Über den Herbst der Separatisten

Das Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands an diesem Donnerstag wird auch in Spanien mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet. Und dabei geht es gar nicht so sehr um die möglicherweise weitreichenden wirt-schaftlichen Folgen einer möglichen Loslösung Schottlands für die EU. Man hofft oder befürchtet – je nach Ausgang und Standpunkt – Signale für die Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien.

Eine große Mehr-heit der Menschen in Europa kann über die separatistischen Tendenzen in mehreren Regionen des Kontinents nur den Kopf schütteln. Tenor: Das passt nicht in die Zeit; wir haben ganz andere Probleme in der Welt. Beides ist richtig – und bringt uns doch nicht weiter. Vor allem die Situation in Katalonien, wo die Regionalregierung am 9. November abstimmen lassen will, ist völlig verfahren. Die Stimmung ist so aufgeheizt, dass die Verantwortlichen von ihrem Vorhaben nicht mehr abzubringen sind. Und die Regierung Rajoy wird nicht müde zu betonen, dass eine solche Ab-stimmung illegal wäre und deshalb nicht zugelassen wird. In den vergangenen Tagen wurde der Ton sogar noch schärfer, ein Madrider Minister drohte mit dem Aussetzen der Autonomie in Katalonien. Den Beitrag vollständig lesen →

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09 2014

Mallorca braucht eine Baupolitik mit Weitsicht

Inseln haben es so an sich, dass ihr Territorium begrenzt ist. Wo sich andernorts immer noch eine grüne Wiese findet, auf der sich eine Reihenhaussiedlung aus dem Boden stampfen lässt, ist Bauland auf Mallorca rar. Besonders direkt am Meer ist der Siedlungsdruck enorm. 23 Prozent der Balearen-Küste sind laut Greenpeace mittlerweile zugebaut.

Ist das nun viel oder wenig? Im spanienweiten Vergleich gibt es sicher noch extremere Fälle der Verschandelung, wie etwa die Costa Blanca. Tatsache ist auch, dass Mallorca mit der Tramuntana über einen mehr als 100 Kilometer langen Küstenabschnitt verfügt, der noch weitgehend unverbaut ist. Das gilt auch für die Levante-Halbinsel im Nordosten und Teile der Südküste. Den Beitrag vollständig lesen →

11

09 2014

Etwas mehr Mut würde nicht schaden

Die Mallorquiner sind vornehmlich konservativ eingestellte Inselbewohner: Was von außen kommt, das ist erst einmal verdächtig, und am liebsten soll alles so bleiben, wie es ist – oder noch besser: so werden, wie es früher einmal war. Das mag eine Erklärung sein, warum innovative Ideen hier nur schwer vorankommen. Projekten, die in die Zukunft weisen, begegnet man hierzulande mit einer gesunden Grundskepsis.

Zugegeben, es hat so manche Schnapsidee gegeben, in der Geschichte dieser Insel: Eisberge aus der Antarktis ins Mittelmeer zu schleppen, um die Trinkwasserknappheit zu bekämpfen, gehört zweifellos dazu. Ebenso wie der Bau einer künstlichen Insel in der Bucht von Palma, nebst pompösem Operngebäude. Derjenige, der die Idee hatte, der damalige balearische Ministerpräsident Jaume Matas, sitzt jetzt wegen Korruption im Gefängnis.

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04

09 2014

Alkohol, Sex und Urlaub

Zuerst Fellatio für Drinks, jetzt Schleckspielchen auf dem Bartresen: Schmuddelvideos aus Magaluf halten die Debatte über das Gebaren der Partyurlauber auf Mallorca am Köcheln. Die Behörden stehen den Alkoholexzessen in Magaluf oder an der Playa de Palma relativ hilflos gegenüber, auch wenn in Palma erste Erfolge der Stadtverordnung für “gesittetes Benehmen” gefeiert werden.

