Archivo de Dezember, 2020

Mit Zuversicht in die Zukunft

In den vergangenen Wochen war das immer wieder zu vernehmen: „Hoffentlich geht dieses schreckliche Jahr bald zu Ende!” Tatsächlich haben die Corona-Pandemie und die daraus resultierende Wirtschaftskrise vielen Menschen auf Mallorca zu schaffen gemacht. Gerade in den vom Tourismus lebenden Branchen spielten sich unternehmerische Dramen ab.

Schlimmer noch: Viele Menschen in Spanien verloren ihre Angehörigen, konnten sich von den in Intensivstationen isolierten Patienten nicht einmal verabschieden. Ihnen gilt unser Mitgefühl.

2020 hat vieles auf die Probe gestellt, ein globaler Stresstest, für das Gesundheitswesen, die Institutionen, Forschung, Wissenschaft, Politik, bis hin im persönlich-privaten Bereich. Wenn Familien auf Mallorca nun ohne Hilfe nicht einmal mehr genug zu essen haben, dann ist das eine Katastrophe für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

2020 hat andererseits enorme Kräfte freigesetzt. Viele Menschen engagieren sich in Initiativen und Vereinen um zu helfen. Und diese Hilfe wird auch in den kommenden Wochen und Monaten notwendig bleiben. Es ist ein positives Zeichen, dass seit Sonntag auch auf Mallorca gegen Covid-19 geimpft wird. Selbst wenn die Maßnahmen nicht so schnell voranschreiten, wie dies zu wünschen wäre, ist das kein Grund, den Erfolg der Medizin kleinzureden.

Wir können von daher mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Mit Zuversicht, aber auch mit Augenmaß. Denn vieles wird nicht von alleine besser werden. Wir müssen daran arbeiten, für die Probleme Lösungen zu finden. Etwas anderes bleibt uns auch gar nicht übrig. Das gilt für den unmittelbaren Nahbereich (Nachbarschaftshilfe, Nachhaltigkeit) als auch für entferntere Bereiche (Umweltschutz, Klimawandel, Weltfrieden).

Mallorca kann zuversichtlich in die Zukunft blicken. Die Nachfrage nach heiler Inselwelt ist ungebrochen. Der Tourismus wird wieder anlaufen, sobald die Corona-Inzidenz unter Kontrolle ist. Dann liegt es an der Insel, die in sie gesetzten Erwartungen nicht zu enttäuschen. In diesem Sinne wünschen wir von MM Ihnen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2021!

Autor: Alexander Sepasgosarian

31

12 2020

Ein etwas anderes Weihnachten

Ruhig wird es in diesem Jahr unterm Tannenbaum zugehen. Höchstens sechs Personen aus zwei Familien dürfen sich auf Mallorca zu Weihnachten zusammenfinden. Angesichts dieser Beschränkungen dürften sich die meisten ihre Mitfeiernden mit viel Bedacht aussuchen. Und das hat durchaus positive Nebenwirkungen. Die Corona-Weihnacht bietet die Möglichkeit, die Feiertage mit seiner Wahlverwandschaft zu genießen, ohne den ein oder anderen anstrengenden Familienangehörigen, der sonst aus Pflichtbewusstsein eingeladen wurde und der Stimmung eher abträglich war.

Das Downsizing zum Fest kann auch in anderer Hinsicht entspannend wirken. Tagelange Kochaktionen für ein Verwandtensammelsurium, das einmal im Jahr aus allen Himmelsrichtungen ins eigene Heim einfiel, und kräftezehrende Shoppingtouren fallen in diesem Jahr aus. Die Begrenzung des Fests ermöglicht es, die Weihnachtsgäste frei nach dem Motto „Weniger ist mehr” kulinarisch, geschenketechnisch und emotional ausgiebig zu verwöhnen.

Der Wunsch nach entschleunigten und weniger konsumorientierten Festtagen gehörte in coronafreien Jahren fast zum guten Ton. Tipps zur Reduzierung des Weihnachtsstresses, pychologische Ratschläge zum Umgang mit unliebsamen Familienmitgliedern oder Diätempfehlungen nach mehrtägigen kulinarischen Marathons füllten in den Gazetten regelmäßig das Themenloch zum Jahresende.

