2014 wird alles besser

Das Jahr 2014 wird besser. Die Regierung behauptet es schon lange, aber so langsam glaubt es auch das Volk.

Aber was bedeutet besser? Der Gradmesser für das Wohlbefinden der Nation ist längst die spanische Wirtschaft. Natürlich bleibt das persönliche Befinden auch von anderen Ereignissen abhängig – Stichworte Gesundheit, Familie et cetera – aber die Krise hat sich in fünf Jahren so verfestigt, dass in vielen Familien das Glück oder Unglück mit der Entwicklung des Bruttosozialprodukts bemessen werden kann. Viel zu viele sind ohne Arbeit, andere verdienen immer weniger, haben Angst um ihren Job oder ihre Firma. Es sind unsichere Zeiten in Spanien.

Von außen betrachtet erscheint die Wirtschaftskrise reichlich abstrakt. Ich kann von einem Deutschen, dem jeden Abend in der Tagesschau neue Erfolgsmeldungen seiner Heimat serviert werden, nicht wirklich erwarten, dass er sich in die Krisenstimmung in Spanien versetzen kann. Ich kann Ihnen aber versichern: Viele Spanier sind des Kämpfens müde, die Krise hat sich in ihre Seele gefressen.

Aber 2014 wird vieles besser. Natürlich ist die Beendigung der Arbeitslosigkeit von mehr als 25 Prozent eine Generationenaufgabe, und natürlich stehen den Spaniern (und vielen ausländischen Residenten) weitere Reformen bevor. Aber immerhin gilt das Königreich inzwischen als Musterschüler unter den Krisenländern in Europa. Und es können kleine Erfolge gefeiert werden, immer dann, wenn irgendein Index nicht mehr weiter in den Keller rauscht.

2014 wird besser. Nicht weil Regierungschef Rajoy das sagt, sondern weil sich immer mehr Unternehmen trauen, die positive Losung auszugeben. Vielleicht wird 2014 auch nur deshalb besser, weil wir daran glauben wollen. 50 Prozent der Wirtschaft ist Psychologie, soll schon Ludwig Erhard gesagt haben. Die Stimmung könnte also besser sein als die Wirtschaftslage, nach dem Motto: Wir sind die Krise leid.

Nachhaltiges Wirtschaftsdenken ist das sicher nicht. Trotzdem beteiligen wir uns gerne am „positive thinking“: 2014 wird besser. Ganz sicher!

Autor: Bernd Jogalla

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12 2013

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