Entrada etiquetada ‘Bauprojekte’

Visionen müssen erlaubt sein

Wem ist das schon einmal aufgefallen? Alle Sitzgelegenheiten in der niedrigen Mauer sind landeinwärts ausgerichtet. So, als ob die Besucher alle nur partout zur Kathedrale blicken wollen. Jemand, der hingegen sitzend die Weite des Horizonts genießen möchte? No way!

Überhaupt ist das Mäuerchen auf dem autobahnartigen Abschnitt, der den Parc de la Mar im Winkel der Alten Mole vom Hafen und dem Meer abtrennt, ein schauerliches Machwerk: Die Aussparungen, die offensichtlich einmal als Blumenbeete dienen sollten, gähnen leer; eine Unterführung, mit der man vom Park aus auf die Seeseite gelangen könnte, ist seit Jahren verrammelt; der Radweg am Wasser neben-an hat gefährliche Winkel, zusätzlich muss man aufpassen, mit dem Lenker nicht am Metallgeländer hängen zu bleiben. Fazit: Eine komplette Fehlplanung. Den Beitrag vollständig lesen →

03

09 2015

Der schwierige Weg zum Konsens

Wenn es auf Mallorca eine richtungsweisende Entscheidung zu treffen gilt, dann wollen sie alle mitreden: Politiker, selbst ernannte und echte Experten, Interessensverbände und Lobbygruppen, Gewerkschaften, Anwohner, Nachbarschaftsvereine und Umweltschützer. Meist – eigentlich fast immer – gehen die Meinungen weit auseinander und die Entscheidungsfindung zieht sich dementsprechend zäh in die Länge. Sobald ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch liegt, gibt es üblicherweise zu allererst einen lauten Aufschrei. Dann zählen Kritiker all die Dinge auf, die gegen das Vorhaben sprechen und deretwegen es auf gar keinen Fall umgesetzt werden kann. Den Beitrag vollständig lesen →

05

03 2015

Die Playa de Palma wird modernisiert. Zu sehen ist (noch) wenig

Abfeiern mit dem Ballermann-Partyvolk, bei reichlich Schlagermusik und noch mehr Bier. Danach den Rausch ausschlafen im ebenso stillen wie gediegenen Hotelzimmer der Fünf-Sterne-Kategorie. Das könnte klappen. So sehen es zumindest Unternehmer, die derzeit gut 100 Millionen Euro investieren, um an der Playa de Palma Luxushotels zu errichten, in zweiter Reihe, nicht weit weg von Bierkönig, Bier- und Schinkenstraße, Mega-Park. Wer feste feiert, will vielleicht auch feinst logieren, so er die Geldbörse entsprechend prall führt. Nicht jeder, der auf Jürgen Drews, Mickie Krause und Ikke Hüftgold steht, muss deshalb ein Billigheimer sein und in der Billigbutze nächtigen. Den Beitrag vollständig lesen →

02

12 2014

Hoffentlich mehr als gute Absichten

Absichtserklärungen mallorquinischer Politiker haben es so an sich, vergleichsweise wenig darüber auszusagen, was denn nun tatsächlich geschehen wird – besonders dann, wenn eine Wahl bevorsteht, wie im kommenden Mai. Vor diesem Hintergrund ist der nun der Öffentlichkeit vorgestellte Entwurf des neuen Flächennutzungsplans der Stadt Palma zu sehen. Eine Straßenbahn vom Flughafen zum Hafen wird es vorerst wohl nicht geben. 170 Millionen Euro wird die Stadt auf absehbare Zeit ganz gewiss nicht übrig haben. Das ist schade, wäre die Anbindung des Flughafens an die Innenstadt per Tram doch ein Riesenfortschritt – und im Vergleich zur unsäglichen Metro durchs Gewerbegebiet auch noch sehr sinnvoll. Den Beitrag vollständig lesen →

23

10 2014

Mallorca braucht eine Baupolitik mit Weitsicht

Inseln haben es so an sich, dass ihr Territorium begrenzt ist. Wo sich andernorts immer noch eine grüne Wiese findet, auf der sich eine Reihenhaussiedlung aus dem Boden stampfen lässt, ist Bauland auf Mallorca rar. Besonders direkt am Meer ist der Siedlungsdruck enorm. 23 Prozent der Balearen-Küste sind laut Greenpeace mittlerweile zugebaut.

