Roulette an der Playa – Warum nicht?

Las Vegas, Monte Carlo oder Baden-Baden: Das klingt nach edler Glitzerrobe, noblen Karossen, Filmkulisse für Agentenfilme und den großen Nervenkitzel. Wie bekannt wären diese Orte wohl ohne ihre Kasinos? Stilvoll betriebenes Glücksspiel kann ein Anziehungspunkt für Touristen sein und auch für die einheimische Bevölkerung ein Treffpunkt für einen besonderen Abend. Nicht zu vergessen ist die wachsende Zahl der Anhänger des Pokerspiels, die für ihre Turniere rund um die Welt reisen.

Das Kasino der Stadt Palma hat sich in den knapp zwei Jahren seiner Existenz bislang nicht wirklich als Werbeträger etablieren können. Vermutlich wissen viele nicht einmal, dass es in der Balearenhauptstadt überhaupt eins gibt. Eingebettet in den alten Kinosaal eines Einkaufszentrums am Stadtrand versprüht es einen eher zurückhaltenden Glamour, um es mal vorsichtig auszudrücken. Dass die Stadt nun die Lizenz für ein zweites Kasino vergeben will, klingt logisch. Nicht zu verstehen ist, warum der Favorit auf den Zuschlag eine alte Bingo-Halle in der Nähe des Hinterausgangs einer Markthalle und in Rufweite eines stadtbekannten Straßenstrichs ist. Wer soll denn dort hingehen? Leute mit Lust auf einen stilvollen Abend gewiss nicht. Darüber hinaus wird ein Kasino an diesem Standort direkt Kundschaft vom etwa drei Kilometer Luftlinie entfernten bestehenden Kasino abziehen.

Was spricht also gegen die konkurrierende Option, ein Kasino an der Playa de Palma: Wollte die Stadt dort nicht ohnehin mit einer Verschönerungskur beginnen? Ein Fünf -Sterne-Hotel mitsamt einem edlen Kasino wäre mal ein Anfang, ganz abgesehen vom Investitionsvolumen privater Investoren in Höhe von 100 Millionen Euro. Schließlich sind die dahinterstehenden Firmen keine Windeier, sondern mit Nervión und Hipotels zwei etablierte Unternehmen in ihren Branchen. Und keine Angst vor Störungen durch die klassischen Playa-Besucher: Die „Schinkenstraßen-Fraktion“ reagiert erfahrungsgemäß allergisch auf hohe Getränkepreise und strenge Kleiderordnung. Letztere wäre daher unbedingt zu empfehlen.

Autor: Thomas Zapp

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11 2013

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