Weihnachten schien für so manchen eher eine lästige Tradition, eine Pflichtveranstaltung, die man so gut es eben ging, abhakte. Umso erstaunlicher, dass der Heilige Abend in Coronazeiten im Sentimentalitätsranking ganz nach oben geschossen ist. Das geschrumpfte Fest erscheint in manchen deutschen Medien fast wie der Untergang des Abendlands.

Dabei ist es ein wenig wie mit der Ausgangssperre, als weniger Verkehr und Konsum zu einem Lebenstil führten, den sich viele zumindest in der Theorie gerne auf die Fahnen schreiben. In diesem Jahr bietet sich die Chance, den Wunsch nach einem besseren Weihnachten in die Praxis umzusetzen.

Autorin: Maike Schulte

24

12 2020

Jedem bleibt es überlassen, ob er reisen will

Sowohl in Deutschland als auch auf Mallorca ist die Coronalage momentan wirklich ernst. Doch während dort ein Lockdown angelaufen ist, kann man hier noch viel machen. Etwa shoppen. Oder auf einem Weihnachtsmarkt Glühwein trinken. Oder auf der Terrasse eines Strandlokals den Sonnenuntergang betrachten.

Das ist auf jeden Fall besser, als in der eisigen, dunklen und jetzt auch immer stilleren Heimat Trübsal zu blasen. Es lohnt sich allemal, die Sachen zu packen, in einen Flieger zu steigen und zu kommen, zumal man auf der Insel bei fast 20 Grad momentan von einem geradezu traumhaften Wetter sprechen kann. Doch ach: Da ist ja noch dieser PCR-Test, den man bei der Einreise vorzeigen muss. Der ist teuer. Und man muss die fünftägige Zwangsquarantäne nach der Rück-Ankunft in Deutschland einkalkulieren, womöglich sogar bald auch wieder in Nordrhein-Westfalen. Aber wenn man nach Mallorca kommt, hilft man immerhin der seit Monaten fast im Koma befindlichen Insel-Wirtschaft.

Gut möglich, dass den ein oder anderen Reisewilligen das schlechte Gewissen plagt: Warum einfach wegfliegen, wenn in der Heimat gerade so viele Menschen an Corona sterben? Warum sich davonmachen, wenn das Leiden so unermesslich ist? Solche Gewissensbisse sind nur zu verständlich. Doch kann man es jemandem verdenken, dem grauen Himmel Mitteleuropas zu entfliehen?

Dagegen ist, solange kein Reiseverbot verhängt wird, im Prinzip nichts einzuwenden. Jeder weiß, dass ein Spaziergang am Meer oder ein Kaminfeuer im Zweithaus auf Mallorca ein Stück Lebensqualität ist. Wenn Politiker einem ein schlechtes Gewissen einreden wollen, so ist dies ihr Recht. Doch dem mündigen Bürger steht es gut an, das Für und Wider in aller Ruhe zu analysieren und sich autonom eine Meinung zu bilden. Es bleibt jedem selbst überlassen, was man an Weihnachten und Silvester anfangen und wo man es verbringen will. Hauptsache, man gefährdet dabei gesundheitlich keine anderen Menschen.

Autor: Ingo Thor

18

12 2020

Heiligabend wird eine ziemlich stille Nacht

Der Ankündigung der balearischen Ministerpräsidentin Francina Armengol folgten verschärfte Einschränkungen. Weil die Coronazahlen weiter stiegen, wurde die Sperrstunde von Mitternacht auf 22 Uhr vorgezogen. Nach Sa Pobla dürfen zudem auch in Sóller, Lloseta und Muro Bars und Restaurants ihre Gäste nicht mehr in Innenräumen bewirten. Dies gilt vorerst bis zu einer Neubewertung der Lage am 21. Dezember.

In der Kälte sitzen, das Feierabendbier herunterstürzen, das gemeinsame Essen mit Freunden auf den Mittag vorziehen: Die neuen Restriktionen machen sich für die Normalbürger unangenehm bemerkbar. Noch vor Weihnachten brauchen sie außerdem einen persönlichen QR-Code, um Zugang zu den Lokalen zu erhalten. Bessere Zeiten lassen indes auf sich warten. Im ersten Trimester 2021 sollen auf den Balearen gerade mal 102.000 Impfdosen gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen, mit einer umfassende Immunisierung der Gesellschaft ist also vorerst nicht zu rechnen.

