Entrada etiquetada ‘Hotels’

Magaluf & Co.: Auch der Staat muss investieren

An der Playa de Muro oder in Cala Millor, in Peguera oder Es Trenc: Hunderttausende von Urlaubern genießen den Sonnen-Sommer von Mallorca – und machen damit keine Schlagzeilen. Die waren in den vergangenen Tagen für Magaluf reserviert. Drogen, Alkohol-Exzesse, ein Sex-Video – wieder mal gerät ganz Mallorca in den Sog einer Party-Hochburg. Politik und Wirtschaft sorgen sich um das Image einer Insel, die es nicht schafft, die Auswüchse eines kleinen Tourismus-Segments in den Griff zu bekommen. Dabei sind es die Geister, die man selber rief, weil man allzu lange untätig blieb. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte: , ,

10

07 2014

Die neuen Benimmregeln geben Anlass zur Hoffnung

Das Maß ist offensichtlich voll, die Stadt Palma will jetzt tatsächlich Ernst machen. Die neue „Verordnung für zivilisiertes Verhalten“ ist in Kraft, und die Entscheidungsträger scheinen entschlossen, den dunklen Punkten des Mallorca-Tourismus nun endgültig den Kampf anzusagen. Eimersäufer, nackte Oberkörper, Müllberge, Schnapsleichen auf der Parkbank oder kriminelle Hütchenspieler, damit soll bald Schluss sein. „Diese Art von Tourismus wollen wir hier nicht“, sagt der verantwortliche Dezernent im Rathaus. So deutliche Worte gab es noch nie. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte: , ,

22

05 2014

Eine gute Adresse, aber der Borne ist noch lange nicht perfekt

Der Borne in Palma ist nicht irgendeine Straße. Er hat eine reiche Geschichte, und er ist strategisch wichtig gelegen – über ihn betritt man das Zentrum, er ist das Foyer unserer „Ciutat“.

Die Geschäftswelt hat den Wert der Flaniermeile erkannt. Wer Rang und Namen hat, versucht sich am Borne anzusiedeln, für inzwischen astronomische Summen. Daran ist zunächst nichts auszusetzen – warum soll Palma nicht seine „Goldene Meile“ haben? Palma darf ruhig ein bisschen Glamour verströmen, und der Borne ist eine gute Adresse dafür. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte: , ,

27

02 2014

Nach dem Jahr der Rekorde: Dahin geht die Reise

Nicht mehr mitten in der Krise, aber auch noch nicht raus aus derselbigen: 2013 war ein klassisches Transitjahr für Mallorca, geprägt von einem Besucherrekord und hohen Ausgaben der Touristen. Mehr als elf Millionen Touristen haben im vergangenen Jahr 10,5 Milliarden Euro auf der Insel ausgegeben. Dafür, dass es auch 2014 weitere Rekorde auf Mallorca geben wird, können drei Trends sorgen.

1. Palma wird zum Ganzjahresziel

Dank der Flexibilisierung der Öffnungszeiten werden viele Geschäfte der Balearenhauptstadt künftig häufiger an Feiertagen und Wochenenden geöffnet haben. Für gut betuchte Kurzurlauber wird Palma ohnehin attraktiver, immer mehr kommen aus Skandinavien. Drei Boutique-Hotels haben in diesem Jahr im Zentrum eröffnet, auch aus dem ehemalige Hafenamt auf der alten Mole soll eine schicke Übernachtungsstätte werden. Schwedische Investoren  wollen das ehemalige Telekomgebäude am Paseo Borne erwerben. Gut möglich, dass es auch dort bald ein Hotel gibt.

2. Der Sporttourismus boomt

Ein Rekord jagt in diesem Segment den anderen. Der TUI-Marathon hat im vergangenen Jahr die Zahl von 10.000 Teilnehmern geknackt, für 2014 vermeldet der Thomas Cook Ironman 70.3 rund 3500 Athleten, so viel wie kein anderer „Ironman“ weltweit. 2014 wird es erstmals einen Ironman über die Volldistanz geben, auch die weltweit bekannte „Challenge“ macht erstmals Station auf der Insel. Flankiert wird das Ganze von lokalen Sportevents wie einer Triathlon- und Duathlon-Serie sowie diversen Radrennen. Sport auf der Insel ist angesagt, Tendenz: Das Ende ist noch nicht erreicht.

3. Die Playa de Palma wird schicker

Nach den ersten Hotels rüstet Palmas Strandmeile auch in der ersten Linie auf. Die 14 Balnearios werden einen neuen Look bekommen, der klar Richtung edel geht. Der Party-Tourismus behält zwar seine Epizentren, wird aber räumlich eher eingeschränkt. Mehr und mehr werden Bali-Liegen und Lounge-Atmosphäre statt Plastikbestuhlung mit Sangría-Eimern dominieren.

