Mobbing ist kein Kinderspiel

Streit unter Kindern gab es schon immer, zwischen Geschwistern, Mitschülern oder Freunden. Aber heutzutage weht ein schärferer Wind, die Bandagen werden härter, die Methoden subtiler, die Verletzungen schwerer. Mobbing unter Schulkindern kann grausame Ausmaße annehmen, denn es ist besonders in den Zeiten des „Cybermobbing“ sehr schwer zu verfolgen. Die wichtigen Fragen sind: Warum wächst der Psychoterror an den Schulen und was können wir Erwachsenen tun, um dieses Phänomen in den Griff zu bekommen?

Aufklärung und Aufmerksamkeit sind zwei wichtige Grundpfeiler. Viele Kinder wissen nicht, was sie anrichten, wenn sie beleidigende Textnachrichten oder kompromittierende Fotos verschicken. Kinder können grausam sein, das ist nicht neu. Doch Mobbing ist kein Kinderspiel. Sie wollen Mitschülern durch Ausgrenzung oder verbale Angriffe schaden, haben aber keine Ahnung, was das in einer Kinderseele anrichten kann. Darüber muss geredet werden, im Elternhaus ebenso wie in der Schule. Dieses Thema sollte im Unterricht denselben Stellenwert bekommen wie Gespräche über Gott und die Welt. Toleranzlehre könnte man es auch nennen.

Steigende Aggressionen, deren Ansätze nicht schon im Keim erstickt werden können, führen Pädagogen und Psychologen auf mangelnde Aufmerksamkeit gegenüber den Kindern und Jugendlichen zurück. Dass Eltern und Lehrer oft überfordert sind, darf aber keine Ausrede sein. Nicht jeder kleine Streit kann entdeckt und geschlichtet werden, doch wo Mobbing zu Verzweiflung oder sogar zu Selbstmord führt, hat jemand nicht aufgepasst.

Wer seine Kinder genau beobachtet, muss merken, wenn etwas aus der Bahn läuft. Für Lehrer an großen Schulen ist es dabei durchaus legitim, sich die Hilfe älterer Schüler zu holen: Sie können oft besser beobachten, was in den Gruppen geschieht, und können helfen, ohne zu petzen. Doch ein enger Kontakt zwischen Eltern und Schule ist ebenso wichtig. Die Verantwortung der Eltern hört nicht am Schultor auf.

Autorin: Anja Marks

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03 2014

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