Für diese Weihnachten käme sie ohnehin zu spät. Es sei jetzt nicht der richtige Moment, um an Weihnachtsfeiern zu denken, sagte Ministerpräsidentin Armengol. Das ändert freilich nichts daran, dass dieses Fest wie kaum ein anderes in der westlichen Kultur und der eigenen Kindheit verwurzelt ist.

Deshalb mutet es seltsam an, dass selbst die religiösen Gralsstätten dieses Festes ihre Aktivitäten zurückfahren. In der Kathedrale dürfen nur 400 Gläubige an der Christmette teilnehmen, vorgezogen wird sie von 23 auf 19 Uhr. Die beiden deutschsprachigen Gottesdienste wurden gar abgesagt, finden statt dessen dezentral und in kleinerem Rahmen statt. Und in der Klosterkirche von Lluc wird Heiligabend hinter verschlossenen Türen gefeiert.

Auch die weltliche Gralsstätte von Weihnachten, die Familie, steht dieses Jahr nicht allen Mallorca-Residenten offen: Der Weg auf die Insel ist mit Auflagen gepflastert, der Besuch in Deutschland oder Österreich nahezu unmöglich.

Was bleibt da noch vom Frohen Fest? Wenigstens der Anlass für Besinnlichkeit und die Gelegenheit zur Besinnung: Heiligabend 2020 wird eine ziemlich stille Nacht.

Autor: Martin Breuninger

11

12 2020

Hoffnungsschimmer für den Tourismus

Eine wirksame Impfung gegen das Coronavirus ist nicht länger nur ein Wunschtraum. Großbritannien hat bereits einen Impfstoff genehmigt. Die EU-Zulassungsanträge für die Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie vom US-Pharmakonzern Moderna laufen. Mit einer Bewilligung wird noch Ende des Monats gerechnet.

Das gibt Hoffnung auf ein absehbares Ende aller Einschränkungen, einen Alltag ohne Masken und Abstandhalten. Wie schnell Normalität ins Leben zurückkehrt, wird aber auch von der Impfbereitschaft abhängen. 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung müssten sich dafür immunisieren lassen.

Versuchsstudien bescheinigen den vielversprechendsten Impfstoffen eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent, führende Virologen zeigen sich begeistert. Die Tatsache, dass es naturgemäß keine Langzeiterfahrungen gibt und beim mittlerweile abgeschlagenen britischen Impfstoffkandidaten von AstraZeneca Verfahrensmängel aufgedeckt wurden, verunsichert aber auch.

Nichtsdestotrotz könnte sich die Impfung für den Tourismus als Rettung erweisen. Der Internationale Luftverkehrsverband IATA arbeitet an einem digitalen Covid-19-Impfpass – Impfgegner könnten dann nicht mehr an Bord. Der Vorteil für Reisende: Sie könnten mit einem guten Gefühl fliegen. Denn anders als ein Corona-Test, der immer nur eine Momentaufnahme darstellt, bedeutet eine Impfung dauerhafte Sicherheit. Ein weiterer Pluspunkt: Urlauber könnten sich aufwendige und teure Tests vor der Einreise sparen. All dies könnte zu einer Ankurbelung des Reiseverkehrs beitragen. Vorausgesetzt, es gibt eine europaweit einheitliche Regelung, um die Reisefreiheit in der EU zu gewährleisten, wie Luftfahrtexperte Cord Schellenberg betont.

Bis dahin gilt es, noch ein paar Monate Geduld zu haben. In einer ersten Phase werden zunächst Risikopersonen und Gesundheitspersonal geimpft. Vermutlich wird sich die Impfverunsicherung im Laufe der Zeit legen. Und an sich ist eine Reiseimpfung ja wirklich nichts Ungewöhnliches. Vor Fernreisen lassen sich viele Urlauber ohne Murren gleich einen ganzen Impfcocktail verabreichen.

Autorin: Maike Schulte

04

12 2020