Entrada etiquetada ‘Arbeitsmarkt’

Qualität ist genauso wichtig wie Quantität

Die gute Nachricht vorweg: Der Arbeitsmarkt in Spanien erholt sich zusehends. Alleine in Palma verringert sich die Arbeitslosenzahl jeden Monat, und das seit über vier Jahren. Seit Ende 2015 ist sie um ganze 14 Prozent gesunken. Jetzt erwartet Mallorca wieder eine Rekordsaison und etliche Unternehmen begeben sich – zum Teil vor Ort – auf die Suche nach qualifiziertem Personal. Den Beitrag vollständig lesen →

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12

01 2017

Es gibt keine schnelle Lösung

Vielleicht liegt es am mediterranen Klima, dem strahlenden Sonnenlicht, der ausgelassenen Art der Spanier, insbesondere der jungen Spanier, auch auf Mallorca. Wenn man sieht, wie sie auf den Dorffesten und sommerlichen „Verbenas“ zu Hunderten und Tausenden zusammenströmen, sich gegenseitig, insbesondere das andere Geschlecht, beäugen und gemeinsam die Leichtigkeit des Daseins feiern, dann erscheint diese Gesellschaft vital, fröhlich und beneidenswert sorgenfrei. Den Beitrag vollständig lesen →

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22

10 2015

So richtig entschlossen rüttelt niemand am Tourismusmodell

Wer ehrlich ist, muss zugeben, dass die bisherigen Anstrengungen um die Belebung der Nebensaison auf Mallorca keinen Erfolg hatten. All die schönen Vorhaben, all die Sonntagsreden, all die Absichtserklärungen haben nichts gebracht. Auch in diesem Winter werden 90 Prozent aller Hotels geschlossen sein, die Zahl der Passagiere an Palmas Flughafen lag im vergangenen Winter unter der des Winters 1999, die Zahl der Saisonarbeiter steigt von Jahr zu Jahr. Kurzum: Das Gefälle zwischen Haupt- und Nebensaison ist so groß wie noch nie und eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Den Beitrag vollständig lesen →

30

10 2014

Hotelmitarbeiter dürfen nicht leer ausgehen

Die wütenden Reaktionen, vor allem auf den Internetseiten der Zeitungen, ließen nicht lange auf sich warten. Nein, das Volk hat kein Verständnis für das Ansinnen der Hoteliers, bei den Tarifverhandlungen auf eine Nullrunde zu setzen. Zuvor war dem Volk nämlich ein ums andere mal erklärt worden, wie toll die touristische Saison gelaufen ist. Wenn nicht nach einer Rekordsaison, wann dann wird es jemals wieder etwas mehr in die Lohntüte geben?

Wir haben inzwischen zwar gelernt, dass Touristenmassen nicht mehr gleichzusetzen sind mit einer hohen Rendite, aber jetzt übertreiben es die Hoteliers. Es war eine Top-Saison, und die haben sie auch ihren Mitarbeitern zu verdanken, die zurecht ein Stück vom Kuchen verlangen. Die Zahl der Insulaner, die kein Auskommen mit dem Einkommen haben, ist sowieso schon viel zu hoch.

Hinzu kommt, dass das Vorhaben der Hoteliers Schule machen wird. Schon meldet sich die Gastronomie zu Wort. Auch bei ihr müssten die Gehälter eingefroren werden, denn ihr gehe es ja viel schlechter als den Hotellerie (was übrigens stimmt).

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige Unternehmer die Krisenstimmung nutzen, um die Gehälter zu drücken, und zwar ganz unabhängig von ihrem wirtschaftlichen Ergebnis.

Dieses Verhalten ist Ausdruck des zementierten Misstrauens zwischen Unternehmern und Beschäftigten in Spanien. Es gibt „die da oben“ und „die da unten“, aber kein Verständnis für Lage des jeweils anderen. An diesem schlechten Verhältnis sind im Übrigen nicht nur Arbeitgeber, sondern auch die Gewerkschaften schuld, die häufig allzu betonköpfig agieren. Angesichts dieser Konfrontation können wir uns schon jetzt auf Streiks zu Beginn der Saison einstellen.

In Spanien herrscht Krise, viele Betriebe stehen auf der Kippe. In dieser Situation können auch Nullrunden angezeigt sein. Aber wenn es wieder läuft, dürfen die Arbeitnehmer nicht leer ausgehen. So wie in diesem Jahr in den mallorquinischen Hotels.

Bei Tarifverhandlungen in Krisenzeiten ist besonderes Augenmaß gefragt. Bei denen da unten – und bei denen da oben.

