Archivo de Juli, 2019

Es Trenc ist Naturpark und gleichzeitig Ziel von Urlaubermassen

Türkisfarben das Meer, feinkörnig und karibikweiß der Sand: Dieses Bild des Es-Trenc-Strandes hat sich über die Jahrzehnte in Millionen deutsche Urlauberköpfe eingebrannt. Kein Wunder, dass die Playa im Süden Mallorcas im Sommer einer der Hotspots der Insel ist. Daran hat sich bis heute nichts geändert, obwohl genau am Beispiel dieses ziemlich bezaubernden Sandstreifens deutlich wird, welchen Spagat die Politik auf einer Insel wie dieser hinlegen muss, um Naturschutz und Menschenmassen irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Allen Überlegungen muss zumindest folgender Grundgedanke vorausgehen:Die Menschen wird man in ihrer Bewegungsfreiheit nicht einschränken können. Wer zum Es-Trenc-Strand will, der kommt auch dorthin.

Hier ist festzuhalten, dass Balearen-Regierung, Inselrat und die Gemeinde Campos mittlerweile ein recht ordentliches Verkehrskonzept auf die Beine gestellt haben. Illegale Parkflächen wurden geschlossen, dafür hat man unweit von Ses Covetes einen sehr ansehnlichen Großparkplatz mit unkompliziertem Bezahlsystem geschaffen. Die Busse verkehren zwischen Sa Ràpita, dem Parkplatz und dem Strand zuverlässig und recht eng getaktet, sodass eine ziemlich stressfreie Anreise garantiert werden kann.

Etwas weniger gelungen mutet das Konzept am Strand an, der gänzlich in einem Naturpark liegt und deshalb weder maschinell gereinigt noch professionell bewirtschaftet wird. Die Holzbuden, an denen Getränke und Snacks verkauft werden, bekommen den Strom aus brummenden Generatoren statt aus der Leitung, im Sand liegt allerlei Treibgut, Toiletten sind Mangelware. Das mag dem Umweltschutz dienen, den Strand schöner gemacht hat es nicht. Das Flair von einst ist weg, der Strand mag jetzt „natürlicher” sein, wirkt aber irgendwie auch ein wenig heruntergekommen. Umweltschutz und touristische Interessen unter einen Hut zu bekommen ist eben ein Spagat, und der gelingt nicht immer perfekt. Eine Naturschönheit bleibt Es Trenc dennoch, und wenn die Sonne über dem glitzernden Meer versinkt, entschädigt das für so einiges.

Autor: Patrick Czelinski

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07 2019

Auch die Sandburgen waren ein Teil von Sodom

Es war ein punktueller Akt, der am vergangenen Freitagmorgen von vielen unbemerkt an der Playa de Palma durchgezogen wurde: Lokalpolizisten rückten mit einem Bagger und einem Lkw an und machten fünf der in den vergangenen Jahren so sehr in Mode gekommenen Riesensandburgen platt. In den sozialen Netzwerken schwankten die Reaktionen zwischen Beifall und Bedauern ob der Aktion. Denn hässlich waren die Dinger ja nicht.

Das punktuelle Vorgehen fügt sich in die neue Linie ein, mit der die Stadt gegen Alkoholexzesse an der Urlaubermeile vorgeht. Das Fernziel ist, dem verlotterten Leben à la Sodom dort ein für alle Mal den Garaus zu machen. Die von Balkanbewohnern errichteten Sandburgen sagten nur eines aus: Hier ist so ziemlich alles erlaubt. Achtbar ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Polizisten nicht vom Urteil einer Palmesaner Richterin im Frühling beeindrucken ließen, die das unsägliche Hütchenspiel ausdrücklich nicht für illegal gehalten hatte.

Urteile hin oder her, mit den teils unhaltbaren Zuständen an der Playa de Palma soll halt Schluss sein. Deshalb kann man der Lokalpolizei nur applaudieren, wenn sie dagegen vorgeht. Aber dennoch: Gewaltkriminalität ging von den Erbauern der Burgen nicht aus. Die findet vielerorts weiter ungebremst statt, ohne dass mit der nötigen Härte eingegriffen wird, auch wenn jüngst verlautbart wurde, dass im Sommer in dem Touristendorado bereits 145 mutmaßliche Straftäter festgenommen wurden.

Die Playa de Palma hat in der Hochsaison auch Schattenseiten. Symbolaktionen und ein paar Festnahmen reichen denn auch nicht aus, um diesen Pfuhl auszutrocknen. Ein resoluteres Vorgehen der Stadt-Regierenden und der Polizei in Kooperation mit den Hoteliers ist unerlässlich. Also, liebe Lokalpolizei: Warum wurden die Burgen so verschämt entfernt? Wäre es nicht angemessener gewesen, am helllichten Tag zur Tat zu schreiten? Viele der autoritätshörigen deutschen Partytouristen wären schwer beeindruckt gewesen.

