Entrada etiquetada ‘Meer’

Nicht übers Ziel hinausschießen

Die menschliche Gier scheint manchmal schier unermesslich zu sein, zumal sie von der bestehenden Wirtschaftsordnung auch noch nach Kräften gefördert wird. Das geht an Mallorcas Stränden nicht spurlos vorbei, die manche Scheichs und Oligarchen offenbar am liebsten allein für sich haben würden. Das spanische Küstenschutzgesetz aus den frühen Jahren der Demokratie ist sicherlich ein gutes Gegengewicht gegen solche Bestrebungen. Versuche, den Weg zum Strand mit einer Mauer zu versperren – so geschehen zum Beispiel vor einigen Jahren beim Grundstück einer bekannten deutschen Unternehmerin in Alcúdia oder vor wenigen Tagen an einem Privathaus neben dem Hotel Bendinat – können schnell ihrer Strafe zugeführt werden.

Auch die von Medien kolportierte Idee einer russischen Investorengruppe, rund um die Cala Varques sämtliche Grundstücke zu erwerben, damit die Bucht nur noch vom Meer aus erreicht werden kann, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Manche Umweltschützer würden das vielleicht sogar gut finden, doch das öffentliche Wegerecht ist auf diese Art nicht so leicht auszuhebeln.

Ob für die „Okkupation“ von Stränden mit Liegen und Sonnenschirmen durch Yachtbesitzer und ihr Hilfspersonal tatsächlich bis zu 100.000 Euro Bußgeld fällig werden, wie es eine vegane Kampfgruppe der Balearen-Regierung nahelegen will, ist allerdings eine andere Frage. So lange nicht die Bodyguards ausrücken, um Badegäste zu bestechen oder auf andere Art und Weise zu vertreiben, dürfte die Nutzung sich noch im grünen Bereich bewegen.

Nicht vergessen sollte man dabei, dass es um Gäste geht, die mit ihren Ausgaben weit über die derzeit aufblühende Nautikbranche hinaus für Umsätze und Arbeitsplätze sorgen. Keiner weiß das besser als die Mallorquiner. Dass sie dabei dennoch an ihre Würde denken, nötigt Respekt ab.

Autor: Michael Maier

08

09 2016

Ein sauberes Meer ist die beste Werbung

Die  Qualität derStrände ist das Pfund, mit dem Mallorca wuchert. Machen wir uns nichts vor, auch Partytouristen, Wanderurlauber und Radfahrer wollen sich auf der Insel ab und zu mal in die Fluten stürzen, von den klassischen Sonne-und-Strand-Gästen ganz zu schweigen. Die Sauberkeit des Wassers vor den Küsten muss natürlich stimmen, wäre das Mittelmeer dreckig, wäre dies schädlich fürs Tourismusgeschäft. Den Beitrag vollständig lesen →

14

07 2016

Mallorcas natürliche Ressourcen sind permanent überlastet

Das kritische Bewusstsein der Urlauber hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, da sind sich die Experten einig. Eine wachsende Zahl der Touristen setzt sich durchaus mit den Folgen des eigenen Tuns auseinander. Kein Wunder, dass es kaum noch Hotels gibt, in denen die Gäste nicht aufgefordert werden, ihre Handtücher mehrfach zu benutzen und dadurch Wasser zu sparen. Löblich ist auch, dass Mallorcas Hoteliers mit lokalen Produzenten kooperieren, um einerseits die lokale Wirtschaft zu stärken und andererseits den CO2-Ausstoß möglichst gering zu halten. Den Beitrag vollständig lesen →

29

01 2015

Mallorca braucht eine Baupolitik mit Weitsicht

Inseln haben es so an sich, dass ihr Territorium begrenzt ist. Wo sich andernorts immer noch eine grüne Wiese findet, auf der sich eine Reihenhaussiedlung aus dem Boden stampfen lässt, ist Bauland auf Mallorca rar. Besonders direkt am Meer ist der Siedlungsdruck enorm. 23 Prozent der Balearen-Küste sind laut Greenpeace mittlerweile zugebaut.

Ist das nun viel oder wenig? Im spanienweiten Vergleich gibt es sicher noch extremere Fälle der Verschandelung, wie etwa die Costa Blanca. Tatsache ist auch, dass Mallorca mit der Tramuntana über einen mehr als 100 Kilometer langen Küstenabschnitt verfügt, der noch weitgehend unverbaut ist. Das gilt auch für die Levante-Halbinsel im Nordosten und Teile der Südküste. Den Beitrag vollständig lesen →

11

09 2014

Bohrtürme in Sicht

Spät, aber nicht zu spät regt sich auf Mallorca Widerstand gegen die geplante Erkundung des Meeresbodens durch Ölkonzerne. Erfreulicherweise gehen auch Inselräte und Balearen-Regierung – alle in Händen der PP – nicht auf Parteikurs Madrid, sondern auf Abstand zu dem Projekt.

Die Vorstellung, dass sich um die Balearen eines Tages die Ölplattformen drängeln, ist in der Tat unerträglich. Nach Zwischenfällen in aller Welt wissen wir nun mal, dass die Ölförderung aus dem Meer mit erheblichen Risiken belastet ist. Für die Umwelt, im Fall der Balearen aber auch für die Ökonomie der gesamten Region. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte: ,

30

01 2014

Der ewige Spagat; was ist wichtiger: Umwelt oder Wirtschaft?

