Entrada etiquetada ‘Immobilien’

Wer Mieter in Spanien ist, hat weiter schlechte Karten

Spanien ist anders als Deutschland bekanntlich kein Land der Mieter. Wer hier in einer Wohnung lebt, ist in der Regel das ganze Leben dabei, diese im Schweiße seines Angesichts abzubezahlen, wenn es ihm denn überhaupt je gelingt. Dass jetzt die sozialistische Zentralregierung in Madrid an der früher kaum beachteten Mieterfront überhaupt aktiv wird, liegt sicher daran, dass es diese Menschen derzeit sehr schwer haben. Die Mieten steigen nach dem Ende der bleiernen Wirtschaftskrise seit Jahren rasant an im Staate Spanien, und erst recht ist das auf Mallorca der Fall. Jetzt dürfen also Vermieter nicht mehr unbeschränkt hohe Kautionen verlangen. Bravo! Und die Verträge – sie sind hier grundsätzlich befristet – haben wieder eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren. Auch das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Doch all das täuscht über die Tatsache weg, dass man in Spanien als Mieter den Vermietern gnadenlos ausgeliefert ist, zumal die nun beschlossene Gesetzesänderung keine Mietpreisbremse vorsieht. Wenn etwa ein Wasserhahn defekt ist oder die Fenster undichter werden, kommt es durchaus vor, dass Immobilienbesitzer einem ins Ohr flöten, dass man das doch bitteschön selber bezahlen müsse oder – wenn einem das nicht passe – gleich die Wohnung verlassen solle. Die weiterhin mieterunfreundliche Rechtslage und die starke Nachfragen nach solchen Wohnungen lassen deren Besitzer zunehmend überheblich werden. Sicher: Einige Intelligentere unter ihnen wissen, dass nach für sie guten Zeiten schnell auch wieder schlechtere Zeiten kommen können. Sie verhalten sich also weiter anständig, so schwer es manch einem von ihnen zuweilen auch fällt.

Das Thema Mieten zeigt, genauso wie beispielsweise auch die popelige Arbeitslosenunterstützung, dass Spanien halt – vom gut funktionierenden Gesundheitswesen mal abgesehen – alles andere als ein stringent durchstrukturierter Sozialstaat ist. Es bleibt also noch allerhand zu tun, um an mittel- oder nordeuropäische Zustände auch nur entfernt heranzukommen.

Autor: Ingo Thor

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01 2019

Welche Meeresfront ist Palma zu wünschen?

Im Atelier des Architekten Pere Nicolau, der auch den Flughafen von Palma errichtete, ist ein Entwurf zu sehen für Palmas Filetstück, die Meeresfront der Balearen-Metropole. Gemeint ist der Landstreifen zwischen Altstadtmauer, Gesa-Hochhaus und Kongresspalast, sprich jener Bereich, den jeder Ankömmling zu sehen bekommt, wenn er sich vom Flughafen her der Stadt nähert. Das Areal steht entsprechend für den ersten Eindruck, ist die Visitenkarte Palmas schlechthin.

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27

09 2018

Vergabe von Lizenzen für Ferienvermietung könnte sich hinziehen

Nun also ist es so weit: Ab Montag können Haus- und Wohnungseigentümer wieder Lizenzen beantragen, um ihre Immobilie dauerhaft oder zeitweise an Urlauber zu vermieten. Ein Jahr lang – die Inselbehörden tüftelten in dieser Zeit an ihren Regelungen – hatten sie darauf warten müssen. Dass die Ferienvermietung auf Mallorca nun endlich geregelt ist, ist zunächst einmal begrüßenswert. Der rasant wachsende Sektor hatte die Insel in den vergangenen Jahren geradezu überrollt.Hitzige Debatten über seine Auswirkungen auf das Zusammenleben zwischen Urlaubern und Einheimischen, die Geschäftsstruktur, vor allem aber den Mietmarkt, waren die Folge. Ob und inwieweit der extreme Anstieg der Wohnungspreise wirklich auf Airbnb und Co. zurückzuführen ist, kann bis heute keiner genau sagen. Dass es aber einer Regelung dringend bedurfte, da waren sich trotzdem die meisten einig. Den Beitrag vollständig lesen →

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26

07 2018

Die Besetzung der ehemaligen Becker-Finca und die Folgen

Mit illegalen Hausbesetzungen hatten wir es auf Mallorca in den vergangenen#Monaten reichlich zu tun. Der Extremfall war sicherlich die Inbesitznahme eines Chalets durch einen kriminellen Clan. Nur mit viel Mühe und Glück ist der Deutsche wieder in sein eigenes Haus gekommen. Nun also wieder: Gleich eine ganze Finca ist besetzt durch ein deutsches Hippie-Pärchen. Obendrein eine Finca, die mal einem Tennisstar gehörte, oder einer Firma, an der er Anteile hielt, wer weiß das schon genau. Den Beitrag vollständig lesen →

