Heute wollen Radler die Insel genießen

Auf Mallorca ein Dauerbrenner-Thema ist die Frage, wie man die touristische Saison verlängert. In der Region Playa de Muro, aber auch in anderen Ecken der Insel, hat sich diesbezüglich etwas getan. Den Radfahrern sei Dank!

Abgesehen von Ausnahmen sind Radler im Allgemeinen eine verträgliche Urlauberspezies. Sie verursachen keine Abgase und ihren Müll vom Zwischenstopp nehmen die meisten wieder mit. Zudem gehören sie zu den Urlaubern, die Studien zufolge recht viel Geld liegen lassen. Und vor allem kommen sie, wenn andere eben gerade nicht kommen, weil es relativ kühl ist.

Vor zwei Jahrzehnten meinte man andere Menschen, wenn man von deutschen Radtouristen auf Mallorca sprach. Das waren dann in der Regel asketische Sportler, die hier ein Trainingslager abhielten. Doch das Bild hat sich gewandelt. Trotz aller Probleme, mit denen der Profi-Radsport zu kämpfen hat, entwickelte sich eine stetig wachsende Jedermann-Szene. Und diese Radler wollen kein Trainingslager machen, sondern Rad-Urlaub. Das ist ein entscheidender Unterschied hinsichtlich der gewünschten Komplementärangebote. Die aktuelle Generation der Radtouristen will Mallorca genießen. Und das scheint zu funktionieren.

Wichtig ist natürlich die Infrastruktur. Das haben auch die Institutionen offenbar begriffen. Man kümmert sich um das für die Radler so wichtige Straßennetz. Das ist gut so, denn ein Fehler darf nicht passieren: Wenn man den Radtourismus einfach als gottgegeben ansieht, geht es vielleicht eines Tages schief. Denn Hobbysportler, die 25 Jahre lang nach Mallorca kommen, kennen die Insel irgendwann auswendig und haben Lust auf neue Destinationen. Also muss die Tourismuswirtschaft ständig überlegen, wie sie neue Anreize schafft. Von nichts kommt nichts.

Nie ganz lösen lassen wird sich die offenbar naturgegebene Feindschaft von Rad- und Autofahrern. Der Radfahrer, der heute über den einen oder anderen Autofahrer flucht, sitzt morgen selbst im Pkw und schimpft über allzu dreiste Pedalritter … Hier hilft nur gegenseitige Rücksichtnahme – und etwas mehr Gelassenheit.

Autor: Nils Müller
Einen aktuellen Report zum Thema Radtourismus finden Sie hier.

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04 2016

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