Mit Tricks gegen den Stierkampf auf Mallorca

Bei kaum einem anderen Thema treten die Widersprüche zwischen dem alten und dem modernen Spanien so offen zutage wie beim Stierkampf. Und sind die Kluften so groß. Immerhin halten ihn die einen – die es so im Gesetz verankert haben – für ein „nationales Kulturgut“, und die anderen schlicht für Tierquälerei. Die Zeit spielt gegen das Gemetzel im Rund, denn die Jugend wendet sich mehr und mehr ab.

Den organisierten Tierschützern reicht der langsame Tod der Corridas nicht. Sie wollen Resultate sehen, jetzt, auch auf Mallorca, und so nehmen sie ihre parlamentarischen Vertreter aus den Linksparteien in die Pflicht. Die agieren auch fleißig, obwohl es auf den Balearen noch nicht mal eine Handvoll Stierkämpfe gibt, und eben den Correbou, bei dem das Rind so übel behandelt wird wie so manches Pferd bei Trabrennen (übrigens mallorquinischer Nationalsport). Es drängt sich der Verdacht auf, dass es hier nicht nur um Tierschutz geht, sondern auch um den Kampf gegen etwas „Spanisches“, wie das die Katalanen bei ihrem gescheiterten Versuch, den Stierkampf zu verbieten, offen zugegeben haben.

Das Vorhaben der Balearen-Regierung, den Stierkampf mit absurden Regeln zu unterbinden, ist eine Trickserei, die gute Chancen hat, gerichtlich wieder einkassiert zu werden. Und wenn nicht, dann beim nächsten Regierungswechsel. Noch nicht einmal die Stierkampf-Gegner sind darüber glücklich.

Gänzlich unglaubwürdig haben sich die Linksparteien gemacht, als sie den Correbou erlauben wollten. Natürlich ging es da um ein höheres Ziel: die PSOE-Mitglieder in Fornalutx bei der Stange zu halten …

Ich mag den Stierkampf nicht, er ist ein Anachronismus. Die Verbissenheit, mit der ihn einige bekämpfen, scheint auf dem stierkampfmüden Mallorca jedoch unangemessen. Warum sind, um nur ein Beispiel zu nennen, die Zuchtbedingungen von Hühnern, die hier in Massen verspeist werden, nie ein Thema? Aber im Stierkampf steckt eben viel Symbolik. Als Tierschutz-Aktivist auf Mallorca würde ich mir dieses PR-Feld wahrscheinlich auch nicht entgehen lassen.

Autor: Bernd Jogalla

18

05 2017

Palma, Du bist wunderbar. Ein Brief an meine Stadt

Liebes Palma, 30 Jahre ist es jetzt her, dass wir uns kennengelernt haben. An einem Juniabend bin ich, ohne Reiseführer-Vorwissen, in der Bar Bosch gelandet und habe mich berauscht an Deiner eleganten Geschäftigkeit und Deinem Flair. Den Beitrag vollständig lesen →

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11

05 2017

Die Politik muss echte Alternativen zum Auto schaffen

„Mallorca hat doch auch viele schöne Ecken“, sagen Insel-Urlauber gerne, um deutlich zu machen, dass sie mit Sangria-Eimern und bunten Strohhalmen nichts am Hut haben. Nur sind all diese „schönen Ecken“ schon lange kein Geheimtipp mehr. Ganz im Gegenteil, fast jeder „normale“ Mallorca-Tourist, der nicht gerade zum Komasaufen auf die Insel kommt, will dorthin – von Cap Formentor über den Torrent de Pareis bis zum Es-Trenc-Strand. Wer verbringt nicht gerne einen Tag im Paradies? Seit dem Beginn des Mallorca-Booms vor zwei Jahren scheinen diese „schönen Ecken“ den Insel-Behörden aber mindestens genauso viele Probleme zu bereiten, wie die Playa de Palma, wenngleich diese anderer Natur sind: Es ist schlicht zu eng dort. Die Folgen sind Verkehrsstaus oder ein Parkchaos. Den Beitrag vollständig lesen →

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27

04 2017

Ist die private Ferienvermietung wirklich an allem schuld?

Es war einmal … eine Urlaubsinsel, die ihr touristisches Angebot genau unter Kontrolle hatte. Denn die Tourismuspolitik wurde von Hoteliers für Hoteliers gemacht. Und so gab es Hotels – und sonst nichts. Keine Ferienhäuser, kein Bed & Breakfast, keine Campingplätze. Nada. Den Beitrag vollständig lesen →

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13

04 2017

Palma braucht City-Tourismus

Das Verbot der touristischen Ferienvermietung im gesamten Stadtgebiet ist am Mittwoch vom Rathaus gleich einem Paukenschlag bekannt gegeben worden. Das Verbot soll bereits diesen Sommer greifen. Bei Verstößen sollen Bußgelder von bis zu 40.000 Euro fällig werden.

