Sonst spielt der Film woanders

Produktionsstandort par excellence – nicht nur für Film und Fernsehen, sondern zunehmend auch für Werbespots und -fotografie. Bei Mallorca kommen Branchenkenner ins Schwärmen: optimale Infrastruktur, fantastische Locations, eine (fast!) einmalige Fluganbindung nach ganz Europa und natürlich: das „unglaubliche Licht“. Neben ihrer Vielfalt wird auch die „Universalität“ der Motive gepriesen: Ein Spot aus Palma „spielt“ später genauso glaubhaft in Paris, London oder Rom.

Alles prima also – wenn, ja, wenn … nur das politische Klima auf der Insel wachstumsfreudiger wäre. Um diesen so lukrativen wie imageträchtigen Wirtschaftssektor – der 2011 zusätzliche 38 Millionen Euro auf die Insel spülte – in anhaltenden Krisenzeiten wettbewerbs- und ausbaufähig zu machen, müssen die Verantwortlichen im Parlament endlich mit den Filmschaffenden an einem Strang ziehen.

Das Gegenteil war in den vergangenen Jahren der Fall. Häufige Regierungswechsel mit dazugehörigen internen Prestige-Kämpfen führten dazu, dass „Errungenschaften“ der Vorgängerregierung auf dem Gebiet der „Filmförderung“ fast systematisch rückgängig gemacht oder zumindest sabotiert wurden. Trauriger Höhepunkt: Die öffentliche „Schlammschlacht“ 2012 um die Nichtrückzahlung schriftlich (!) zugesagter 150.000 Euro an die Producer von „Cloud Atlas“ (Kosten des Films: 100 Millionen Euro), der auch auf Mallorca gedreht worden war. Der Image-Schaden, so Branchen-Kenner, halte bis heute an, habe sich auf ganz Spanien ausgeweitet.

Bleibt zu hoffen, dass das lange angekündigte Mediengesetz, „la ley de impulso al sector audiovisual“, wirklich im September verabschiedet wird. Um international konkurrenzfähig zu sein, muss Mallorca finanzielle Anreize für Producer bieten. Auch wenn solche „incentivos“ die Werbebranche weniger betreffen: Dass dafür in all den Jahren keine legale Basis geschaffen wurde, ist beschämend. Und die Konkurrenz (Serbien/Kroatien, Griechenland) wächst. Filmschaffende aller Couleur müssen sich auf dieser Insel willkommen und unterstützt fühlen. Sonst „spielt“ der Film ganz schnell woanders.

Autorin: Susanne Petersen

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05

09 2013

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