Die Pleite-Geschichte um Air Berlin und Niki will nicht enden

Was ist das wichtigste Kapital eines Unternehmens? Wahrscheinlich die Kunden und Mitarbeiter. Beide Gruppen scheinen im Airline-Monopoly um den insolventen Mallorca-Flieger Niki jedoch die letzte Geige zu spielen. Möglicherweise eine Fehlkalkulation der Konzerne und der kaufmännisch wenig cleveren Formaljuristen in den hochbezahlten Insolvenz-Kanzleien.

Welche Perspektive soll es für Niki noch geben, wenn Reiseveranstalter derzeit keine Flüge buchen können, die Crews und deren Familien über ihre zukünftigen Lebensbedingungen – ja sogar den Standort – im Unklaren gelassen werden? Klar dürfte jedenfalls sein, dass die Niki-Löhne auch unter dem Dach eines neuen Betreibers kaum noch zu unterbieten sind. Schon jetzt soll das Personal ja zu einem erheblichen Teil aus Osteuropäern bestehen. Immerhin dürfen sich die Angestellten darüber freuen, dass ihr Gehalt trotz „Grounding“ vorerst weiterbezahlt wird. Wie weit die Verantwortung des Kaufinteressenten wirklich geht, ist allerdings fraglich. Die Entscheidung über die Zukunft der Marke, die Wiederaufnahme des Flugbetriebs oder Rabatte für Geschädigte liege jedenfalls allein beim IAG-Konzern, so ein Sprecher von Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther auf MM-Anfrage.

Fast hat man da Verständnis für den FPÖ-Populisten Norbert Hofer, der die negativen Folgen der Globalisierung im konkreten Fall abzumildern versucht. Das Verfahren scheint jedoch so kompliziert zu sein, dass am Ende die von Airline-Gründer Lauda befürchtete vollständige Zerschlagung stehen könnte. Sollte dies das heimliche Ziel der Lufthansa gewesen sein, würden die deutschen Verwalter noch unbedarfter aussehen, als es bereits der Fall ist. Der Verweis auf die „böse EU-Kommission“, die angeblich an allem schuld sein soll, hilft da nicht weiter. An Hinweisen auf massive kartellrechtliche Probleme hat es jedenfalls von Anfang an nicht gemangelt.

Den Schaden hat der Mallorca-Tourismus mit stornierten Hotelaufenthalten, ausgefallenen Silvester-Galas und Winter-Blues in einer so vielversprechend angelaufenen Nebensaison. Autor: Michael Maier

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04

01 2018

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  1. Eva-Maria Schneider #
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    Genau. Und man läßt auch die Hundehalter am Boden zurück weil bis Ende April keine Möglichkeit besteht, Hunde im Frachtraum zu befördern. Ein Skandal, weil auch die Tierrettung so an ihre Grenzen stößt und keine Hunde mehr ausgeflogen werden können. Hat den keiner ein Erbarmen?



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