„Faire Ferien“ in kleinen Schritten: Nachhaltigkeit beginnt im Kopf jedes Einzelnen

Urlaub ist für viele Reisende ein hart erarbeitetes Gut. Wer einen Großteil des Jahres schuftet, der hat ihn sich verdient. Dass die Ferien dann so angenehm und sorglos wie möglich sein sollen, ist verständlich. Wer will sich unter der karibischen Sonne Gedanken über Wasserprobleme machen? Wer beim Wandern in den Alpen auf das heiße Bad verzichten? Und wer möchte auf Mallorca in einem Bus schwitzen, wo er es sich auch in einem klimatisierten Mietwagen bequem machen kann?

Sicher, den vollständig nachhaltigen Urlaub gibt es nicht. Im Falle von Mallorca ist alleine schon die Anreise „schmutzig“, denn kein Verkehrsmittel bläst so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre wie das Flugzeug. Aber wer fliegt bei den günstigen Preisen nicht gerne? Und dennoch, wer an einem Ort wie diesem urlaubt, an dem der Massentourismus schon viele hässliche Wunden geschlagen hat, darf sich durchaus ein paar Gedanken darüber machen, was er tun kann, damit die Insel bleibt, wie sie ist. Denn dass Mallorca in vielerlei Hinsicht an seine Grenzen gerät, ist bekannt. Die Trockenheit im vergangenen Sommer, der drohende Verkehrs-Kollaps, die vollen Strände. Das geht selbst an einer reifen Urlaubsdestination wie dieser nicht spurlos vorüber – die Insel ächzt.

Sicher, viele dieser Probleme müssen und können nur von Behördenhand gelöst werden. Einen kleinen Beitrag darf und kann aber auch jeder Einzelne leisten. Das bedeutet nicht, dass der Tourist gezwungen ist, von Deutschland mit Zug und Fähre auf die Insel zu kommen, hier unbedingt ein Elektroauto zu mieten und nur alle zwei Tage zu duschen. Vielleicht genügt es schon, die Gewohnheiten von zu Hause auch im Urlaub beizubehalten, das Handtuch mehrmals zu benutzen, keine Getränke aus Plastikflaschen zu konsumieren, den Müll zu trennen und vielleicht lieber in kleinen, familiengeführten Lokalen zu speisen. Denn das Argument „ich bringe ja das Geld auf die Insel“ gilt nur bedingt, wenn man abends zu Burger King geht und Dosenbier trinkt. Nachhaltigkeit bedeutet manchmal schlicht Umdenken.

Autor: Patrick Czelinski

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04

08 2017

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