Hallo? Wie kann man etwas verbieten, was von Rechts wegen bereits verboten ist? Denn touristische Vermietungen in Wohnungen von Mehrfamilienhäusern – und Palma besteht fast ausnahmslos aus Mehrfamilienhäusern – sind gar nicht erlaubt. Dennoch wird tage- und wochenweise an Urlauber vermietet, Tendenz steigend. Was also nottut, ist nicht ein neues Verbot, sondern eine klare Umsetzung und Ahndung des bereits Untersagten. Genau daran aber hat es bisher gemangelt. Kontrolleure und Steueraufsicht haben versagt, das Verbotene zu unterbinden. Den Beitrag vollständig lesen →

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30

03 2017

Flughafen nimmt Kurs auf neue Rekorde

Palmas Airport ist das Tor zur Insel und auch ihr wichtigster Wirtschaftsmotor. Wenn er stottert, läuft es mit der Konjunktur schlecht. Denn verlassen nicht genügend Passagiere, sprich Urlauber, den Flughafen, fehlen Jobs und Löhne auf Mallorca.

Von daher sind die Prognosen zum Flugplanwechsel ein Konjunkturbarometer, das anzeigt, wie die Tourismuswirtschaft laufen wird. Den Beitrag vollständig lesen →

23

03 2017

Streit zwischen Reiseveranstalter und Hoteliers nicht überbewerten

Dass irgendetwas im Busche ist, das war schon im vergangenen Herbst zu spüren. Als Europas größter Reiseveranstalter TUI im vergangenen November zu seiner Katalogpräsentation auf die Kanaren lud, da wurden in der offiziellen Pressemitteilung nahezu sämtliche spanische Regionen gelobt, Mallorca hingegen blieb unerwähnt.

Selbiges wiederholte sich kurz vor Auftakt der Tourismusbörse ITB in Berlin: Da wurde Griechenland als Sieger der neuen Saison präsentiert und Spanien als gefragte Destination gewürdigt. Zu Mallorca kein Wort. Den Beitrag vollständig lesen →

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16

03 2017

„Nachhaltigkeit” klingt auf der ITB gut – in Mallorcas Realität leider weniger

„Better in Winter“ – das Statement, das Mallorca mit diesem Slogan auf der Tourismusmesse ITB in Berlin setzt, ist eindeutig: Kommt nicht im Sommer, liebe Urlauber! Es fügt sich perfekt ein in die Politik, die die Balearen-Regierung seit Anfang der Legislaturperiode fährt. „Sostenibilidad“, Nachhaltigkeit, scheint nach wie vor das Lieblingswort der Mitglieder des Linkspakts, des Inselrats und vieler Gemeindepolitiker zu sein. Den Beitrag vollständig lesen →

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03 2017

Nicht jedes Viertel muss. cool und trendy sein

Vielleicht lässt sich nirgendwo in Palma so deutlich erkennen, was Experten meinen, wenn sie von Gentrifizierung sprechen, wie in dem einstigen Arbeiterviertel Santa Catalina. Dort, wo früher einfache Leute wohnten, wo die bei vielen Spaniern nach wie vor skeptisch beäugten „Gitanos“ unterwegs waren, da kann man heutzutage eigentlich nur noch leben, wenn man sehr viel Geld auf der hohen Kante hat. Kauferlöse jenseits der Millionengrenze für Wohnungen sind dort keine Seltenheit und auch die Mietpreise sind in den letzten Jahren explodiert. Den Beitrag vollständig lesen →

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03 2017

Warum sich der Nóos-Skandal nicht auf Urdangarin reduzieren lässt

Auch das Königshaus stehe nicht über dem Gesetz, kommentieren manche Medien das Urteil im Fall Nóos. Sie freuen sich über einen „Sieg der Justiz“ und bejubeln die über sechsjährige Haftstrafe für Iñaki Urdangarin, den Mann von Infantin Cristina und Schwager von Felipe VI.

Das greift zu kurz und macht eine Einzelperson zum Sündenbock für Fehler, die auch andere zu verantworten haben. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass Urdangarin bei seinen halbseidenen Aktivitäten auf Mallorca und anderswo auch auf Empfehlungen aus dem Umfeld des Schwiegervaters zählen konnte. Den Beitrag vollständig lesen →

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02 2017