Ein sauberes Meer ist die beste Werbung

Die  Qualität derStrände ist das Pfund, mit dem Mallorca wuchert. Machen wir uns nichts vor, auch Partytouristen, Wanderurlauber und Radfahrer wollen sich auf der Insel ab und zu mal in die Fluten stürzen, von den klassischen Sonne-und-Strand-Gästen ganz zu schweigen. Die Sauberkeit des Wassers vor den Küsten muss natürlich stimmen, wäre das Mittelmeer dreckig, wäre dies schädlich fürs Tourismusgeschäft.

In diesem Sommer nun ist die Qualität des Badewassers schlechter als im Vorjahr. Als Beispiele dienen die Strandabschnitte Ciutat Jardí und Can Pere Antoni inPalma, die wegen Eintrübungen im Meer in diesem Jahr keine blauen Flaggen tragen. Dennoch ist die Qualität des Meerwassers rund um Mallorca meist exzellent, nur stellenweise ist sie eben „lediglich“ gut. Deutlich wird, dass der Massentourismus nicht ohne Folgen bleibt. Es können die Besuchermassen am schmutzigen Wasser Schuld haben, auf jeden Fall tragen aber Mallorcas Kläranlagen ihrenTeil dazu bei.

Die Anlagen sind mit den Wassermassen, die im Sommer durch Urlauber anfallen, sowie bei Regen überlastet. In Palma kollabiert die stadtnahe Anlage selbst beim kleinsten Regenschauer. Auch die Technik bedarf einer Überholung: In Alcúdia gab es Überlegungen, die Toilettenspülungen der Hotels mit geklärtem Wasser zu spülen, doch auch dort mangelt es an Leistung der Kläranlage.

Nun gibt es bei Kläranlagen – wie häufig auf Mallorca – ein Wirrwarr an Zuständigkeiten, die Behörden müssen sich abstimmen und widersprechen den Plänen der anderen. Solange sickert immer wieder Fäkalwasser tage- und stellenweise ins Meer. Es ist verboten, ungeklärtes Abwasser ins Meer zu leiten. Ob sich die Stadt Palma angesichts des seit Jahren bekannten Problems strafbar macht, müssen Juristen entscheiden. Dass das Mittelmeer kein Endlos-Müllschlucker ist, sollte der Balearen-Regierung bewusst sein. Nun ist eine neue Kläranlage kein Projekt, mit dem Regierungen sich schmücken, doch ausgezeichnete Qualität des Meerwassers ist beste Werbung für die Insel und ihre Führungsspitze.

Autorin: Claudia Schittelkopp

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07 2016

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