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Wer Mallorca verändern will, braucht ein praktikables Konzept

Der Tag wird kommen, an dem die Invasoren einfach am Rand herunterfallen werden.“ Der erste Satz in Eliseo Bayos 1969 erschienenem Artikel „Mallorca, die überrannte Insel“ hat etwas Prophetisches. Mit dem Blick auf das Mallorca von damals scheinen die Ausführungen des Autors fast lächerlich. Betrachtet man den Zustand der Insel im Sommer 2017, klingen sie hingegen aktueller denn je. Nun muss man die Deutschen, Engländer, Schweden und wer sonst noch alles nach Mallorca kommt nicht unbedingt als Invasoren bezeichnen. Eines aber ist klar: Die Insel platzt vor allem im Sommer aus allen Nähten. Was sich seit zwei Jahren angekündigt hat, ist jetzt sicher: Die Kapazitätsgrenzen sind erreicht!

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21

09 2017

Da braut sich was zusammen

Sollte die Linksregierung die Urlaubersteuer auch deshalb verdoppelt haben, um Druck aus dem eigenen Kessel zu nehmen, so hat sie sich verrechnet. Linke Gruppen und Umweltverbände, also die ureigene Klientel der Koalition, sind mit „Ecotasa“ und weitgehenden Restriktionen in der Ferienvermietung nicht mehr ruhigzustellen. Sie rufen zur Demonstration auf – gegen Massentourismus und gegen eine Regierung, die die Tourismuskritik selbst erst hoffähig gemacht hat. Die Geister, die sie riefen …

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07

09 2017

„Faire Ferien“ in kleinen Schritten: Nachhaltigkeit beginnt im Kopf jedes Einzelnen

Urlaub ist für viele Reisende ein hart erarbeitetes Gut. Wer einen Großteil des Jahres schuftet, der hat ihn sich verdient. Dass die Ferien dann so angenehm und sorglos wie möglich sein sollen, ist verständlich. Wer will sich unter der karibischen Sonne Gedanken über Wasserprobleme machen? Wer beim Wandern in den Alpen auf das heiße Bad verzichten? Und wer möchte auf Mallorca in einem Bus schwitzen, wo er es sich auch in einem klimatisierten Mietwagen bequem machen kann? Den Beitrag vollständig lesen →

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04

08 2017

Stierkampf: Die Tiere müssen auf ein mildes Urteil hoffen


Kaum ein Thema erhitzt die Gemüter in Spanien so sehr wie der Stierkampf. Für die einen ist er schützenswertes Kulturgut, für die anderen nichts als verachtenswerte Barbarei. In Ansätzen lassen sich beide Seiten verstehen. Dass die „Corrida“ in gewisser Weise zur spanischen Lebensart gehört, steht außer Frage, schließlich hat sich die Tradition über Jahrhunderte entwickelt. Beim Anblick der Torero-Darbietungen mit ihren bisweilen recht geschmeidigen Bewegungen lässt sich sogar ein gewisser, fast schon tänzerischer Ausdruck von Kunst erkennen. Wer aber einmal einen Stierkampf besucht hat, der weiß, dass es mit allem Künstlerischen spätestens dann vorbei ist, wenn dem Tier Blutströme aus dem offenen Maul laufen und es in sich zusammensackt. Und dass im Falle letzter Zuckungen alle Geschmeidigkeit einem harten Dolchstoß zwischen die Hörner weichen muss. Den Beitrag vollständig lesen →

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27

07 2017

Wenn auf Mallorca die Quellen wieder sprudeln, versiegen die Investitionen

Ans Wasser denken die Lokalpolitiker auf Mallorca meist nur, wenn es gerade knapp wird. Es fehlt die Weitsicht. Im vergangenen Sommer war der Aufschrei groß: Die Insel trocknet aus! Was bei den Untersuchungen des Leitungssystems zutage trat, war eine löchrige Infrastruktur. Über jeden Rasensprenger auf dem Golfplatz regt man sich auf, nimmt andererseits aber hin, dass ein Viertel des kostbaren Trinkwassers einfach so im Untergrund versickert. Noch immer gibt es in Mehrfamilienhäusern in der Regel nur einen Wasserzähler. Welchen Anreiz hat ein Bewohner zum Wassersparen, wenn die fünfköpfige Nachbarsfamilie jeden Tag Wäsche wäscht und der Verbrauch auf alle umgelegt wird? Keinen.

Ende der 1960er Jahre entstanden die beiden Speicherseen in der Tramuntana, Ende der 90er wurden die Entsalzungsanlagen gebaut. Umstritten waren die Vorhaben, doch ohne sie säße die Insel schon lange auf dem Trockenen. Welches Großprojekt in der Folge der Dürre 2016 auf den Weg gebracht wird, bleibt abzuwarten. Unvergessen sind die Bilder vom Januar, als die Schleusen des Gorg Blau geöffnet werden mussten, um nach massiven Regenfällen Wasser abzulassen. Nur wenige Wochen zuvor war das kühle Nass noch so dringend benötigt worden. Doch Speichermöglichkeiten sind Mangelware, stattdessen wird eine Notverordnung erlassen.

Was nicht heißen soll, dass alle Versäumnisse der derzeitigen Regierung anzulasten sind. Seit Jahrzehnten wird zu wenig Geld ins Netz und auch in die Kläranlagen investiert. Man könnte vieles besser machen, doch der Fortschritt kommt nur tröpfchenweise voran. Es wird Zeit, dass mehr investiert wird – an Geld und innovativen Ideen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft.

