Archivo de Juli, 2020

Den Sommer genießen – aber sicher!

Die Abwägung zwischen dem Schutz wirtschaftlicher Interessen einerseits und dem der Bevölkerung vor Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus andererseits wird auf Mallorca immer mehr zum schwierigen Spagat. Auf der einen Seite sieht man die steigenden Fallzahlen in Katalonien – eine Region, mit der die Balearen sprachlich, wirtschaftlich und allein schon wegen der zahlreichen täglichen Flugverbindungen eng verflochten sind. Da liegt der Gedanke nahe, dass in den kommenden Wochen möglicherweise zahlreiche Fälle von dort nach Mallorca „eingeschleppt” werden. Auf der anderen Seite sieht man aber auch, welchen dramatischen Schaden der Lockdown auf der Insel angerichtet hat. Hotels öffnen erst gar nicht, Geschäfte sind pleite, Tausende Arbeitnehmer in Kurzarbeit.

Es ist deshalb wichtig, bereits jetzt einen Plan für eine „zweite Welle” zu haben, wenngleich die WHO diesen Begriff vermeidet und lieber von einer andauernden „Pandemie mit Schwankungen” spricht. Die Wirtschaft auf der Insel braucht die Sicherheit, dass alle Maßnahmen getroffen werden, um einen zweiten Lockdown zu verhindern und die Bürger brauchen die Sicherheit, dass alles zum Schutz ihrer Gesundheit getan wird. Mit der hohen Testquote, der großen Zahl an Kontaktermittlern und den gut funktionierenden Gesundheitskontrollen am Airport sind die Inseln hier schon gut aufgestellt. Gleichzeitig sollten sich die EU-Länder auf diplomatischer Ebene um Lösungen für den länderübergreifenden Verkehr bemühen, ehe man wieder im Rahmen von Nacht-und-Nebel-Aktionen Grenzen schließt und unübersichtliche Quarantäne-Regeln schafft.

Zuletzt liegt es natürlich auch an uns selbst. Wir sollten uns fragen: Muss ich wirklich in die Disco gehen? Müssen wir uns in Großgruppen am Strand treffen? Kann man nicht auch zu zweit, zu dritt oder zu viert und unter Einhaltung der Corona-Schutzregeln einen schönen Sommerabend genießen? Die jüngst sich verbreitende Sorglosigkeit, insbesondere unter jungen Menschen, ist eine Gefahr, die unterbunden werden muss. Im Notfall durch die Staatsmacht.

Autor: Patrick Czelinski

31

07 2020

Mallorca ist besorgt um seinen guten Ruf

In einem Parlament wäre das eine bequeme absolute Mehrheit. Mehr als 60 Prozent der MM-Leser haben bei der Umfrage die Lokalschließungen in der Bier- und Schinkenstraße an der Playa de Palma (sowie in Magaluf) für gerechtfertigt befunden . Damit befürworteten sie das Vorgehen der Balearen-Regierung, die das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus verringern will – insbesondere bei alkoholisierten Menschenansammlungen ohne Maskenschutz und Mindestabstand.

So weit, so gut, könnte man meinen. Doch die von der Schließung betroffenen Wirte sehen sich ungerecht behandelt. Über ihre Verbände haben sie Verwaltungsklage gegen die Maßnahme eingereicht. Die Richter werden entscheiden. Bewerten sie die Schließung als überzogene Maßnahme, steht den Wirten Entschädigung zu.

Das Vorgehen der Regierung ist jedoch nachvollziehbar. Die Bilder von feierwütigen Menschen auf engstem Raum – wie in der guten alten Zeit vor Corona – sind nicht hinnehmbar. Hätten die Behörden nicht reagiert, wäre der Imageschaden für Mallorca gewaltig gewesen. Doch hätte die Polizei bereits im Vorfeld reagieren müssen? Dem ist schwerlich zu widersprechen. Allerdings: Aufnahmen von Einsatzkräften, wie sie angetrunkene Party-People gewaltsam auseinandertreiben, wären ebenfalls fatal für Mallorca und seinen Ruf gewesen.

Eines ist klar: In dieser heiklen Corona-Situation will die Regierung alles vermeiden, was den Eindruck von Chaos und Unsicherheit ins Ausland aussendet. Mallorca war im Juni mit dem Pilotprojekt an der Playa touristischer Vorreiter in Europa gewesen. Die Insel als Reisedestination will jedoch unter keinen Umständen auch den Vorreiter bei Covid-19 geben. Sicherheit geht vor – damit ein zivilisierter und risikofreier Urlaub möglich ist und möglich bleibt!

Gleichwohl sollten Regierung und Behörden konsequent agieren. Wo immer Zusammenballungen von Privatpartys im öffentlichen Raum bemerkt werden, ist so streng einzugreifen wie an der Playa. Es darf nicht sein, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Denn der Verlust der Glaubwürdigkeit ist für das Image mindestens ebenso schlecht.

