Vom immer noch schwierigen Umgang mit der Vergangenheit

Was hat der spanische Dichter Federico García Lorca mit Porreres zu schaffen? Eigentlich gar nichts. Und doch gibt es eine hauchfeine Verbindung zu dem Dorf in der Inselmitte Mallorcas. Als der spanische Ermittlungsrichter Baltasar Garzón 2008 die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die im Spanischen Bürgerkrieg verübt worden waren, erstmals aufklären lassen wollte, ordnete er die Öffnung dreier Massengräber an, eines bei Granada, wo der tote Lorca verscharrt worden sein soll, sowie zwei auf Mallorca: Manacor und Porreres. Die politischen Gegenkräfte stoppten den Vorstoß Garzóns, ein Gericht untersagte die Vorhaben auf der Insel. Lediglich die Suche nach dem erschossenen Dichter wurde genehmigt. Seine Gebeine, die irgendwo am Straßenrand unter der Erde liegen, sind bis heute nicht gefunden. Den Beitrag vollständig lesen →

11

11 2016

Erstmals etabliert sich ein internationales Filmfestival auf Mallorca

Beharrlich, gepflegtes Auftreten, langjährige Branchenerfahrung, gutes Händchen bei der Auswahl von Filmen, kreativer Umgang mit geringem Budget: So könnte die Stellenbeschreibung für die Direktorin des Evolution Mallorca International Film Festivals (EMIFF) lauten. Doch Sandra Seeling hat sich nicht beworben. Die Schauspielerin hat das Festival 2012 ins Leben gerufen. Den Beitrag vollständig lesen →

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03

11 2016

Mit der Regierungsbildung allein ist es nicht getan

Wenn nicht noch etwas Unvorhergesehenes geschieht, hat Spanien am Samstag wieder eine gewählte Regierung. Die fast einjährige Hängepartie geht endlich zu Ende.

Möglich wird das durch die Palastrevolte der Sozialisten, die dem Nein-Sager Pedro Sánchez das Vorsitzendenamt gekostet hat. Die PSOE will sich, mit Ausnahme einiger Abtrünniger, bei der Parlaments-Abstimmung am Samstag der Stimme enthalten und so Ministerpräsident Mariano Rajoy erneut ins Regierungsamt hieven. Eine für die Sozialisten schwere Entscheidung, aber eine längst überfällige. Den Beitrag vollständig lesen →

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10 2016

Ist Spanien kinderfreundlich? Klare Antwort: jein!

Ist Spanien ein kinderfreundliches Land? Klare Antwort: ja! Kinder gehören zum gesellschaftlichen Leben der Spanier einfach selbstverständlich dazu. Auf der Dorffeier, im Café, im Restaurant. So lange, bis sie müde werden, und nicht, bis Eltern sie ins Bett abschieben. Hier wird Kinderlachen nicht als Lärm angesehen, Umhertoben nicht als Ergebnis schlechter Erziehung. Den Beitrag vollständig lesen →

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10 2016

Deckelung durch Abzocke

Der Aufschrei der Unternehmer ließ nicht auf sich warten. Kaum waren die Erwägungen ausgesprochen, hagelt es Kritik. Sie lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Abzocke! Oder, vornehmer ausgedrückt: „Man darf sich keine fiktiven Formeln ausdenken, damit die Zahlen im Finanzhaushalt passen“, so ein Unternehmer. Den Beitrag vollständig lesen →

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13

10 2016

Gordischer Knoten durchschlagen?

Es tut sich was in der europäischen Luftfahrt – eine Branche, die fast schon naturgemäß ständig in Bewegung sein muss. Mit dem angekündigten Wet-Lease-Abkommen zwischen Air Berlin und der Lufthansa-Tochter Eurowings einerseits sowie andererseits dem geplanten Zusammenschluss zwischen Tuifly, Niki unter Beteiligung von Etihad samt einigen Dutzend Air-Berlin-Maschinen entstehen in Mitteleuropa zwei mittelgroße Discount-Anbieter, die endlich der britischen und irischen Konkurrenz ein gewisses Volumen entgegenhalten können. Den Beitrag vollständig lesen →

06

10 2016

Mit dem Umbruch bei Air Berlin geht eine Ära zu Ende

Der radikale Schrumpfkurs, den Air Berlin am Mittwochabend verkündete, bedeutet für die Insel eine Zäsur. Wie immer die Krise im Detail gemanagt wird, die Airline, wie Mallorca sie kannte, wird es nicht mehr lange geben.

