Der schwierige Weg zum Konsens

Wenn es auf Mallorca eine richtungsweisende Entscheidung zu treffen gilt, dann wollen sie alle mitreden: Politiker, selbst ernannte und echte Experten, Interessensverbände und Lobbygruppen, Gewerkschaften, Anwohner, Nachbarschaftsvereine und Umweltschützer. Meist – eigentlich fast immer – gehen die Meinungen weit auseinander und die Entscheidungsfindung zieht sich dementsprechend zäh in die Länge. Sobald ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch liegt, gibt es üblicherweise zu allererst einen lauten Aufschrei. Dann zählen Kritiker all die Dinge auf, die gegen das Vorhaben sprechen und deretwegen es auf gar keinen Fall umgesetzt werden kann.

Wie so etwas auf dieser Insel abläuft, das lässt sich in diesen Tagen vortrefflich am Beispiel des noch immer nicht beschlossenen Generalplans für den Hafen in Palma beobachten. Eigentlich hätte schon vor 20 Jahren die Frage beantwortet werden müssen, in welche Richtung sich die Stadt und eine ihrer wichtigsten Einrichtungen entwickeln soll. Dass die erste Meereslinie eine Aufwertung verdient, liegt auf der Hand – und das nicht erst seit gestern: Es ist einfach widersinnig, direkt unterhalb der Kathedrale und fußläufig zur Altstadt einen Industriehafen zu unterhalten und gleichzeitig den Kreuzfahrtverkehr ans andere Ende der Stadt zu verbannen. Umgekehrt würde es Sinn machen. Auch dass eine sechsspurige Schnellstraße Palma vom Meer trennt, ist einer Stadt unwürdig, die sich am liebsten als touristische Hauptstadt am Mittelmeer begreifen möchte.

Strategische, langfristige Planung ist auf Mallorca eine Seltenheit. Das zeigt nicht nur die Debatte um den Hafenausbau, sondern lässt sich auch in vielen anderen Bereichen beobachten. Der Grund dafür ist die Unmöglichkeit, einen tragfähigen Konsens zu erzielen. Um vorwärts zu kommen, braucht Mallorca dringend eine neue Kultur des Kompromisses.

Autor: Jonas Martiny

05

03 2015

Naturtourismus: Geschäft mit Chancen und Risiken

Die Internationale Tourismusbörse, die kommende Woche in Berlin eröffnet wird, gilt als wichtiges Stimmungsbarometer für die mallorquinische Wirtschaft: Wahrscheinlich geben die deutschen Reiseveranstalter dabei Prognosen über eine hervorragende Sommersaison 2015 ab. Und sie werden, wie schon in den vergangenen Jahren, klarstellen, dass weiteres Wachstum nur noch in der Nebensaison möglich ist. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte:

26

02 2015

Kein Grund zur Panik

In Spanien geht die Angst um, die Angst vor Podemos. Die Protestpartei schickt sich an, bei den in diesem Jahr anstehenden Wahlen die etablierten Parteien zu überholen und damit ein politisches Erdbeben auszulösen. Der nächste spanische Regierungschef könnte ein schmächtiger Universitätsprofessor mit Jeans und Pferdeschwanz sein (Podemos-Generalsekretär Pablo Iglesias). Den Beitrag vollständig lesen →

19

02 2015

Müssen wir über jeden Rekord jubeln?

Es ist ein alljährlich wiederkehrendes Ritual: Bei den Tourismusmessen in London, Berlin und Madrid wird eine glänzende touristische Saison prognostiziert. So war’s auch auf der jüngsten Fitur in der spanischen Hauptstadt. Die Hoteliers erwarten gar die “beste Saison der letzten 30 Jahre”.