Autor: Alexander Sepasgosarian

23

07 2020

Gesundheit ist das höchste Gut

Gerade erst ging es wieder ein Stück weit bergauf mit dem Tourismus auf Mallorca. Exzellent steht die Insel im Bezug auf das Infektionsgeschehen da. Am Mittwoch hieß er erneut: null Tote, null Neuinfektionen – Mallorca ist in Europa derzeit bestimmt eines der sichersten Reiseziele überhaupt. Das Pilotprojekt der Balearen-Regierung mit Urlaubern aus Deutschland galt als voller Erfolg, der Flughafen erwacht aus seinem Dornröschenschlaf und mit den Touristen kehrte auch in den Innenstädten, den Bars und den Lokalen ein großes Stück Normalität zurück.

Zwei Dinge aber haben dieses positive Bild der vergangenen Wochen nun getrübt. Zum einen massenhafte Stornierungen wegen der strengen Maskenpflicht, zum anderen die Alkoholexzesse deutscher und britischer Urlauber, die die Schließung zahlreicher Lokale an der Playa de Palma zur Folge hatten und in den ausländischen Medien hohe Wellen schlagen.

Für die Balearen-Regierung bedeutet die Entwicklung der vergangenen Tage, Wochen und Monate eine Gratwanderung. Zum einen muss sie die Gesundheit der Inselbewohner und der Urlauber so gut es geht schützen, zum anderen sollte sie auch die Interessen der Tourismusbranche, des wichtigsten Wirtschaftsmotors Mallorca, vertreten – es geht hier auch um viele Arbeitsplätze. Die Entscheidung, jetzt Lokale in ganzen Straßenzügen an der Playa de Palma zu schließen, wird man sich nicht leicht gemacht haben. Letztendlich musste man in der Staatskanzlei abwägen: Ist eine maue Sommersaison 2020 schlimmer oder ein eventueller neuer Lockdown verbunden mit einem dramatischen Image-Schaden, sollte Mallorca ein neues Ischgl werden?

Ministerpräsidentin Armengol und ihr Team haben sich hier klar positioniert und sich für einen Gesundheitsschutz um jeden Preis ausgesprochen. Das mag nicht jedem schmecken, mangelnde Standhaftigkeit muss sich der Govern in dieser Hinsicht aber nicht vorwerfen lassen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob dieses Vorgehen das richtige war.

Autor: Patrick Czelinski

16

07 2020

Von wegen „Geisterinsel”!

Die Anrufe aus Deutschland ließen nicht auf sich warten. „Ist es bei euch wirklich so, wie der ,Spiegel’ schreibt?”, fragten Bekannte. Die Titelschlagzeile von der „Geisterinsel” machte die Runde. Das Blatt beschrieb leere Strände und Straßen, geschlossene Hotels und Clubs am Ballermann.

Der „Stern” wiederum schrieb: „Der härteste Alkohol, den die Playa gerade zu bieten hat, ist viruzides Desinfektionsmittel.”

Klinische Totenstarre auf Mallorca? Die Lage hat sich seit der Aufhebung des Alarmzustands am 21. Juni deutlich gewandelt: Die Zahl der Flugverbindungen nimmt stetig zu, Hotels öffnen, Ferienfincas sind gut gebucht (S. 28) .

Wer Palmas Strände besucht, stellt fest, er hat den Sandstreifen längst nicht mehr für sich alleine (S. 6) . Auch die Altstadt ist belebt (S. 56) . Inselweit sind die Playas nicht allein von Einheimischen gut besucht, es kommen immer mehr Urlauber hinzu. Portals Vells musste bereits zeitweise gesperrt werden, um Mindestabstände zu garantieren. In Colònia de Sant Jordi waren vergangenes Wochenende die Strände dicht bevölkert, die Außenplätze der Cafés allesamt besetzt. Palma-Portitxol, Es Molinar, Santa Catalina? Dasselbe Bild. Die Normalität meldet sich auch mit Staus und Parkplatznot zurück.

Eine „Geisterinsel”? Wohl kaum. Bei einer Million Einwohner, die ihren Alltag leben, ist das – gelinde gesagt – eine völlig falsche Wahrnehmung.

Ein andere Frage ist gleichwohl, wie es mit dem Massentourismus der Vorjahre weitergehen wird. Sicherlich werden auch in Zukunft wieder Millionen Menschen nach Mallorca reisen. Denn die Insel liegt nah an den Quellmärkten in Europa. Ihre Vorteile – Sonne, Strand und mediterranes Lebensgefühl – werden auch in Zukunft gefragt sein. Vielleicht werden Rekorde, wie sie vor Corona registriert wurden, sich nicht wiederholen. Aber auf Mallorca verzichten will von denen, die es kennen, niemand. Auch das Treiben an der Playa de Palma wird zurückkehren, wenn vielleicht auch in abgewandelter Form.

Die Titelgeschichten deutscher Medien wie „Spiegel” und „Stern” sind ein Beleg dafür: Mallorca bleibt, Mallorca ist immer Thema. Ohne die Insel geht es nicht.

