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Der Flughafenvorfall, bei dem alles schief ging

Der Vorfall hätte, wäre er im August mit den vielen Flügen passiert, nach Expertenmeinung den gesamten westeuropäischen Flugverkehr kollabieren lassen können. Doch die Landung einer Maschine der Fluggesellschaft Air Arabia Maroc und die Flucht von mehr als 20 illegalen maghrebinischen Migranten wurde an einem Freitagabend im November erzwungen. „Nur” Hunderte Passagiere anderer annullierter oder umgeleiteter Flüge kamen in Schwierigkeiten. Herbeigeführt worden war das Ganze wahrscheinlich durch einen simulierten gesundheitlichen Vorfall.

Das Vorkommnis wirft ein Schlaglicht auf das anhaltend ernste Migrationsproblem, wie man jetzt auch an der Grenze von Weißrussland mit Polen wieder sieht. Ein Flugzeug wurde von Wirtschaftsflüchtlingen zur Landung gezwungen, um illegal in die EU zu gelangen. Bei den Migranten handelte es sich laut neuen Erkenntnissen nicht um harmlose Kerle, die die Gunst der Stunde nutzten. Sie gaben sich in dem Jet offenbar so aggressiv, dass die Besatzungsmitglieder Angst davor bekamen, nach der Abholung des mutmaßlichen Simulanten die Türen zu schließen. Hinzu kam, dass Polizisten den Airbus nicht umstellt hatten, um eine Flucht zu verhindern, eigentlich eine Pflichtaufgabe bei einem Flugzeug in einer solchen Konstellation. Doch damit nicht genug: Man ließ zu, dass einige Illegale auf Fähren zum Festland entkamen. Auch über den Zaun, der den Airport eigentlich hermetisch abschirmen muss, waren sie ohne größere Probleme gelangt. Eine wenig überzeugende Figur machte in dieser Angelegenheit auch die Delegierte der spanischen Zentralregierung auf Mallorca, die Sozialistin Aina Calvo. Von Fehlern bei der Koordination der Sicherheitskräfte während des Vorfalls wollte sie nichts wissen.

Die Lage ist zu ernst, um einen solchen Vorfall zu verharmlosen. Um dem Problem beizukommen, müssen in den betroffenen Staaten Voraussetzungen geschaffen werden, die den Anreiz, fliehen zu wollen, mindern. In dieser Hinsicht sind die entwickelten Ländern gefordert.

Autor: Ingo Thor

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Die Flüchtlingskrise und das Ansehen Deutschlands

Kein Abend ohne Miguel Ángel García Rodríguez. Der Berlin-Korrespondent des staatlichen Fernsehens ist seit Tagen unverzichtbar für die Hauptnachrichtensendung im ersten spanischen Programm. Er erklärt das deutsche Management der Flüchtlingskatastrophe, kommentiert die Bilder aus Hauptbahnhöfen und Übergangsheimen. Berichtet darüber, dass Deutschland in diesem Jahr 800.000 Flüchtlinge erwartet, dass die Regierung sechs Milliarden Euro bereitstellt, dass Merkel gesagt hat, „Wir schaffen das!“. García ist ein erfahrener Kollege mit der gebotenen Distanz zum Sujet, und doch hören wir eine gewisse Bewunderung heraus. Den Beitrag vollständig lesen →

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09 2015