Ist das nun viel oder wenig? Im spanienweiten Vergleich gibt es sicher noch extremere Fälle der Verschandelung, wie etwa die Costa Blanca. Tatsache ist auch, dass Mallorca mit der Tramuntana über einen mehr als 100 Kilometer langen Küstenabschnitt verfügt, der noch weitgehend unverbaut ist. Das gilt auch für die Levante-Halbinsel im Nordosten und Teile der Südküste. Den Beitrag vollständig lesen →

11

09 2014

Der Kongress tanzt noch lange nicht

Die Bauarbeiten am Kongresspalast in Palma gehen weiter. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Das Prestigeobjekt wird den Steuerzahler noch viele, viele Millionen kosten, und ein künftiger Betreiber ist auch nicht in Sicht.

Augen zu und durch. Das ist die Devise von Balearen-Regierung und Stadtverwaltung, und sie haben auch gar keine andere Wahl. 80 Millionen Euro sind schon verbaut, und ein Abriss – von der Partei Més allen Ernstes vorgeschlagen – würde eine weitere zweistellige Millionensumme verschlingen. Zum Weiterbau gibt es also keine Alternative. Den Beitrag vollständig lesen →

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17

07 2014

Es Jonquet: Binsenweisheiten aus dem „Kleines Schilf“

Es Jonquet ist eines jener Viertel von Palma, in das sich früher kein Pauschaltourist hineingetraut hätte. Drogen, finstere Gestalten, Dreck, Verfall. Das Besondere an dem Quartier auf dem Mühlenhügel von Palma: Es liegt nicht innerhalb der historischen Altstadtmauern, sondern davor. Denn das Viertel gehörte lange gar nicht zu Palma.

Und dennoch ist es heute eines der ältesten der Stadt, und auch eines der malerischsten. Es ist eine Schande, dass die Mühltürme, das Wahrzeichen des Viertels, so dermaßen vom Verfall bedroht sind. Wie gerne würden Besucher dort einmal auf der Terrasse sitzen und mit Blick auf den Hafen einen Kaffee trinken wollen?! Den Beitrag vollständig lesen →

03

07 2014

Mallorcas Umweltschützer halten sich vom Parteiengezänk fern

Politiker genießen in vielen Ländern nicht gerade besonders hohes Ansehen. In Deutschland etwa schneidet die Berufsgruppe bei Meinungsumfragen seit Jahren ziemlich schlecht ab. Auch der Ruf der spanischen Politiker ist nach unzähligen Korruptionsskandalen weitgehend ruiniert. Dass sich Nichtregierungsorganisationen vom Parteiengezänk möglichst fernhalten wollen, ist also kein Wunder. Der GOB zum Beispiel, der in diesen Tagen seinen 40. Geburtstag feiert, achtet penibel darauf, sich von keiner Partei vor den Karren spannen zu lassen. Mit Erfolg. Es gibt nur wenige andere Organisationen auf Mallorca, die flächendeckend respektiert werden wie der GOB.

Ohne Teilnahme am politischen Betrieb können Mallorcas Umweltschützer ihren Idealen treu bleiben und Klartext reden, müssen keine Kompromisse eingehen und keine Rücksicht nehmen. Auch Versuche, führende Mitglieder in Skandale zu verwickeln, schlugen bislang immer fehl. Auf diese Weise hat der GOB über 40 Jahre seine Glaubwürdigkeit bewahrt. Nur so war es dem einst von Vogelkundlern gegründeten Verein möglich, Umweltthemen den hohen Stellenwert zu verschaffen, den sie heute auf der Insel haben. Wie man den Forderungen der Umweltschützer auch gegenüberstehen mag – niemand hat für den Erhalt des ursprünglichen Mallorca mehr geleistet als der GOB.

Die Stärke der mallorquinischen Umweltschutzbewegung ist jedoch zugleich auch ihre größte Schwäche. Denn in Mallorcas Parteienlandschaft finden die Themen des GOB längst nicht den Niederschlag, der ihnen eigentlich gebührt. Zwar kommt heute keine Partei auf der Insel mehr daran vorbei, Umweltthemen in ihrem Grundsatzprogramm aufzugreifen. Mallorcas Grüne aber kommen über den Status einer Splitterpartei nicht hinaus. So sinnvoll der Einsatz des GOB auch ist, so groß seine Verdienste auch sein mögen – die wirklich wichtigen Entscheidungen fallen eben doch noch immer im Balearen-Parlament.

Autor: Jonas Martiny

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11 2013