Eine “gute Saison” wird hierzulande nach wie vor an der Zahl der Urlauber gemessen. Insofern werden die Hoteliers vermutlich recht behalten. Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass in diesem Jahr noch mehr Urlauber auf die Balearen kommen als 2014. Da waren es 13,58 Millionen! Den Beitrag vollständig lesen →

09

02 2015

Mallorcas natürliche Ressourcen sind permanent überlastet

Das kritische Bewusstsein der Urlauber hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, da sind sich die Experten einig. Eine wachsende Zahl der Touristen setzt sich durchaus mit den Folgen des eigenen Tuns auseinander. Kein Wunder, dass es kaum noch Hotels gibt, in denen die Gäste nicht aufgefordert werden, ihre Handtücher mehrfach zu benutzen und dadurch Wasser zu sparen. Löblich ist auch, dass Mallorcas Hoteliers mit lokalen Produzenten kooperieren, um einerseits die lokale Wirtschaft zu stärken und andererseits den CO2-Ausstoß möglichst gering zu halten. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte: , , ,

29

01 2015

Sant Sebastià: Neue Ideen braucht die Stadt

Die Tageszeitung Ultima Hora erteilte die Höchststrafe: Auf ihrer Titelseite am Dienstag bezeichnete sie die Konzertnacht zur Fiesta Sant Sebastià in Palma als “koffeinfrei”. Das soll heißen: Die Fete war stinklangweilig. Das schlechte Wetter wollen die Festkritiker als Ausrede nicht gelten lassen. Das Konzept sei einfach nicht mehr aktuell. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte:

22

01 2015

Wir müssen uns kennenlernen

Die ersten Tage nach den grauenhaften Attentaten von Paris gehörten der Trauer und Solidarität. Inzwischen hat die Analyse begonnen, in Frankreich ebenso wie in Deutschland, wo die Diskussion stark unter dem Eindruck der Pegida-Bewegung steht. In Spanien hört man verdächtig wenig; dabei gibt es allen Anlass, sich des Themas anzunehmen. Auch auf Mallorca. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte: ,

15

01 2015

Mallorca 2015: Alles wird gut

Mallorca geht mit Optimismus ins neue Jahr. Die Winterpause fällt kurz aus, schon im März drängt es die Nordeuropäer wieder gen Süden. Bis in den November hinein ist Mallorca top gebucht, die Arbeitslosigkeit sinkt in der Folge auf Werte, die wir zuletzt vor der großen Wirtschaftskrise gekannt haben.

Die Regionalwahlen im Mai bescheren der Insel stabile politische Verhältnisse, und im Gegensatz zu den bisher bekannten Grabenkämpfen machen die großen Parteien jetzt gemeinsame Sache. Auf den wichtigen politischen Feldern ziehen sie an einem Strang, auch in der Bildungs- und Tourismuspolitik. Den Beitrag vollständig lesen →

31

12 2014

Was Wirtschaftspolitik mit Weihnachten zu tun hat

Noch ist es zu früh für eine Bilanz des Weihnachtsgeschäfts, das in Spanien ja traditionell bis zum 5. Januar dauert. Aber die ersten Statements der Einzelhändler klingen optimistisch. In Palma herrscht deutlich mehr Weihnachtstrubel als in den Vorjahren, und in den Restaurants war zuletzt kaum ein Platz zu bekommen, denn viele Firmen haben den Brauch der Weihnachtsfeiern wieder aufleben lassen. Daran war in den letzten Jahren gar nicht zu denken. Den Beitrag vollständig lesen →

24

12 2014

Abschied von einem Star

Ein treuer Gast sagt Goodbye: Michael Douglas vollzieht mit dem Verkauf von S’Estaca einen Bruch mit Mallorca, der sich schon lange abgezeichnet hatte. Immer seltener weilte der Schauspieler auf der Insel, die er einst über seine Ex-Frau Diandra kennengelernt hatte. Letzteres ist wohl eine ausreichende Begründung dafür, warum er für S’Estaca keine Verwendung mehr hat. Seine Lebensumstände haben sich einfach geändert. Den Beitrag vollständig lesen →

18

12 2014