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Wir bezahlen den Preis fürs billige Fliegen

Keine Bruchlandung, ein Absturz! Nach dem Air-Berlin-Aus vor zwei Jahren hat es mit Germania nun wieder eine deutsche Fluggesellschaft erwischt, der grün-weiße Ferienflieger musste Insolvenz anmelden. Viele Mallorca-Urlaubern und Residenten werden Germania in guter Erinnerung behalten, galt die Airline doch lange als eine der letzten Fluggesellschaften, bei denen es noch „Service“ gab. Der Koffer flog gratis mit und auch der Snack war reichhaltiger als bei der Billig-Konkurrenz. Letztendlich aber zeigt die Pleite, dass es darauf heutzutage nicht mehr ankommt. Die Diskussionen um die Qualität des Brötchens und die Maße des Handgepäcks haben in den vergangenen Jahren vielleicht den Blick auf das Wesentliche versperrt, nämlich darauf, dass am Himmel ein erbitterter Preiskampf tobt. 

Die Airlines sind am Limit und fliegen bildlich nur knapp über dem Boden. Ein steigender Kerosinpreis und Entschädigungen wegen ausgefallener oder verspäteter Flüge im vergangenen Sommer gepaart mit hohen Wartungskosten können da die „kleineren Fische“ wie Germania finanziell schnell aus der Bahn werfen. Die Leidtragenden sind am Ende nicht die Manager, sondern das fliegende Personal. Angaben der Vereinigung Cockpit zufolge müssen sich jetzt mindestens 400 Piloten und eine deutlich höhere Zahl von Flugebgleitern nun um einen neuen Job bemühen. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Kunden, von denen zumindest jene, die ihre Flüge direkt bei der Airline gebucht haben, auf den Kosten sitzen bleiben werden. Es ist fast schon skandalös, dass es bis heute keinen besseren Verbraucherschutz im Falle insolventer Airlines gibt. Letztendlich bezahlen wir alle den Preis für den Billig-Wahn in der Luftfahrtbranche. 

Die (kleinen) Lücken, die Germania an großen Airports wie Düsseldorf, München oder Frankfurt hinterlässt, werden die Big Player schnell füllen. Die großen Löcher, die jetzt an kleinen Regionalflughäfen wie Erfurt oder Friedrichshafen klaffen möglicherweise nicht. Es ist wie in vielen Branchen, es geht halt doch nur um’s Geld.

Autor: Patrick Czelinski

07

02 2019

Mehr Airlines mit Herz gesucht

Lasst uns über Gefühle reden. Und schreiben. Wer zu welchem Zeitpunkt in der Geschichte von Air Berlin welche Fehler begangen hat, ist in den vergangenen Wochen ausführlich behandelt worden. Und die Abwicklung des Pleite-Unternehmens wird ebenfalls noch für nüchterne Schlagzeilen sorgen. Aber wer sich in diesen Tagen mit langjährigen Residenten über das unrühmliche Ende der Air Berlin unterhält, bekommt weniger sachliche Analysen denn wehmütige, ja anrührende Kommentare zu hören. Den Beitrag vollständig lesen →

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26

10 2017

Gordischer Knoten durchschlagen?

Es tut sich was in der europäischen Luftfahrt – eine Branche, die fast schon naturgemäß ständig in Bewegung sein muss. Mit dem angekündigten Wet-Lease-Abkommen zwischen Air Berlin und der Lufthansa-Tochter Eurowings einerseits sowie andererseits dem geplanten Zusammenschluss zwischen Tuifly, Niki unter Beteiligung von Etihad samt einigen Dutzend Air-Berlin-Maschinen entstehen in Mitteleuropa zwei mittelgroße Discount-Anbieter, die endlich der britischen und irischen Konkurrenz ein gewisses Volumen entgegenhalten können. Den Beitrag vollständig lesen →

06

10 2016