Die knapp neun Millionen Euro, welche die Balearen-Regierung aus den Einnahmen der Ecotasa für die Infrastruktur ausgibt, sind nicht mal als Investition zu bezeichnen. Der Betrag ist einfach zu gering. Er reicht doch gerade mal aus, um die gröbsten Löcher in den Leitungen zu stopfen.

Autorin: Claudia Schittelkopp

13

07 2017

Palma ist (nicht nur) bei Schiffstouristen einfach zu beliebt

„Zu viel des Guten” – in vielen Bereichen des Mallorca-Tourismus lässt sich mit diesen Worten die Ist-Situation beschreiben. Das betrifft auch die Urlauber, die mit Kreuzfahrtschiffen nach Palma kommen. Denn die reihen sich nicht an der Stadtmauer in eine Schlange ein und lassen sich nacheinander durchs Zentrum führen, sondern wollen alle gleichzeitig rein. Sie haben in der Regel ja nur einen Tag. Und die Altstadt ächzt. Den Beitrag vollständig lesen →

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29

06 2017

Mit Tricks gegen den Stierkampf auf Mallorca

Bei kaum einem anderen Thema treten die Widersprüche zwischen dem alten und dem modernen Spanien so offen zutage wie beim Stierkampf. Und sind die Kluften so groß. Immerhin halten ihn die einen – die es so im Gesetz verankert haben – für ein „nationales Kulturgut“, und die anderen schlicht für Tierquälerei. Die Zeit spielt gegen das Gemetzel im Rund, denn die Jugend wendet sich mehr und mehr ab.

Den organisierten Tierschützern reicht der langsame Tod der Corridas nicht. Sie wollen Resultate sehen, jetzt, auch auf Mallorca, und so nehmen sie ihre parlamentarischen Vertreter aus den Linksparteien in die Pflicht. Die agieren auch fleißig, obwohl es auf den Balearen noch nicht mal eine Handvoll Stierkämpfe gibt, und eben den Correbou, bei dem das Rind so übel behandelt wird wie so manches Pferd bei Trabrennen (übrigens mallorquinischer Nationalsport). Es drängt sich der Verdacht auf, dass es hier nicht nur um Tierschutz geht, sondern auch um den Kampf gegen etwas „Spanisches“, wie das die Katalanen bei ihrem gescheiterten Versuch, den Stierkampf zu verbieten, offen zugegeben haben.

Das Vorhaben der Balearen-Regierung, den Stierkampf mit absurden Regeln zu unterbinden, ist eine Trickserei, die gute Chancen hat, gerichtlich wieder einkassiert zu werden. Und wenn nicht, dann beim nächsten Regierungswechsel. Noch nicht einmal die Stierkampf-Gegner sind darüber glücklich.

Gänzlich unglaubwürdig haben sich die Linksparteien gemacht, als sie den Correbou erlauben wollten. Natürlich ging es da um ein höheres Ziel: die PSOE-Mitglieder in Fornalutx bei der Stange zu halten …

Ich mag den Stierkampf nicht, er ist ein Anachronismus. Die Verbissenheit, mit der ihn einige bekämpfen, scheint auf dem stierkampfmüden Mallorca jedoch unangemessen. Warum sind, um nur ein Beispiel zu nennen, die Zuchtbedingungen von Hühnern, die hier in Massen verspeist werden, nie ein Thema? Aber im Stierkampf steckt eben viel Symbolik. Als Tierschutz-Aktivist auf Mallorca würde ich mir dieses PR-Feld wahrscheinlich auch nicht entgehen lassen.

Autor: Bernd Jogalla

18

05 2017

Palma, Du bist wunderbar. Ein Brief an meine Stadt

Liebes Palma, 30 Jahre ist es jetzt her, dass wir uns kennengelernt haben. An einem Juniabend bin ich, ohne Reiseführer-Vorwissen, in der Bar Bosch gelandet und habe mich berauscht an Deiner eleganten Geschäftigkeit und Deinem Flair. Den Beitrag vollständig lesen →

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11

05 2017

„Nachhaltigkeit” klingt auf der ITB gut – in Mallorcas Realität leider weniger

„Better in Winter“ – das Statement, das Mallorca mit diesem Slogan auf der Tourismusmesse ITB in Berlin setzt, ist eindeutig: Kommt nicht im Sommer, liebe Urlauber! Es fügt sich perfekt ein in die Politik, die die Balearen-Regierung seit Anfang der Legislaturperiode fährt. „Sostenibilidad“, Nachhaltigkeit, scheint nach wie vor das Lieblingswort der Mitglieder des Linkspakts, des Inselrats und vieler Gemeindepolitiker zu sein. Den Beitrag vollständig lesen →

09

03 2017

Nicht jedes Viertel muss. cool und trendy sein

Vielleicht lässt sich nirgendwo in Palma so deutlich erkennen, was Experten meinen, wenn sie von Gentrifizierung sprechen, wie in dem einstigen Arbeiterviertel Santa Catalina. Dort, wo früher einfache Leute wohnten, wo die bei vielen Spaniern nach wie vor skeptisch beäugten „Gitanos“ unterwegs waren, da kann man heutzutage eigentlich nur noch leben, wenn man sehr viel Geld auf der hohen Kante hat. Kauferlöse jenseits der Millionengrenze für Wohnungen sind dort keine Seltenheit und auch die Mietpreise sind in den letzten Jahren explodiert. Den Beitrag vollständig lesen →

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02

03 2017