Autor: Bernd Jogalla

12

12 2013

Gegen den Winter auf Mallorca scheint kein Kraut gewachsen

Mallorca ist eine Sonneninsel, aber eben nur im Sommer. Im Winter läuft in Sachen Tourismus so gut wie nichts. Nach einem Rekordsommer steht dem Eiland allen Prognosen zufolge eine frostige Depression ins Haus. Sie soll noch verheerender ausfallen als im Vorjahr. Das heißt, noch mehr geschlossene Hotels, noch weniger Flugverbindungen, vermutlich noch mehr geschlossene Läden und Lokale, und wohl auch noch mehr Arbeitslose?!

Eiszeit.

Die Verantwortlichen im Tourismusbereich – Unternehmer, Gewerkschaften, Politiker – haben es nicht geschafft, die saisonale Abhängigkeit von den Sommermonaten zu verringern. Mallorca als Ganzjahresziel mit ausgewogene(re)n Tourismusströmen? Was die Kanaren vormachen, das bekommen die Balearen nicht hin. Liegt es nur an der Sonne, die über dem entfernten Atlantik das ganze Jahr über lächelt? Oder läuft hier, auf Mallorca, Menorca, Ibiza, zu viel falsch?

Möglich, dass alles auf den Prüfstand gehört. Die bisherige Praxis der „Fijos discontinuos“, der festangestellten Saisonkräfte, sechs Monate beschäftigt, sechs Monate arbeitslos, wirkt antiquiert. Es hat keinen Sinn, mit staatlichen Mitteln Arbeitslosigkeit zu finanzieren anstelle von Beschäftigung. Die Politik sollte jene Unternehmer fördern, die ihre Betriebe im Winter geöffnet halten. Das könnten Steuererleichterungen sein oder Abschläge bei der Sozialversicherung. Ist es nicht besser, die Gesellschaft bezahlt dem Kellner, dem Koch, dem Zimmermädchen ein Gehalt – statt Arbeitslosengeld?

Ansätze dieser Art hat es in Madrid bereits gegeben, aber der große Wurf ist der Politik nicht gelungen. Stattdessen stehen die Inseln im Verhältnis finanziell schlechter da als die meisten anderen Regionen in Spanien.

Anders als früher können sich die Parteien noch nicht einmal gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, denn Palma und Madrid werden von ein und derselben Couleur regiert. Was bringt’s? Nichts.

Und das Desaster mit dem Kongresspalast? Wer will darüber noch ein Wort verlieren? Es ist zum …

Autor: Alexander Sepasgosarian

31

10 2013

Die Werbetrommel schweigt ungerührt

Es ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn man eine Firma besucht, und die Mitarbeiter dort rund um einen Kickertisch versammelt sind und sich lärmend und lachend die Bälle gegenseitig in die Tore hineindonnern.

Ganz abgesehen von den anderen Annehmlichkeiten, die es für die Mitarbeiter gibt: Etwa eine Sonnenterrasse samt Liegestühlen, ein Teeküche mit Bier im Kühlschrank, freundliche Arbeitsräume mit Blick ins Grüne. Fehlt nur noch der Pool.

Ach was, es gibt innovative Unternehmen auf der Insel, etwa in Sachen Film, die bieten den Mitarbeitern sogar Fitnessräume. Warum nicht gar die Büros am Strand ansiedeln? Da ließe sich in der Mittagspause ein Bad im Meer nehmen, um nachmittags erfrischt weiterzuarbeiten.

Die balearischen Politiker dürfen nicht schlecht gestaunt haben, als sie vor gut einer Woche die neue Niederlassung des Hotelpreise-Vergleichsportals Trivago im Parc Bit besuchten. Während in spanischen Behörden Sekretärinnen meist im Flur sitzen, war dort eine Grünzone zu finden. Gut fürs Auge und fürs Gemüt.

„Also, diese Art Unternehmenskultur ist mittlerweile eigentlich Standard bei westlichen Internet-Firmen“, sagt ein Insider. Arbeitsforscher haben eruiert: Wo spielerisch gearbeitet wird, wird sogar mehr gearbeitet, als dort, wo stur nach Zeitplan Schicht im Schacht ist.

Die Frage ist, warum bisher so wenig Internetfirmen den Weg nach Mallorca gefunden haben. Die, die kamen, kamen aus eigenem Antrieb. Etwa, weil die Fluganbindung so gut und die Lebensqualität für die Mitarbeiter so hoch ist. Ernsthaft geworben hat niemand um diese Unternehmen, erst recht nicht von offizieller Seite.

Wenn die Balearen-Regierung Geld zückt, wenn überhaupt, dann ist es für touristische Werbung. Das Anlocken von innovativen Unternehmen, die hier dank digitaler Vernetzung leicht anzusiedeln wären und damit auf der Inselscholle Arbeitsplätze und Umsätze schaffen würden, findet öffentlichkeitswirksam kaum statt. Schade eigentlich, denn für solche Kreativ-Start-ups, Existenzgründer und Internet-Dienstleister wäre „Mallorca“ sicher eine wohlklingende Firmenadresse.

Autor: Alexander Sepasgosarian

15

08 2013