Das Luxusproblem

Da gibt es nichts herumzudeuteln: Mallorca hat in diesem Sommer seine Belastungsgrenzen erreicht. Die Insel ist voll. Mehr geht nicht, oder besser: Mehr ist nicht wünschenswert.

Und soweit sind sich auf der Insel auch alle einig. Aber dann hört es auf mit der Einigkeit. Streit gibt es schon in der Frage, wie man mit den Urlauber-Rekorden umgehen sollte. Da geschieht im Augenblick Bedenkliches. Bestimmte Parteien, Bevölkerungsgruppen und Medien haben vor allem eine Berufung: die angeblich fürchterlichen Zustände anzuprangern, die Mallorca den Garaus machen. Der Tourismus ist einfach an allem schuld. Als ob Probleme wie die Wasserknappheit ihre Ursache nicht auch in schlichtem Missmanagement hätten.

Das ist in einer Region, deren einzige nennenswerte „Industrie“ der Fremdenverkehr ist, unverantwortlich. Denn irgendwann wird die Botschaft bei den Touristen und bei den Einheimischen ankommen. Kommentare in den sozialen Netzwerken geben schon einen Vorgeschmack davon.

Kein Wunder also, dass sich selbst der links-grüne Tourismusminister genötigt sieht, eine Pro-Urlauber-Kampagne zu starten. Ein bisschen blauäugig, aber immerhin ein Signal, vor allem an die eigenen Leute, die die Diskussion, die man jetzt wieder einfangen will, losgetreten haben.

Die Klagen über die Massifizierung zum gegenwärtigen Zeitpunkt bringen zwar Einschaltquoten, aber sonst nichts. Deshalb wird in den kommenden Tagen nicht ein Urlauber weniger auf die Insel kommen.

Eine grundlegende gesellschaftliche Debatte über die Zukunft des Tourismus muss kommen, aber in aller Ruhe und Besonnenheit. Sie zu moderieren und zu einem guten Ende zu führen, ist eine der größten Aufgaben der Insel-Politik. Wie kompliziert das Thema ist, zeigen schon die Nöte bei der Regulierung von Ferienwohnungen.

Bei aller Sorge um die verlorene Stille Mallorcas sollte niemand vergessen, dass es sich bei dem Boom nach einer sieben Jahre währenden Krise um ein Luxusproblem handelt. Die türkischen Feriengebiete hätten gerne ein Stück ab davon.

Autor: Bernd Jogalla

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08 2016

Ein bisschen mehr Klasse darf schon sein

Selten sind die Gegensätze an der Playa de Palma stärker ins Auge gefallen als derzeit. Hier modernisierte Hotels im Luxusbereich, dort heruntergekommene Absteigen für 30 Euro pro Nacht und Zimmer. Hier herausgeputzte Lokale mit schicken Cocktails auf dem Tresen, dort altbackene Biertränken mit meterlangen Strohhalmen im Glaskrug. Den Beitrag vollständig lesen →

11

08 2016

Mallorcas Rettungskräfte sind einer Wanderinsel nicht angemessen

Es geht nicht um Schuld. Der Tod der deutschen Wanderin Jana Lugt in Mallorcas Bergen war ein schrecklicher Unfall. Wenn die Formulierung „Verkettung unglücklicher Umstände” jemals zutraf, dann in diesem Fall. Das wissen auch die Angehörigen der jungen Frau, trotz des schmerzhaften Verlustes eines geliebten Menschen. Die Familie wendet sich an die Öffentlichkeit, weil sie hofft, dadurch etwas bewegen zu können auf der Insel. Damit sich so etwas nicht wiederholt. Sie haben recht damit.

