Archivo de April, 2015

Es ist noch einmal gut gegangen

Et hätt noch emmer joot jejange: Das rheinische Grundgesetz besagt, dass das, was gestern gut gegangen ist, auch morgen funktionieren wird. Selbst wenn es Murks ist. Es hat wohl dieses Mal auch vor Mallorca Geltung gehabt, Gott sei Dank möchte man sagen. Schenkt man den Aussagen Glauben, die die von der brennenden Fähre „Sorrento“ geretteten Passagiere gemacht haben, ging es an Bord des havarierten Schiffes chaotisch zu. Die international zusammengewürfelte Mannschaft kannte offenbar das Sicherheitsprotokoll nicht und konnte sich untereinander auch kaum verständigen. Die Rettungsboote funktionierten nur eingeschränkt. Insgesamt scheinen die Sicherheitsvorkehrungen mangelhaft gewesen zu sein. Wie drückten es einige der Geretteten aus: Wenn mehr Passagiere an Bord gewesen wären, hätte es eine Katastrophe gegeben. Schließlich waren nur 156 auf dem Schiff, Kapazität hätte es für mehr als 900 gegeben.

Funktioniert hat offenbar das Rettungsprotokoll der Seerettung. Auch wenn einige Passagiere über Schwierigkeiten beim Umstieg von der brennenden auf die andere Fähre berichtet haben. So eine Operation auf See läuft nicht immer problemlos ab, zumal wenn sie durch Qualm erschwert wird.

Am Ende gab es weder Schwerverletzte noch Tote zu beklagen. Auch die Umwelt bleibt nach bisherigem Stand offenbar verschont. Die Saison kann also kommen, alles wieder gut vor und auf Mallorca.

Doch halt: Sollte man diesen Warnschuss vor den (Schiffs-)Bug nicht zum Anlass nehmen, die Sicherheitskontrollen von Fährschiffen zu erhöhen? Sie sind täglich im Gewässer vor Mallorca unterwegs, transportieren Menschen und teilweise Gefahrgut. Wenn dieses Fast-Unglück ohne Konsequenzen bleiben sollte, macht sich trotz aller Erleichterung ein flaues Gefühl breit: Die Passagiere und Mallorcas Bewohner als mögliche Betroffene einer Umweltkatastrophe haben Glück gehabt. Viel Glück. Man sollte es in Zukunft nicht überstrapazieren.

Autor: Thomas Zapp

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04 2015

Der Traum von einer großen deutschen Schule auf Mallorca

Zählt man die Schüler zusammen, die derzeit die beiden deutschsprachigen Schulen auf Mallorca besuchen, kommt man auf knapp 150. Offenbar ist ein Bedarf da, auch wenn die deutsche Regierung bisher der Meinung war, dass Mallorca keine deutsche Schule braucht. Argument: Die deutsche Kultur ist auf der Insel ohnehin präsent und deutsche Schulen im Ausland dienten eher dazu, Einheimischen deutsche Kultur zu vermitteln. Den Beitrag vollständig lesen →

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04 2015

Bitte kein Molinar aus dem Lego-Baukasten

Wen es um „schöne“ oder „lebenswerte“ Plätze geht, gibt es in der Regel drei Perspektiven: Diejenige der neutralen Betrachter, diejenige der Bewohner und diejenige der Immobilienfirmen und Investoren. Alle drei dürften bei der augenblicklichen Bewertung des Palmesaner In-Viertels El Molinar übereinstimmen: Da passt derzeit alles. Moderne, Urigkeit, hippe Bars, ein paar Überbleibsel der spanischen Kneipenkultur in zweiter Linie und natürlich das Meer und Strand, so nah und greifbar wie sonst nirgendwo in Palma. Am Paseo Marítimo etwa steht der Hafen oder eine stark befahrene Straße zwischen Stadt und Meer. Den Beitrag vollständig lesen →

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16

04 2015

Gemolken wie eine Kuh

Hin und wieder kann man sich als Tourist auf Mallorca schon ein wenig abgezockt fühlen. Wenn man etwa für die Besichtigung des wichtigsten Gotteshauses der Insel sechs Euro zahlen soll, dann kann man durchaus ins Grübeln kommen: Sollten Kirchen nicht öffentlich und kostenlos zugänglich sein? Zumal Einheimische ja gratis in die Kathedrale dürfen. Da kann man sich schon ein bisschen wie eine Kuh fühlen, die ordentlich gemolken werden soll.

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09

04 2015

Es tut sich ja doch etwas

Am Tisch in der Sonne sitzt ein Ehepaar vorgerückten Alters. Er ergraut in Ehren, sie dezent gefärbt. Das Paar jenseits der 50 wirkt nicht wie Trunkenbolde in Partystimmung. Und dennoch hat es ein Hotel nur einen Bierseidelwurf von den Tränken der Ballermann-Meile entfernt ausgewählt. Ein gediegenes Haus allemal, erst recht nach erfolgter Renovierung in zweistelliger Millionenhöhe. „Unsere Gäste sind gerne ganz nah dran, wissen aber dennoch Ruhe und Gediegenheit zu schätzen“, sagt der Hoteldirektor. Den Beitrag vollständig lesen →

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04 2015