Dass Mallorcas Natur ein unbedingt schützenswertes Gut ist, das sehen mittlerweile selbst Bauunternehmer, Hoteliers und PP-Politiker so, nachdem auf der Insel jahrzehntelang weitgehend ohne Sinn und Verstand ganze Landstriche zubetoniert wurden. Es ist heute allgemein akzeptierter Konsens, dass Mallorcas Schönheit nicht zerstört werden darf. Denn davon lebt diese Insel nun einmal, die Jahr für Jahr fast zehn Millionen Touristen anlockt. Auf der anderen Seite braucht die Insel Investitionen. Die Touristenzonen müssen modernisiert werden, die Infrastruktur muss auf dem neuesten Stand sein, neue Attraktionen müssen her. Denn dass Mallorca im internationalen Wettbewerb den Anschluss verliert, kann auf der Insel auch niemand wollen.

Es ist ein fortwährender Spagat zwischen ökologischer Zurückhaltung und wirtschaftlicher Notwendigkeit, den die Entscheidungsträger auf der Insel vollführen müssen. Deshalb ist es von großer Bedeutung, die wirklich wichtigen Dinge nicht aus dem Blick zu verlieren. Im Fall des nun geplanten Ausbaus des Hafens von El Molinar stellt sich etwa die Frage, ob Mallorca tatsächlich 200 weitere Bootsliegeplätze braucht, wo es doch aktuell schon fast 20.000 gibt. Bereits jetzt herrscht an Sommertagen vor Mallorcas Küste ein solcher Verkehr, dass man sich bange fragt, wie lange die Umwelt das noch ertragen kann. Dazu kommt, dass der Nautiktourismus ein ausgesprochener Sommertourismus ist. Yachtbesitzer kommen nur, wenn es schön warm ist. Einen Beitrag zur Stärkung der Nebensaison leistet diese Art Tourismus nicht.

Genau das aber sollte das alles entscheidende Kriterium sein, wenn es darum geht, über die Sinnhaftigkeit eines touristischen Projektes zu befinden. Die Insel braucht ganz gewiss kein Wachstum mehr in den warmen Monaten. Von Mai bis Oktober ist Mallorca ohnehin praktisch ausgebucht. Unberührte Natur sollte auf Mallorca grundsätzlich nur noch dann geopfert werden, wenn zu erwarten ist, dass Urlauber in der Nebensaison angelockt werden. Das wäre ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen.

Autor: Jonas Martiny

14

11 2013

Ein Leben ohne Plastiktüte

Immer freitags ist in Can Picafort Markt – fast direkt am Meer. Wenn die Marktleute die Stände dann abbauen, bleibt ein weiteres Meer zurück: das der Plastiktüten. Die Stadtreinigung nimmt sich des Abfalls an, aber manchmal ist der Wind auch schneller: Massenhaft landen die Tüten dann in der Landschaft – oder gleich im Meer. Es ist zum Heulen.

Der Markt von Can Picafort ist nur ein Beispiel, wir könnten in jedem Inselort ein ähnliches finden. Plastiktüten gehören in Spanien noch immer zum Einkaufsalltag dazu. In der Apotheke sind die Pillen schneller in der Tüte, als man „no importa“ (nicht notwendig) sagen kann, und im Supermarkt liegen die Dinger ohnehin parat. Vielleicht nicht mehr an jeder Kasse, aber sicher in jeder Obstabteilung. Und wie wir jetzt wissen, sind die dünnen Tüten die schlimmsten.

Die EU-Kommission will den Plastikwahn jetzt in den Griff bekommen. Das wird auch Zeit. Ohne Gebühren und Verbote geht es nun mal nicht. Solange die Plastiktüten überall griffbereit liegen, nehmen wir sie auch. Geben wir’s doch zu: In solchen Situationen siegt die Bequemlichkeit über das Umweltgewissen nicht nur bei unverbesserlichen Umweltschweinen.

Wir auf Mallorca erleben die Auswirkungen der Tütenorgie hautnah. Etwa dann, wenn das wütende Meer die schier unverwüstlichen Dinger wieder ausspuckt und die Strände mit Plastikmüll übersät sind. Das ist auf einer Urlaubsinsel schlecht fürs Geschäft. Die restlichen Tüten im Meer werden nach und nach in kleinste Teile zerlegt und geraten in die Nahrungskette. Das ist dann ein Umwelt-Desaster.

Spanien hat also besonders viele Gründe, die Forderungen der EU-Kommission rasch umzusetzen. Hoffentlich lässt sich die Regierung Rajoy nicht zu viel Zeit dafür. (Warum eigentlich war es den EU-Mitgliedsländern bislang verboten, Plastiktüten zu verbieten?) Das Schönste daran: Niemand muss befürchten, dass seine Lebensqualität negativ beeinflusst wird. Finnen und Dänen zeigen, dass man auch ohne Plastiktüten leben kann.

Autor: Bernd Jogalla

07

11 2013