Das Ende einer Ära. Air Berlin hat Mallorca verändert. Die Airline hatte zum Beispiel entscheidenden Anteil am stetig steigenden Residenzial-Tourismus. Air Berlin brachte die Ferienhausbesitzer und Deutschland-Pendler in nie gekannten Frequenzen und zu festen Zeiten auf die Insel, und das von wohnortnahen Flughäfen. Den Beitrag vollständig lesen →

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09 2016

Die Ecotasa – ein Erfolg für die Balearen-Regierung

Mallorcas Gäste öffnen die Geldbörse ohne zu murren. Nach knapp drei Monaten Ecotasa lässt sich vor allem ein Fazit ziehen: Die Einführung der Urlauber-Steuer ging nahezu geräuschlos über die Bühne. Beschwerden von Touristen, deren Übernachtungen auf der Insel seit 1. Juli extra besteuert werden, sind die absolute Ausnahme. Damit ist die Ecotasa einer der griffigsten Erfolge der links-grünen Balearen-Regierung unter Francina Armengol (PSOE). Den Beitrag vollständig lesen →

22

09 2016

Nicht übers Ziel hinausschießen

Die menschliche Gier scheint manchmal schier unermesslich zu sein, zumal sie von der bestehenden Wirtschaftsordnung auch noch nach Kräften gefördert wird. Das geht an Mallorcas Stränden nicht spurlos vorbei, die manche Scheichs und Oligarchen offenbar am liebsten allein für sich haben würden. Das spanische Küstenschutzgesetz aus den frühen Jahren der Demokratie ist sicherlich ein gutes Gegengewicht gegen solche Bestrebungen. Versuche, den Weg zum Strand mit einer Mauer zu versperren – so geschehen zum Beispiel vor einigen Jahren beim Grundstück einer bekannten deutschen Unternehmerin in Alcúdia oder vor wenigen Tagen an einem Privathaus neben dem Hotel Bendinat – können schnell ihrer Strafe zugeführt werden.

Auch die von Medien kolportierte Idee einer russischen Investorengruppe, rund um die Cala Varques sämtliche Grundstücke zu erwerben, damit die Bucht nur noch vom Meer aus erreicht werden kann, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Manche Umweltschützer würden das vielleicht sogar gut finden, doch das öffentliche Wegerecht ist auf diese Art nicht so leicht auszuhebeln.

Ob für die „Okkupation“ von Stränden mit Liegen und Sonnenschirmen durch Yachtbesitzer und ihr Hilfspersonal tatsächlich bis zu 100.000 Euro Bußgeld fällig werden, wie es eine vegane Kampfgruppe der Balearen-Regierung nahelegen will, ist allerdings eine andere Frage. So lange nicht die Bodyguards ausrücken, um Badegäste zu bestechen oder auf andere Art und Weise zu vertreiben, dürfte die Nutzung sich noch im grünen Bereich bewegen.

Nicht vergessen sollte man dabei, dass es um Gäste geht, die mit ihren Ausgaben weit über die derzeit aufblühende Nautikbranche hinaus für Umsätze und Arbeitsplätze sorgen. Keiner weiß das besser als die Mallorquiner. Dass sie dabei dennoch an ihre Würde denken, nötigt Respekt ab.

Autor: Michael Maier

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09 2016

Der absurde Kreuzzug gegen die Straßencafés

Mein erster Kontakt mit Palma war irgendwie enttäuschend. Dieser Stadt fehlte etwas, was ich an anderen Städten im Süden so liebte, sei es Florenz oder Avignon: Straßencafés und -restaurants. Gut, es gab die Bars Bosch und Pesquero oder das Restaurant Lubina am Hafen. Aber sonst? Palma saß drinnen!

Das mag jetzt 30 Jahre her sein, und in Palma ist viel passiert. An Straßencafés herrscht längst kein Mangel mehr. Wir haben Logenplätze aus Korb(-Imitat) im Theater des täglichen Lebens bekommen. Den Beitrag vollständig lesen →

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09 2016