Ein Auftakt, der Mut macht

Die Menschen, die auf Mallorca vom Tourismus leben – also sehr viele – fühlen sich ein bisschen wie die Rennpferde vor dem Start. Ostern markiert den Beginn einer neuen touristischen Saison, die erheblichen Einfluss auf ihren Wohlstand haben wird.

Zumindest der Auftakt ist gelungen. Das sagen die Buchungs-Statistiken, die das wache Auge bei einem Gang durch Palmas pulsierende City oder die wiederbelebten Küstenorte bestätigt. Und die weiteren Aussichten sind ebenfalls heiter. Alle gehen davon aus, dass Mallorca in diesem Jahr alle Urlauberrekorde brechen wird.

Das darf den krisengeplagten Insulaner durchaus freuen. Aber die Zahlen sind auch nicht überzubewerten. Schon die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die alte Rechnung „viele Touristen = viel Arbeit = Wohlstand“ nicht mehr aufgeht. Das Tourismus-Business ist komplexer geworden. Nicht allein die Quantität der Urlauber ist entscheidend, sondern auch die „Qualität“, sprich ihr Wille, Geld auf der Insel zu lassen und es nicht nur beim Reiseveranstalter beziehungsweise Hotelier abzugeben.

Mallorca muss also noch mehr an seinem Profil feilen, ohne die treuen „Massentouristen“ zu vergraulen. Aber auch da gibt es positive Ansätze. Zum Beispiel die „Entdeckung“ von Palmas Zentrum als Urlaubsziel. Die Boutique-Hotels, die derzeit entstehen, werden eine neue Klientel anziehen. Erstmals gibt es ein Merchandising-Konzept; W-LAN am Strand und Apps zum Parken sind Schritte zu einer modernen „Smart City“. Die etwas angegraute Bootsmesse kommt plötzlich trendy daher – so geht’s. Was die Stadt und ihre Tourismusstiftung Palma 365 angestoßen haben, sollte zum Vorbild für die ganze Insel werden. Ach ja – und dann muss endlich der Umweltschutz ins Tourismuskonzept integriert werden – E-Autoflotte inklusive.

Apropos Umweltschutz: Die Baubranche meldet sich zurück. Das ist zunächst eine gute Nachricht für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Aber, aber – wir wollen keinen neuen Bauboom. Der war nämlich einer der Hauptverantwortlichen für die Krise, die wir hoffentlich jetzt hinter uns lassen.

Autor: Bernd Jogalla

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04 2014

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