Alkohol und Urlaub – das gehört nicht nur für jene zusammen, die über die Stränge schlagen. Umfragen belegen, dass in den Ferien mehr getrunken wird als sonst. Und zwar in allen Gesellschaftsschichten. Auch in den schicken Bars und Beach-Clubs wird gebechert, nur eben gesitteter. Den Beitrag vollständig lesen →

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28

08 2014

Immer besser statt immer mehr

Vor der Eisdiele bei der Kathedrale blockiert eine lange Menschenschlange den Gehweg, die Parkhäuser in Palmas Innenstadt sind allesamt “completo”, durch die Calle San Miguel kämpfe ich mich nach einem Marktbesuch mit vollen Einkaufstüten nur mit Mühe durch die Menschenmassen, und das Lieblingsrestaurant winkt ab: “Was, du hast nicht reserviert?” Es ist August auf Mallorca. Und es ist voll. Den Beitrag vollständig lesen →

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21

08 2014

Mit König Felipe und Königin Letizia sind echte Profis am Werk

Der jüngste Auftritt von König Felipe VI. und seiner Königin Letizia kann selbst eingefleischte Monarchie-Gegner ins Wanken bringen: Er war perfekt inszeniert. Das Paar, das sich offenbar vorgenommen hatte, Sympathie-Punkte zu sammeln und das derangierte Image der Königsfamilie aufzupolieren, lief zu Bestform auf: Man sah sie immer nur strahlend, verständnisvoll, schulterklopfend, händeschüttelnd, zur rechten Zeit bescheiden und dann wieder mit dem nötigen Tupfer Glamour. Keine Frage: Da sind Top-Profis am Werk. Den Beitrag vollständig lesen →

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14

08 2014

Zeit für Bed & Breakfast

Der Tourismus auf Mallorca und weltweit befindet sich in einem steten Wandel. Und der Gesetzgeber hinkt den neuen Entwicklungen hinterher – im besten Fall. Imschlimmsten Fall versucht er sie zu ignorieren oder gar zu blockieren. Schön ist das alles nicht.

Konkret geht es um folgendes Phänomen: Es gibt eine wachsende Zahl Reisender, die nicht im Hotel übernachten wollen. Aus vielerlei Gründen. Dieser Trend zeichnet sich immer deutlicher auf Mallorca ab: Es kommen jedes Jahr mehr Reisende – das besagen die Flughafenstatistiken – und doch sinkt die Auslastungen in den traditionellen Hotelbetrieben. Den Beitrag vollständig lesen →

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07

08 2014

Täglich eine Mahnwache vor der Metzgerei

Ganz ehrlich: Zuzuschauen, wie ein Stier verreckt, war nicht wirklich ein Vergnügen. Auch den Anblick eines im Todeskampf offen gebliebenen Stiermauls, aus dem das Blut läuft, muss man nicht haben. Auf der anderen Seite wird aber auch niemand gezwungen, in die Stierkampfarena zu gehen, außer vielleicht die unmündigen Kinder, deren Eltern meinen, ihnen so ein Spektakel bieten zu müssen – aber das soll hier nicht thematisiert werden.

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31

07 2014

Eine reife Leistung

Erst ein Informatikfehler im Gepäcksystem, dann ein Stromausfall: Bei Passagieren und Airlines läuten die Alarmglocken. Was ist los in Son Sant Joan? Hat der Flughafen ernsthafte Probleme?

Diese beiden Zwischenfälle lassen wenig Rückschlüsse zu, auch wenn sich das in manchen Kommentaren bereits anders liest. Tatsache ist: Der Flughafen von Palma funktioniert in aller Regel wie am Schnürchen, und das bei jährlich 22,8 Millionen Passagieren und 170.000 Flugbewegungen (2013)! Den Beitrag vollständig lesen →

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07 2014

Der Kongress tanzt noch lange nicht

Die Bauarbeiten am Kongresspalast in Palma gehen weiter. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Das Prestigeobjekt wird den Steuerzahler noch viele, viele Millionen kosten, und ein künftiger Betreiber ist auch nicht in Sicht.

Augen zu und durch. Das ist die Devise von Balearen-Regierung und Stadtverwaltung, und sie haben auch gar keine andere Wahl. 80 Millionen Euro sind schon verbaut, und ein Abriss – von der Partei Més allen Ernstes vorgeschlagen – würde eine weitere zweistellige Millionensumme verschlingen. Zum Weiterbau gibt es also keine Alternative. Den Beitrag vollständig lesen →

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07 2014