In Sachen Solarenergie tut sich einiges auf den Balearen

Seit 2019 ist vieles anders geworden. Besser. Und zwar deutlich. Die Rede ist von Solarenergie und deren Nutzung in Spanien und damit auch auf den Balearen. Wenn schon Freunde aus dem grau-verregneten England bei Besuchen verwundert fragen, warum es auf dieser sonnenverwöhnten Insel denn kaum Solaranlagen auf Häuserdächern gebe, wird man nachdenklich. Und irgendwann bei genauerem Nachdenken richtig wütend. Ja warum eigentlich? In Spanien glichen Regularien, Gesetze und Neuverordnungen bisher oft einem Ping-Pong-Spiel. Die konservative PP-Regierung sagte A. Nach dem politischen Wechsel sagte die Linke wieder B. So kann auf mittelfristige Sicht kein Ziel umgesetzt werden. Die unternehmernahen Konservativen sorgten bis 2018 dafür, dass sich teuer im Mittelmeer installierte Stromleitungen amortisierten und bremsten alternative Energien wie Solar aus. Die eingeführte „Sonnensteuer”, gepaart mit einem Regelwerk, durch das sich nur die wirklich Entschlossenen durchhangelten, waren nur einige der Hürden. Ein im April 2019 zentral beschlossenes Dekret von der nun regierenden Linken hat jetzt die Nutzung von Sonnenenergie erleichtert. Auch das im Februar 2019 von der Balearen-Regierung verabschiedete Gesetz zur Energiewende trägt zum Umdenken bei. Bis 2050 soll der gesamte Strombedarf aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Auch dank Greta ist das Klimathema bei den Industriestaaten ganz oben auf der Agenda. Klimaerwärmung und -wandel sind bedrohlich greifbar geworden. Es wurde allerhöchste Zeit, dass auch in Spanien umgedacht wird. Aber schon monieren Bewahrer von Tradition, dass Solaranlagen auf Dächern von beschaulichen Orten wie Valldemossa Touristen verschrecken könnten. Provokant könnte man erwidern: Welche Touristen? Wenn dank Erderwärmung im Sommer 50 Grad herrschen, zieht es diese eh in den kühleren Norden. Irgendwann sollte einem der Ernst der Lage bewusst und Schluss mit albernen Spielchen wie diesen sein. Jetzt bleibt zu hoffen, dass den Worten Taten folgen und die 300 Sonnentage, mit denen die Insel sonst so gerne wirbt, effektiv genutzt werden.

Autorin: Dorothee Kammel

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02 2020

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