Autor: Thomas Zapp

02

01 2014

Hotelmitarbeiter dürfen nicht leer ausgehen

Die wütenden Reaktionen, vor allem auf den Internetseiten der Zeitungen, ließen nicht lange auf sich warten. Nein, das Volk hat kein Verständnis für das Ansinnen der Hoteliers, bei den Tarifverhandlungen auf eine Nullrunde zu setzen. Zuvor war dem Volk nämlich ein ums andere mal erklärt worden, wie toll die touristische Saison gelaufen ist. Wenn nicht nach einer Rekordsaison, wann dann wird es jemals wieder etwas mehr in die Lohntüte geben?

Wir haben inzwischen zwar gelernt, dass Touristenmassen nicht mehr gleichzusetzen sind mit einer hohen Rendite, aber jetzt übertreiben es die Hoteliers. Es war eine Top-Saison, und die haben sie auch ihren Mitarbeitern zu verdanken, die zurecht ein Stück vom Kuchen verlangen. Die Zahl der Insulaner, die kein Auskommen mit dem Einkommen haben, ist sowieso schon viel zu hoch.

Hinzu kommt, dass das Vorhaben der Hoteliers Schule machen wird. Schon meldet sich die Gastronomie zu Wort. Auch bei ihr müssten die Gehälter eingefroren werden, denn ihr gehe es ja viel schlechter als den Hotellerie (was übrigens stimmt).

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige Unternehmer die Krisenstimmung nutzen, um die Gehälter zu drücken, und zwar ganz unabhängig von ihrem wirtschaftlichen Ergebnis.

Dieses Verhalten ist Ausdruck des zementierten Misstrauens zwischen Unternehmern und Beschäftigten in Spanien. Es gibt „die da oben“ und „die da unten“, aber kein Verständnis für Lage des jeweils anderen. An diesem schlechten Verhältnis sind im Übrigen nicht nur Arbeitgeber, sondern auch die Gewerkschaften schuld, die häufig allzu betonköpfig agieren. Angesichts dieser Konfrontation können wir uns schon jetzt auf Streiks zu Beginn der Saison einstellen.

In Spanien herrscht Krise, viele Betriebe stehen auf der Kippe. In dieser Situation können auch Nullrunden angezeigt sein. Aber wenn es wieder läuft, dürfen die Arbeitnehmer nicht leer ausgehen. So wie in diesem Jahr in den mallorquinischen Hotels.

Bei Tarifverhandlungen in Krisenzeiten ist besonderes Augenmaß gefragt. Bei denen da unten – und bei denen da oben.

Autor: Bernd Jogalla

12

12 2013

Gegen den Winter auf Mallorca scheint kein Kraut gewachsen

Mallorca ist eine Sonneninsel, aber eben nur im Sommer. Im Winter läuft in Sachen Tourismus so gut wie nichts. Nach einem Rekordsommer steht dem Eiland allen Prognosen zufolge eine frostige Depression ins Haus. Sie soll noch verheerender ausfallen als im Vorjahr. Das heißt, noch mehr geschlossene Hotels, noch weniger Flugverbindungen, vermutlich noch mehr geschlossene Läden und Lokale, und wohl auch noch mehr Arbeitslose?!

Eiszeit.

Die Verantwortlichen im Tourismusbereich – Unternehmer, Gewerkschaften, Politiker – haben es nicht geschafft, die saisonale Abhängigkeit von den Sommermonaten zu verringern. Mallorca als Ganzjahresziel mit ausgewogene(re)n Tourismusströmen? Was die Kanaren vormachen, das bekommen die Balearen nicht hin. Liegt es nur an der Sonne, die über dem entfernten Atlantik das ganze Jahr über lächelt? Oder läuft hier, auf Mallorca, Menorca, Ibiza, zu viel falsch?

Möglich, dass alles auf den Prüfstand gehört. Die bisherige Praxis der „Fijos discontinuos“, der festangestellten Saisonkräfte, sechs Monate beschäftigt, sechs Monate arbeitslos, wirkt antiquiert. Es hat keinen Sinn, mit staatlichen Mitteln Arbeitslosigkeit zu finanzieren anstelle von Beschäftigung. Die Politik sollte jene Unternehmer fördern, die ihre Betriebe im Winter geöffnet halten. Das könnten Steuererleichterungen sein oder Abschläge bei der Sozialversicherung. Ist es nicht besser, die Gesellschaft bezahlt dem Kellner, dem Koch, dem Zimmermädchen ein Gehalt – statt Arbeitslosengeld?

Ansätze dieser Art hat es in Madrid bereits gegeben, aber der große Wurf ist der Politik nicht gelungen. Stattdessen stehen die Inseln im Verhältnis finanziell schlechter da als die meisten anderen Regionen in Spanien.

Anders als früher können sich die Parteien noch nicht einmal gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, denn Palma und Madrid werden von ein und derselben Couleur regiert. Was bringt’s? Nichts.

Und das Desaster mit dem Kongresspalast? Wer will darüber noch ein Wort verlieren? Es ist zum …

Autor: Alexander Sepasgosarian

31

10 2013