Entrada etiquetada ‘Abfälle’

Was lange währt, kann am Ende vielleicht gut werden

Spanien ist noch immer ein Land, in welchem die Uhren grundanders als in Mittel- oder Nordeuropa gehen. So ist das Wort Flaschenpfand im Bewusstsein der Menschen quasi nicht vorhanden. Doch immerhin: Warf man früher den Müll im Allgemeinen und Plastikobjekte im Besonderen ohne jegliches Umweltbewusstsein einfach in die Landschaft, trennt man diesen heute zunehmend. Und noch etwas: Dass das Pfand – wie im Januar geschehen – überhaupt auf den Balearen in das Gesetz einer Autonomieregion als Möglichkeit aufgenommen wurde, ist fast schon sensationell.

Dennoch: Wer glaubt, auf der ganzen Insel würden jetzt wie zuletzt in Porreres Flaschenpfandautomaten noch und nöcher installiert, der irrt. Bei dem, was aufgestellt wurde, handelt es sich lediglich um Appetit-Häppchen, um potenziell lernwillige Menschen überhaupt an die Thematik heranzuführen. In diesem Zusammenhang muss eines angeführt werden: Ungeachtet eines gewissen allgemeinen Langmuts in Öko-Fragen ist es löblich, dass es die Online-Vereinigung „für ein Meer ohne Plastik” gibt. Die Mitglieder bemühen sich seit bereits geraumer Zeit, anders als die meisten Gemeinden geradezu auf rührige Weise, baffe Insel-Pennäler in Schulen oder Dorfbewohner von den Vorteilen der schönen neuen Pfandwelt nach deutschem Vorbild zu überzeugen.

Doch aufgepasst! Sollte bis Ende 2020 die von der EU verlangte Recyclingquote von 50 Prozent auf den Balearen erreicht werden, wird’s erst mal nichts mit dem großen Sprung nach vorn an der Flaschenfront. Das haben die geschickt agierenden Lobbyisten der spanischen Flaschenindustrie und des Einzelhandels dem auf Mallorca regierenden Linksbündnis abringen können.

Die Sache mit dem Pfand ist also schwierig auf Mallorca. Es lohnt sich deshalb, auch die fast zögerlichen kleinen Schritte, die getätigt werden, enthusiastisch zu würdigen. Denn wie formulierte es der gute alte Johann Wolfgang von Goethe? „Wer sichere Schritte tun will, muss sie langsam tun.”

Autor: Ingo Thor

29

03 2019

Umweltschutz beginnt nicht per Gesetz, sondern im eigenen Kopf!

Dass Spanien ein „Müllproblem” hat, merkt man als Mallorca-Resident spätestens dann, wenn sich beim vorausfahrenden Auto mal wieder die Scheibe öffnet und die Verpackung des Big Mac in hohem Bogen in den Straßengraben fliegt. Auch macht sich längst nicht jeder die Mühe, die schwarzen Müllbeutel in die Container zu werfen – oft wird der stinkende Sack einfach neben der Tonne auf die Straße gestellt – irgendwer wird sich ja darum kümmern. Der öffentliche Raum ist für viele nicht Allgemeingut, sondern „tierra de nadie”, also Land, das eigentlich niemandem gehört und für das sich deshalb auch niemand verantwortlich fühlen muss.

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03

05 2018

Das neue balearische Abfallgesetz hat hoffentlich Folgen

In der Redaktion liegt die Kaffeekapsel immer griffbereit. Er schmeckt halt am besser aus der Aluminiumkapsel. Dass der Hersteller sich um das Recycling kümmert, beruhigt einen etwas, aber auch dafür muss Energie aufgewendet werden und für jede neue Kapsel kommt auch wieder frisches Aluminium zum Einsatz. Besser wäre es eindeutig, nur Kaffee in der Kanne zu machen, aber da siegt die Bequemlichkeit… Den Beitrag vollständig lesen →

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18

01 2018

Der Verbraucher muss sein Gewissen einschalten

Zu Hause haben wir eine Tüte, in der meine Familie die leeren Plastik-Wasserflaschen sammelt. Die Tüte ist groß, aber da wir viel Wasser trinken, quillt die Tüte alle paar Tage über und ich gehe leise fluchend raus, um den Müll zu entsorgen, denn die sperrigen Wasserflaschen hüpfen gerne mal aus der Tüte heraus. Jedes Mal denke ich: Unglaublich, wie viel Abfall wir als wirklich kleiner Haushalt produzieren. Hochgerechnet muss es allein auf Mallorca und allein an leeren Wasserflaschen eine unvorstellbare Menge Müll geben.

Ob ich diese Flaschen in die grüne Restmülltonne gebe oder 100 Meter weiter zur nächsten gelben Tonne bringe, ist in meiner Straße egal, denn niemand kontrolliert das. In vielen Dörfern ist das anders, da wird der Müll von zu Hause abgeholt und es wird peinlichst darauf geachtet, dass am „Plastikabholer-Tag“ auch nur Plastik im Beutel ist, schließlich erhalten die Gemeinden Geld fürs Recyceln und müssen für den getrennten Müll keine Gebühren beim Entsorger zahlen. Noch, denn künftig könnte sich das grundlegend ändern. Recycling kostet Geld, und ein Müllentsorger will selbiges verdienen, vor allem wenn er eine zu groß dimensionierte Müllverbrennungsanlage besitzt. Es wird also ein wichtiges Argument für Recycling wegfallen: Geld in Form von niedrigen Gebühren zu sparen.

Dem Verbraucher bleibt nichts anderes übrig, als sein eigenes Gewissen einzuschalten. Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob aus den ganzen Flaschen, die ich tagein, tagaus zur gelben Tonne schleppe, tatsächlich eine neue Flasche wird oder ob sie im Schlund der Müllverbrennungsanlage landen wird. Aber ganz ehrlich: Letzteres ist mir immer noch lieber, als wenn ich sie am Wegesrand oder noch schlimmer: im Meer treibend wiedertreffe.

Wofür ich mich allerdings wirklich einsetzen würde, wäre ein Mehrwegsystem. Die Initiative „Retorna“ hat schon vor zwei Jahren mehrere Kampagnen gefahren. Es wäre wünschenswert, dass deren Vorschläge auch einmal umgesetzt würden.

Autor: Thomas Zapp

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03

10 2013