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31

05 2018

Verbot der Ferienvermietung wird Wohnungsnot nicht beenden

Es war zu erwarten: Das Linksbündnis in Palma wird das Verbot der privaten Ferienvermietung in Mehrfamilienhäusern aufrechterhalten. Die harte Gangart von PSOE & Co. wird weitreichende Konsequenzen haben, und zwar nicht nur in der gewünschten Form. Obwohl noch nie erlaubt, hat sich diese Urlaubsform gerade in Palma fest etabliert, ist zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Standbein geworden. Nicht nur für die Vermieter – ihre Gäste sind in Geschäften und Restaurants gerne gesehen. Den Beitrag vollständig lesen →

26

04 2018

So manches historische Landgut steht vor dem Besitzerwechsel

Die Tragik klingt in jedem Gespräch an. Auf der einen Seite werden die Eigentümer historischer Landgüter nicht müde, die Vorzüge ihrer Anwesen zu loben. Die Liebe zum Herrenhaus und zum Land drumherum, meist seit vielen Generationen in Familienbesitz, manifestiert sich in unzähligen Anekdoten. Den Beitrag vollständig lesen →

19

04 2018

Mehr Rechtssicherheit für Hauseigentümer

Hauskäufer, besonders die ausländischen, sind für Mallorcas Wirtschaft wichtig. Sehr wichtig. Umso mehr sollten sie geschützt werden, wenn ihr rechtmäßig erworbenes Eigentum bedroht wird. Wenn sich fremde Leute im Haus breitmachen, während man in Deutschland, England oder Schweden weilt, muss es Mittel und Wege geben, diese Herrschaften möglichst schnell wieder zum Verlassen des Hauses zu bewegen. Wohlgemerkt, in Fällen, in denen die Sachlage klar ist. In anderen Zusammenhängen gibt es durchaus gute Gründe, Menschen nicht sofort aus ihrem (einzigen) Haus herauszuschmeißen, weil sie etwa ihre Miete oder Hypothek nicht mehr bezahlen können, aber keine andere Unterkunft haben. Dass das spanische Gesetz in solchen Fällen einen gewissen Schutz bietet, ist gut und richtig. Den Beitrag vollständig lesen →

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02 2018

Die Ferienvermietung bedarf sicherlich einer Regulierung – nur wie?

Nun also ist es da, das Verbot der Ferienvermietung in Mehrfamilienhäusern. Neu ist es nicht. Es wurde in Ermangelung von Kontrollen bisher nur nicht umgesetzt. Und so hat sich in den vergangenen Jahren ein florierender Markt entwickelt, der vor allem touristischen Zentren wie Palma oder Ibiza-Stadt ordentlich zugesetzt hat. Die Mieten sind gestiegen, der Wohnraum ist knapp geworden. Aber ist daran wirklich nur die Ferienvermietung schuld? Wohl eher nicht. Mallorca und die Nachbarinsel boomen nunmal. Und dank der wiedererstarkten Wirtschaft hat es in den vergangenen Jahren auch viele Arbeitskräfte auf den Archipel gezogen. Auch sie sind auf einen Mietmarkt gedrängt, den es eigentlich nie wirklich gab und der über Jahre vernachlässigt wurde. Der Spanier hat eben immer lieber gekauft als gemietet. Die Alleinschuld an der Situation trägt die Ferienvermietung sicherlich nicht. Den Beitrag vollständig lesen →

10

08 2017

Ist die private Ferienvermietung wirklich an allem schuld?

Es war einmal … eine Urlaubsinsel, die ihr touristisches Angebot genau unter Kontrolle hatte. Denn die Tourismuspolitik wurde von Hoteliers für Hoteliers gemacht. Und so gab es Hotels – und sonst nichts. Keine Ferienhäuser, kein Bed & Breakfast, keine Campingplätze. Nada. Den Beitrag vollständig lesen →

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13

04 2017

Nicht jedes Viertel muss. cool und trendy sein

Vielleicht lässt sich nirgendwo in Palma so deutlich erkennen, was Experten meinen, wenn sie von Gentrifizierung sprechen, wie in dem einstigen Arbeiterviertel Santa Catalina. Dort, wo früher einfache Leute wohnten, wo die bei vielen Spaniern nach wie vor skeptisch beäugten „Gitanos“ unterwegs waren, da kann man heutzutage eigentlich nur noch leben, wenn man sehr viel Geld auf der hohen Kante hat. Kauferlöse jenseits der Millionengrenze für Wohnungen sind dort keine Seltenheit und auch die Mietpreise sind in den letzten Jahren explodiert. Den Beitrag vollständig lesen →

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02

03 2017