Autor: Alexander Sepasgosarian

13

07 2020

Mallorca, die deutschen Medien und der Neustart des Tourismus

Die Anrufe aus Deutschland ließen nicht auf sich warten. „Ist es bei euch wirklich so, wie der ,Spiegel’ schreibt?”, fragten Bekannte. Die Titelschlagzeile von der „Geisterinsel” machte die Runde. Das Blatt beschrieb leere Strände und Straßen, geschlossene Hotels und Clubs am Ballermann.

Der „Stern” wiederum schrieb: „Der härteste Alkohol, den die Playa gerade zu bieten hat, ist viruzides Desinfektionsmittel.”

Klinische Totenstarre auf Mallorca? Die Lage hat sich seit der Aufhebung des Alarmzustands am 21. Juni deutlich gewandelt: Die Zahl der Flugverbindungen nimmt stetig zu, Hotels öffnen, Ferienfincas sind gut gebucht.

Wer Palmas Strände besucht, stellt fest, er hat den Sandstreifen längst nicht mehr für sich alleine. Auch die Altstadt ist belebt. Inselweit sind die Playas nicht allein von Einheimischen gut besucht, es kommen immer mehr Urlauber hinzu. Portals Vells musste bereits zeitweise gesperrt werden, um Mindestabstände zu garantieren. In Colònia de Sant Jordi waren vergangenes Wochenende die Strände dicht bevölkert, die Außenplätze der Cafés allesamt besetzt. Palma-Portitxol, Es Molinar, Santa Catalina? Dasselbe Bild. Die Normalität meldet sich auch mit Staus und Parkplatznot zurück.

Eine „Geisterinsel”? Wohl kaum. Bei einer Million Einwohner, die ihren Alltag leben, ist das – gelinde gesagt – eine völlig falsche Wahrnehmung.

Ein andere Frage ist gleichwohl, wie es mit dem Massentourismus der Vorjahre weitergehen wird. Sicherlich werden auch in Zukunft wieder Millionen Menschen nach Mallorca reisen. Denn die Insel liegt nah an den Quellmärkten in Europa. Ihre Vorteile – Sonne, Strand und mediterranes Lebensgefühl – werden auch in Zukunft gefragt sein. Vielleicht werden Rekorde, wie sie vor Corona registriert wurden, sich nicht wiederholen. Aber auf Mallorca verzichten will von denen, die es kennen, niemand. Auch das Treiben an der Playa de Palma wird zurückkehren, wenn vielleicht auch in abgewandelter Form.

Die Titelgeschichten deutscher Medien wie „Spiegel” und „Stern” sind ein Beleg dafür: Mallorca bleibt, Mallorca ist immer Thema. Ohne die Insel geht es nicht.

Autor: Alexander Sepasgosarian

10

07 2020

Ohne Angst, aber mit Verantwortungsbewusstsein

Mallorca öffnet sich! In den kommenden Tagen wird sich die Insel nach den Monaten des Alarmzustands wieder spürbar beleben – mit Menschen, die anreisen, um auf Mallorca ein paar Tage Urlaub zu verbringen. Das ist gut so! Denn die Insel lebt vom Tourismus. Weite Teile der einheimischen Bevölkerung waren in den vergangenen Wochen von der Sorge um Arbeitsplätze und Einnahmen stark belastet gewesen.

Die Anzeichen, dass die „Neue Normalität” ihren Lauf nimmt, sind überall zu sehen. Der Airport meldet zum 1. Juli eine Verdoppelung der Starts und Landungen, die Zahl der Gesundheitskontrolleure wird um 25 auf über 80 erhöht, immer mehr Hotels nehmen den Betrieb wieder auf. Die Touristenattraktion Sóller-Bahn rattert einmal mehr über die Schienen und auch das Wahrzeichen Palmas, die Kathedrale, weitet ihre Pforten für Besucher.

Der Sommer ist da, und die Menschen wollen ihn genießen. Das gilt ebenso für die Urlauber, die extra anreisen, als auch für die Mallorquiner selbst. Die Sehnsucht nach „Business as usual” ist groß. Man möchte wieder unbeschwert sein, auch wenn man in öffentlichen Gebäuden, Läden und in engen Straßen samt vielen Passanten die Schutzmaske aufsetzen muss.

Allerdings darf das mediterrane Sommergefühl nicht dazu führen, unvorsichtig zu werden. Bilder aus England und aus Norddeutschland mit überlaufenen Stränden in Coronazeiten sind erschreckend. Auf Mallorca wurden erste Calas mit wenig Platz fürs Handtuch von der Polizei zeitweise gesperrt, um solche Szenen zu verhindern. Das ist sinnvoll.

Zum Glück ist Mallorca gesegnet mit weitläufigen Stränden, wo sich immer noch ein stilles Plätzchen finden lässt, wenn man ein paar Schritte weiter geht.

Panik vor dem Coronavirus muss man auf der Insel nicht haben. Aber das Verantwortungsbewusstsein für sich selbst und für andere sollte man auch bei 30 Grad im Schatten nicht abschalten. Es gilt, sich an die Regeln zu halten. Damit es auch diesmal wieder ein schöner Urlaub wird.

Autor: Alexander Sepasgosarian

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07 2020