Eine Stadt mit tausend Gesichtern

Palma ist ein Musterbeispiel dafür, wie sich eine Stadt verändern kann. Aus der einst grauen Maus, die „dem Meer den Rücken zudreht”, ist in nur zehn Jahren ein Schmuckstück geworden.

Der Autor dieser Zeilen zog vor knapp zehn Jahren her – durfte den Wandel quasi „live” miterleben. Er hat gesehen, wie aus der düsteren, etwas schmuddelig wirkenden Altstadt ein blitzsauberer, vielerorts aufwendig hergerichteter, wunderschöner „Casco Antíguo” wurde, einer der bezauberndsten überhaupt im Mittelmeerraum.

Er hat mit Freude registriert, dass es hier mittlerweile ein Speisenangebot der Extraklasse gibt – von mallorquinischer Landküche über modern interpretierte spanische Spezialitäten und Leckereien aus aller Herren Länder bis hin zum Sternemenü – die Auswahl ist schier grenzenlos. Und er stellt immer wieder aufs neue fest, dass heute Leben herrscht, wo es früher öde war. In den Gassen, auf den Straßen, in den Bars, auf den Terrassen – im Zentrum und außerhalb – und das sieben Tage die Woche. Kein Wunder also, dass Palma heute eine der angesagtesten Metropolen Spaniens ist – modern, hip und trendy.

Aber: Wo Licht ist, ist auch immer Schatten. Und so kämpft diese unsere Heimatstadt derzeit mit vielen Problemen, die die Entwicklung der jüngsten Jahre mit sich gebracht hat. Regelmäßig kollabiert der Verkehr (S. 6) , in fast vollständig gentrifizierten Vierteln kämpfen Anwohner für ein kleines bisschen Ruhe (S. 8) während die Regierung versucht, den unaufhörlichen Zustrom der Urlauberhorden irgendwie zu kanalisieren. (S. 7) .

Die beiden erstgenannten Themen lassen sich so auf fast jede andere Großstadt übertragen. Die Besonderheit im Fall von Palma liegt im dritten Punkt. Denn letztendlich geht in Mallorcas Hauptstadt immer auch darum, das Gleichgewicht zwischen den Interessen der Bewohner und denen der Besucher unter einen Hut zu bringen. Das Ganze unter ständiger medialer Beobachtung, auch aus Deutschland. Die kommenden zehn Jahre werden deshalb eine Herausforderung für die Stadt – und vermutlich schwieriger als die vergangenen zehn.

Autor: Patrick Czelinski

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05 2022

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