenbolde in Partystimmung. Und dennoch hat es ein Hotel nur einen Bierseidelwurf von den Tränken der Ballermann-Meile entfernt ausgewählt. Ein gediegenes Haus allemal, erst recht nach erfolgter Renovierung in zweistelliger Millionenhöhe. „Unsere Gäste sind gerne ganz nah dran, wissen aber dennoch Ruhe und Gediegenheit zu schätzen“, sagt der Hoteldirektor. Den Beitrag vollständig lesen →

02

04 2015

Hoffentlich mehr als gute Absichten

Absichtserklärungen mallorquinischer Politiker haben es so an sich, vergleichsweise wenig darüber auszusagen, was denn nun tatsächlich geschehen wird – besonders dann, wenn eine Wahl bevorsteht, wie im kommenden Mai. Vor diesem Hintergrund ist der nun der Öffentlichkeit vorgestellte Entwurf des neuen Flächennutzungsplans der Stadt Palma zu sehen. Eine Straßenbahn vom Flughafen zum Hafen wird es vorerst wohl nicht geben. 170 Millionen Euro wird die Stadt auf absehbare Zeit ganz gewiss nicht übrig haben. Das ist schade, wäre die Anbindung des Flughafens an die Innenstadt per Tram doch ein Riesenfortschritt – und im Vergleich zur unsäglichen Metro durchs Gewerbegebiet auch noch sehr sinnvoll. Den Beitrag vollständig lesen →

23

10 2014

Nach dem Jahr der Rekorde: Dahin geht die Reise

Nicht mehr mitten in der Krise, aber auch noch nicht raus aus derselbigen: 2013 war ein klassisches Transitjahr für Mallorca, geprägt von einem Besucherrekord und hohen Ausgaben der Touristen. Mehr als elf Millionen Touristen haben im vergangenen Jahr 10,5 Milliarden Euro auf der Insel ausgegeben. Dafür, dass es auch 2014 weitere Rekorde auf Mallorca geben wird, können drei Trends sorgen.

1. Palma wird zum Ganzjahresziel

Dank der Flexibilisierung der Öffnungszeiten werden viele Geschäfte der Balearenhauptstadt künftig häufiger an Feiertagen und Wochenenden geöffnet haben. Für gut betuchte Kurzurlauber wird Palma ohnehin attraktiver, immer mehr kommen aus Skandinavien. Drei Boutique-Hotels haben in diesem Jahr im Zentrum eröffnet, auch aus dem ehemalige Hafenamt auf der alten Mole soll eine schicke Übernachtungsstätte werden. Schwedische Investoren  wollen das ehemalige Telekomgebäude am Paseo Borne erwerben. Gut möglich, dass es auch dort bald ein Hotel gibt.

2. Der Sporttourismus boomt

Ein Rekord jagt in diesem Segment den anderen. Der TUI-Marathon hat im vergangenen Jahr die Zahl von 10.000 Teilnehmern geknackt, für 2014 vermeldet der Thomas Cook Ironman 70.3 rund 3500 Athleten, so viel wie kein anderer „Ironman“ weltweit. 2014 wird es erstmals einen Ironman über die Volldistanz geben, auch die weltweit bekannte „Challenge“ macht erstmals Station auf der Insel. Flankiert wird das Ganze von lokalen Sportevents wie einer Triathlon- und Duathlon-Serie sowie diversen Radrennen. Sport auf der Insel ist angesagt, Tendenz: Das Ende ist noch nicht erreicht.

3. Die Playa de Palma wird schicker

Nach den ersten Hotels rüstet Palmas Strandmeile auch in der ersten Linie auf. Die 14 Balnearios werden einen neuen Look bekommen, der klar Richtung edel geht. Der Party-Tourismus behält zwar seine Epizentren, wird aber räumlich eher eingeschränkt. Mehr und mehr werden Bali-Liegen und Lounge-Atmosphäre statt Plastikbestuhlung mit Sangría-Eimern dominieren.

Autor: Thomas Zapp

02

01 2014

Neue Träume für den Boulevard of broken dreams

Fünf Jahre ist es her, da wurde in Palma das 50-jährige Bestehen der Hafenpromenade Paseo Marítimo begangen. Es war eine schnöde Würdigung: MM kommentierte im Jahre 2008:

„Für die spanischen Medien war es allenfalls lästige Chronistenpflicht, an das Jubiläum zu erinnern. Es gab dieselben alten Fotos wie alle zehn Jahre wieder. Die Gelegenheit, das Ereignis zur Grundlage einer Diskussion über Sinn und Zweck des Bauwerks zu machen, wie weiter mit der Stadtplanung und Verkehrsführung zu verfahren sei, wurde nicht ergriffen, weder von Politikern noch von Architekten.“

Das hat sich nun geändert: Zumindest vier Architekten haben vergangene Woche in der Kammer eine neue Vision vorgelegt, wie die derzeitige Hafen-Autobahn von Staus, Lärm und Abgasen befreit werden könnte: Sie wollen den Verkehr ausdünnen, die Bürgersteige verbreitern, Bäume pflanzen, Flaniermeilen für Fußgänger und Cafébetriebe schaffen.

Mehr noch, Palma soll sich wieder dem Meer öffnen. Denn sicherlich riegelt die sechsspurige Asphalttrasse wie eine Barriere die Stadt vom Ufer ab.

Witzig; ursprünglich war der Paseo in den 1950er Jahren errichtet worden, um der Stadt einen breiten Zugang ans Wasser zu bieten. Die Planungen gehen auf die 1930er Jahre zurück. Visionäre von damals, wie etwa Llorenç Villalonga, strebten dem Vorbild Nizza nach. Eine Promenade am Wasser sollte den Palmesanern die Möglichkeit geben, das Meer zu sehen und sogar darin zu baden.

Palma, so Villalonga, vertue wie ein „dummes Mädchen“ seine Zeit mit der Felsküste. Letztere wurden mit dem Paseo Marítimo tatsächlich erschlossen (und hinter Beton und Hochhäusern versteckt). Doch die einstigen Träume wurden nicht wahr. Wo ein Badegewässer sein sollte, ist heute Hafenbecken samt Yachten.

Dennoch würde Palma durch eine Verkehrsberuhigung des Paseo an Lebensqualität gewinnen. Der Verkehr müsste sich indes über die Ringautobahn wälzen, zum Nach-teil der dortigen Anwohner. Denn die Pläne für eine Straßenbahn am Paseo, die es auch einmal gegeben hatte, sind längst zerplatzt.

Autor: Alexander Sepasgosarian

 

16

05 2013