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08

08 2016

Maßnahmen gegen die Trockenheit kosten richtig Geld

Schuld an der Trockenheit ist der fehlende Regen, der einfach die Insel nicht mit dem versorgt, was sie so dringend braucht: Wasser. Doch die Schuld aufs Wetter zu schieben, ist zu einfach, vielmehr wurde in den vergangenen Jahren versäumt, sich auf eine Dürreperiode vorzubereiten. Ausbaden – wenn der Ausdruck angesichts des Wassermangels überhaupt angebracht ist – müssen das Dilemma nun die Steuerzahler und früher oder später auch die Urlauber. Den Beitrag vollständig lesen →

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01

08 2016

Tötung von Tierheimhunden muss verhindert werden

Bewusstsein für den Wert eines Tieres schaffen, das klingt gut. Die Fundació Natura Parc will mit ihrer neuen Kastrationspflicht bei der Ausgabe von Tierheimhunden an Adoptanten genau das erreichen. Es sei ein kleiner Schritt im Kampf, die Bevölkerung umzuerziehen, hin in Richtung Wertschätzung. Denn Kastration kostet Geld, und nur wer bereit sei, dieses Geld für ein Tier zu bezahlen, wertschätze das Geschöpf auch, so die Argumentation der Tierheimbetreiber. Klingt vernünftig. Den Beitrag vollständig lesen →

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21

07 2016

Ein sauberes Meer ist die beste Werbung

Die  Qualität derStrände ist das Pfund, mit dem Mallorca wuchert. Machen wir uns nichts vor, auch Partytouristen, Wanderurlauber und Radfahrer wollen sich auf der Insel ab und zu mal in die Fluten stürzen, von den klassischen Sonne-und-Strand-Gästen ganz zu schweigen. Die Sauberkeit des Wassers vor den Küsten muss natürlich stimmen, wäre das Mittelmeer dreckig, wäre dies schädlich fürs Tourismusgeschäft. Den Beitrag vollständig lesen →

14

07 2016

Ecotasa: Gut gelaufen

Da hat die linke Balearen-Regierung doch so etwas wie ihr Meisterstück abgeliefert: Seit vergangenem Freitag wird auf den Balearen die Steuer für nachhaltigen Tourismus kassiert – und keiner regt sich auf. Dem ersten Eindruck nach noch nicht einmal jene, die sie berappen müssen. Das ist gut gelaufen für Tourismusminister Biel Barceló & Co..

Im Grunde kann man sich noch immer fragen, warum Urlauber eine Zusatzsteuer entrichten müssen. Eine schlüssige Antwort wird man wohl nicht finden, es sei denn, man hängt der Ideologie an, dass der Tourismus die Wurzel allen Übels ist. Den Beitrag vollständig lesen →

07

07 2016

Nichts Neues im Süden

Das Herumgeeiere hat ein halbes Jahr gedauert und nach Einschätzung von Experten ein halbes Prozent Wachstum gekostet – und jetzt, nach den Neuwahlen vom Sonntag, stehen die Protagonisten wieder vor der gleichen Ausgangssituation. Die Zeit der absoluten Mehrheiten in Spanien ist vorbei, das Land ohne Bündnisse unregierbar. Was ist daran eigentlich so schwer zu verstehen?

Wenn sich etwas geändert hat, dann die Position von Mariano Rajoy. Der PP-Chef hat sein Ergebnis verbessert, die Wahl eindeutig gewonnen. Er muss den Auftrag zur Regierungsbildung bekommen, und er muss ihn ernsthafter angehen als im ersten Versuch. Den Beitrag vollständig lesen →

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30

06 2016

Neuwahlen in Spanien: Der Druck auf die Parteien wächst

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Das spanische Wahl-Sudoku wird nach dem kommenden Sonntag nicht einfacher werden. Die Meinungsforscher sagen ein ähnliches Ergebnis voraus wie am 20. Dezember – mit der durchaus bedeutsamen Ausnahme, dass das Bündnis der Linksparteien Podemos und Izquierda Unida die Sozialisten von der PSOE als zweitstärkste Kraft ablösen könnten. Den Beitrag vollständig lesen →

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23

06 2016

Warum Cabrera nicht zur Partyinsel werden darf

Ein mallorquinischer Poet hat es einmal so ausgedrückt: „Nur eine Stunde von Palma entfernt, befindet sich das Mittelmeer des Odysseus.“ Gemeint ist damit der spanische Meeres-Nationalpark Cabrera, der lediglich 20 Kilometer vor der Südküste von Mallorca wie auf dem Meer zu schweben scheint. Den Beitrag vollständig lesen →

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16

06 2016