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„Wetten, dass ..?“ könnte auf Mallorca weiterleben

Aus Sicht der allermeisten Insel-Deutschen war „Wetten, dass ..?“ in der Stierkampfarena von Palma ein Top-Event. Wochenlang hat man in Bars und Cafés darüber geredet. Vorher ging es meist darum, wer denn auf der Couch sitzt oder wie man an Karten kommen kann, hinterher wurde fachmännisch die Show analysiert. Den Beitrag vollständig lesen →

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11

04 2014

Sonst spielt der Film woanders

Produktionsstandort par excellence – nicht nur für Film und Fernsehen, sondern zunehmend auch für Werbespots und -fotografie. Bei Mallorca kommen Branchenkenner ins Schwärmen: optimale Infrastruktur, fantastische Locations, eine (fast!) einmalige Fluganbindung nach ganz Europa und natürlich: das „unglaubliche Licht“. Neben ihrer Vielfalt wird auch die „Universalität“ der Motive gepriesen: Ein Spot aus Palma „spielt“ später genauso glaubhaft in Paris, London oder Rom.

Alles prima also – wenn, ja, wenn … nur das politische Klima auf der Insel wachstumsfreudiger wäre. Um diesen so lukrativen wie imageträchtigen Wirtschaftssektor – der 2011 zusätzliche 38 Millionen Euro auf die Insel spülte – in anhaltenden Krisenzeiten wettbewerbs- und ausbaufähig zu machen, müssen die Verantwortlichen im Parlament endlich mit den Filmschaffenden an einem Strang ziehen.

Das Gegenteil war in den vergangenen Jahren der Fall. Häufige Regierungswechsel mit dazugehörigen internen Prestige-Kämpfen führten dazu, dass „Errungenschaften“ der Vorgängerregierung auf dem Gebiet der „Filmförderung“ fast systematisch rückgängig gemacht oder zumindest sabotiert wurden. Trauriger Höhepunkt: Die öffentliche „Schlammschlacht“ 2012 um die Nichtrückzahlung schriftlich (!) zugesagter 150.000 Euro an die Producer von „Cloud Atlas“ (Kosten des Films: 100 Millionen Euro), der auch auf Mallorca gedreht worden war. Der Image-Schaden, so Branchen-Kenner, halte bis heute an, habe sich auf ganz Spanien ausgeweitet.

Bleibt zu hoffen, dass das lange angekündigte Mediengesetz, „la ley de impulso al sector audiovisual“, wirklich im September verabschiedet wird. Um international konkurrenzfähig zu sein, muss Mallorca finanzielle Anreize für Producer bieten. Auch wenn solche „incentivos“ die Werbebranche weniger betreffen: Dass dafür in all den Jahren keine legale Basis geschaffen wurde, ist beschämend. Und die Konkurrenz (Serbien/Kroatien, Griechenland) wächst. Filmschaffende aller Couleur müssen sich auf dieser Insel willkommen und unterstützt fühlen. Sonst „spielt“ der Film ganz schnell woanders.

Autorin: Susanne Petersen

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05

09 2013

Von schlechten und guten Nachrichten über Mallorca

In Cala Rajada wird eine Urlauberin vergewaltigt, an der Playa de Palma rauben Prostituierte betrunkene Freier aus, in Magaluf verprügelt ein tätowierter Bodybuilder unschuldige Passanten. Willkommen in der mallorquinischen Hochsaison. Nicht nur Krawallblätter produzieren derzeit negative Schlagzeilen über Mallorca.

Sie sind selten übertrieben. Diese Dinge geschehen tatsächlich, und sie geschehen viel zu häufig. Dennoch entsteht ein schiefes Bild über Mallorca. Das hängt zum einen damit zusammen, dass lokale News auf Mallorca schnell auch News in London oder Berlin sind und dann das Image einer ganzen Urlaubsdestination verzerren.

Zum anderen übertünchen die Nachrichten über die Auswüchse in einigen Touristenzentren die Tatsache, dass Jahr für Jahr zehn Millionen Gäste auf Mallorca so Urlaub machen können, wie man sich das vorstellt – fröhlich, friedlich und in Sicherheit. In Alcúdia, in Peguera, Cala Millor und vielen anderen Orten. Selbst an der Playa de Palma.

Wir vom Mallorca Magazin werden nicht selten gebeten, doch die negative Berichterstattung bleiben zu lassen. Im Sinne von: Ihr sägt doch am eigenen Ast …

Das kann nicht die Lösung sein. Wenn es auf Mallorca negative Entwicklungen gibt, so müssen sie auch benannt werden. Denn nur durch öffentlichen Druck werden Gesetzgeber, Justiz und Polizei gezwungen, aktiv zu werden und eventuelle Missstände zu beenden.

Vor allem in einigen Ecken der Playa de Palma und in Magaluf läuft derzeit einiges aus dem Ruder. Die Polizei versucht zu reagieren, zeigte in den vergangenen Tagen viel Präsenz. Das ist richtig und wichtig, denn wenn sich in einer Gegend die kleine Kriminalität erst einmal wohlfühlt, kommt nicht selten die große nach.

Unser Gesamtbild von Mallorca können die Zwischenfälle nicht trüben. Wir wissen, wie die Insel wirklich ist, und versuchen, ein ausgewogenes Bild zu zeichnen. Ausgewogen bedeutet in diesem Falle überwiegend positiv. Das sind wir Mallorca schuldig.

Autor: Bernd Jogalla

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24

06 2013