Auf Mallorca wächst Deutschland zusammen

Wohl jeder Deutsche ab einem gewissen Alter weiß heute noch, wo er vor 25 Jahren vom Fall der Berliner Mauer erfahren hat. Es gibt solche Tage, an denen man spürt, dass gerade Zeitgeschichte geschrieben wird. Der Fall der Mauer und die damit verbundenen Konsequenzen hatten und haben langfristig auch Auswirkungen auf Mallorca. Denn das, was am 9. November 1989 geschah, war ja bekanntlich nur ein Moment in einem Prozess, der Europa neu ordnete.

Wenn der friedliche Umsturz damals schiefgegangen oder gewalttätig geworden wäre, dann würde der Eiserne Vorhang in Europa möglicherweise heute noch verschlossen sein. So aber können die Tourismusunternehmen hierzulande auch auf einen Quellmarkt im Osten schauen, der immer noch langsam wächst, aber eines Tages wichtig werden könnte.

Mallorca hat auch einen Beitrag geleistet dazu, dass die Deutschen, wenn auch immer noch nicht ganz, zusammengewachsen sind. Denn recht schnell wurde die Insel auch zur Lieblingsdestination der Ostdeutschen. Das heißt, die hiesigen Urlaubsorte wurden zum Treffpunkt für Ost und West. Was konnte wenige Jahre nach der Wende eine Familie aus Bitterfeld und eine andere aus Stuttgart verbinden? Die Liebe zu Mallorca, gemeinsame Ausflüge im Touristenbus, der geteilte Tisch im Hotel-Restaurant oder ein Bummel durchs Nachtleben. Leider gibt es keine Statistik darüber, wie viele Ost-West-Zweierbeziehungen auf der Insel entstanden sind.

Bei den Deutschen, die fest auf der Insel leben und arbeiten, ist sicherlich schon mehr zusammengewachsen als bei denen, die in der Heimat geblieben sind. Denn sie haben alle eines Tages den Aufbruch in die neue Welt gewagt. Sie lernen ständig Landsleute kennen, die aus anderen Ecken Deutschlands stammen. Ob der neue Bekannte oder Geschäftspartner aus Thüringen, Niedersachsen oder dem Saarland stammt, spielt nun wirklich eine untergeordnete Rolle. Da zählen andere Dinge viel mehr.

Autor: Nils Müller

 

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06

11 2014

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