Es tut sich ja doch etwas

Am Tisch in der Sonne sitzt ein Ehepaar vorgerückten Alters. Er ergraut in Ehren, sie dezent gefärbt. Das Paar jenseits der 50 wirkt nicht wie Trunkenbolde in Partystimmung. Und dennoch hat es ein Hotel nur einen Bierseidelwurf von den Tränken der Ballermann-Meile entfernt ausgewählt. Ein gediegenes Haus allemal, erst recht nach erfolgter Renovierung in zweistelliger Millionenhöhe. „Unsere Gäste sind gerne ganz nah dran, wissen aber dennoch Ruhe und Gediegenheit zu schätzen“, sagt der Hoteldirektor.

Gediegene, hochwertige Qualität; das wird an der Playa de Palma immer öfter zu finden sein – zumindest in jenen Übernachtungsbetrieben, die viel Geld in ihre Modernisierung investieren. Hier haben die Privatunternehmer in den vergangenen Jahren viel bewegt. Gleiches erwarten sie nun von der öffentlichen Hand. Diese Hand hat bislang kaum Geld locker machen können.

Allerdings hatten die Politiker die rechtlichen Grundlagen für den Wandel gelegt. Grundlagen, die die Hoteliers nutzten: Die Politik erklärte die Playa de Palma (jüngst auch Bereiche in Magaluf, Palmanova, Santa Ponça und Peguera) zu „gereiften Tourismuszonen“ und ermöglichte den Unternehmern den Um- und Ausbau, sogar das Aufstocken ihrer angejahrten Hotels um bis zu zwei Stockwerke. Der Grund: Die Hoteliers halten das Investieren in ihre Betriebe meist nur dann für rentabel, wenn sie zugleich die Zahl der Zimmer erhöhen dürfen.

All diese Prozesse vollziehen sich derzeit an der Playa de Palma. Diese Saison, die jetzt beginnt, ist der Anfang von weiteren Saisonen mit mehr Qualität in den Herbergen. Die Zimmerpreise sind dadurch teurer als vorher. Die Gäste, die sich dort die Playa leisten, dürften in der Regel auch mehr verdienen. Vielleicht werden sie in sanierten Hotels auch eher einen Winteraufenthalt buchen als in Pensionen, die bislang mangels Heizung schließen mussten.

Der Wandel an der Playa scheint auf der richtigen Spur zu sein. Weg vom (allzu) billigen Image. Die Frage ist dennoch, ob diese Rechnung tatsächlich aufgeht. Und ob die neue Regierung an dieser Marschrichtung auch festhalten wird.

Autor: Alexander Sepasgosarian

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02

04 2015

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