Autor: Ingo Thor

18

07 2019

Rauchfreie Strände ja, Verbotswahn nein

Es ist immer wieder ärgerlich, wenn man sich genüsslich auf einen Strand bettet, die Meeresluft inhaliert, und auf einmal zündet sich jemand in unmittelbarer Nähe einfach eine Zigarette an. Die giftige Rauchwolke dringt in die Nase, doch man kann nichts machen, weil Rauchen an Stränden sowohl in Spanien als auch in Deutschland und anderswo in Europa total legal ist. Es bleibt den Gemeinden überlassen, spezielle Strände nur für Nichtraucher auszuweisen und auch darüber zu befinden, ob Bußgelder verhängt werden.

Auf Mallorca ist man noch lange nicht so weit, was auch für Deutschland gilt. Zwar können die Dörfer und Städte seit Kurzem auf Geheiß des Gesundheitsministeriums aktiv werden, doch momentan gibt es nur einen einzigen Strand, nämlich Cala Estància, wo der blaue Dunst verboten ist. Dafür rauschen einem dort die luftverpestenden Flugzeuge über die Köpfe. Im offensichtlich umwelt- und gesundheitsbewussteren Galicien finden sich dagegen bereits 79 rauchfreie Strände, auf dem berühmten Canteras-Strand in Las Palmas werden sogar – und das ist ein Unikum in Spanien – Bußgelder verlangt.

Das immer intensivere Engagement von Umwelt- und Meeresschützern wie Mallorca Blue oder Ondine sowie von Firmen wie Lidl oder Gemeinden bei der Sauberhaltung der Strände nicht nur von Zigarettenkippen zeigt aber, dass auf der Insel einiges in Bewegung gekommen ist. Angesichts der Tatsache, dass das Linksbündnis auf den Balearen wiedergewählt wurde, ist es mehr als wahrscheinlich, dass in den kommenden Jahren immer mehr Strände auf Mallorca rauchfrei werden, und dagegen ist durchaus nichts einzuwenden.

Ein generelles Rauchverbot an sämtlichen Stränden aber oder sogar überall im Freien wie seit dem 1. Juli in Schweden ist überzogen, weil einem autoritären dirigistischen Impetus entsprungen. Es ist vonnöten, Raucher, Nichtraucher, aber auch Passivraucher gleichermaßen zu respektieren. Das können die Gemeinden durchaus in Eigenregie gewährleisten.

Autor: Ingo Thor

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07 2019

Spaß im Meer ist gut, eine Prise Vorsicht ist besser

Es ist sicher so, dass das warme Wasser, das bestechend schöne Türkisblau, die wenigen Wellen und die hohen Temperaturen manch einen übermütig werden lassen, wenn er das Wasser rund um Mallorca betrachtet. „Das Mittelmeer ist doch gar kein richtiges Meer”, sagen und denken viele und mögen zuweilen sogar daherlächeln.

Doch sie irren sich gewaltig.Spätestens dann, wenn der Meeresspiegel wie bei einer dieser gar nicht selten vorkommenden „Rissagas” auf einmal ungewöhnlich schnell ungewöhnlich hoch steigt, merken viele Menschen, dass das Mittelmeer kein Swimming-Pool ist und dass man bitteschön aufmerksam zu sein hat.

Am wunderschönen langen Muro-Strand im Norden der Insel beispielsweise gehört es zu den Aufgaben der Rettungsschwimmer, Stellen zu markieren, wo es lebensgefährliche Unterströmungen gibt. Dennoch ignorieren das einige und gehen einfach ins auf den ersten und auch zweiten Blick ungefährliche Wasser, als befände man sich in Gelsenkirchen oder sonstwo im Freibad. Und dann geraten sie in so einen kaum sichtbaren Fluss, werden mit ungezähmter Macht weg von der Küste gerissen, von Hilflosigkeit und Panik übermannt und müssen um Hilfe schreien.

Bei allen „Rissagas”, Unterströmungen, sonstigen Phänomenen oder auch all dem manchmal richtig großen Getier, das unter einem wimmelt, sollte man sich dennoch nicht von Angst lähmen lassen, wenn man sich auf das wertvollste Gut Mallorcas, das Meer, einlässt. Schließlich macht es keinen Sinn, sich seinen wohlverdienten Urlaub durch Hasenfüßigkeit verleiden zu lassen. Es genügt eine Prise gesunder Vorsicht, die selbstredend mit Naivität oder gar dumpfem Übermut nichts zu tun hat. Hinzu muss eine simple Haltung kommen: Respekt vor den nicht kontrollierbaren Gewalten der Natur. Denn wie sagte einst so schön der große Entdecker und Weltreisende Charles Darwin: „Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand.”

Autor: Ingo Thor

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07 2019