Mit König Felipe und Königin Letizia sind echte Profis am Werk

Der jüngste Auftritt von König Felipe VI. und seiner Königin Letizia kann selbst eingefleischte Monarchie-Gegner ins Wanken bringen: Er war perfekt inszeniert. Das Paar, das sich offenbar vorgenommen hatte, Sympathie-Punkte zu sammeln und das derangierte Image der Königsfamilie aufzupolieren, lief zu Bestform auf: Man sah sie immer nur strahlend, verständnisvoll, schulterklopfend, händeschüttelnd, zur rechten Zeit bescheiden und dann wieder mit dem nötigen Tupfer Glamour. Keine Frage: Da sind Top-Profis am Werk. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte:

14

08 2014

Zeit für Bed & Breakfast

Der Tourismus auf Mallorca und weltweit befindet sich in einem steten Wandel. Und der Gesetzgeber hinkt den neuen Entwicklungen hinterher – im besten Fall. Imschlimmsten Fall versucht er sie zu ignorieren oder gar zu blockieren. Schön ist das alles nicht.

Konkret geht es um folgendes Phänomen: Es gibt eine wachsende Zahl Reisender, die nicht im Hotel übernachten wollen. Aus vielerlei Gründen. Dieser Trend zeichnet sich immer deutlicher auf Mallorca ab: Es kommen jedes Jahr mehr Reisende – das besagen die Flughafenstatistiken – und doch sinkt die Auslastungen in den traditionellen Hotelbetrieben. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte: , ,

07

08 2014

Täglich eine Mahnwache vor der Metzgerei

Ganz ehrlich: Zuzuschauen, wie ein Stier verreckt, war nicht wirklich ein Vergnügen. Auch den Anblick eines im Todeskampf offen gebliebenen Stiermauls, aus dem das Blut läuft, muss man nicht haben. Auf der anderen Seite wird aber auch niemand gezwungen, in die Stierkampfarena zu gehen, außer vielleicht die unmündigen Kinder, deren Eltern meinen, ihnen so ein Spektakel bieten zu müssen – aber das soll hier nicht thematisiert werden.

Vielmehr soll es um die Frage gehen, inwieweit dem Tier die Würde genommen wird, weil es Hunderten Menschen zunächst vorgeführt und dann getötet wird. Das Spektakel hat in der Tat etwas archaisches und scheint aus der Zeit gefallen. All diejenigen, die sich so etwas anschauen, als Tierhasser, Faschisten, Frauenfeinde oder sonstigen Abschaum zu bezeichnen, ist jedoch lächerlich. Gegen Stierkampf, der auf Mallorca praktischerweise nur viermal im Jahr an leicht zugänglichen Stellen stattfindet, lässt sich medienwirksam protestieren. Und da die vermeintliche Grausamkeit am Tier so offensichtlich demonstriert wird, ist es ein Leichtes, dagegen zu argumentieren.

Konsequenterweise müsste dann aber auch vor jeder Fleisch- und Wurstwarenfabrik, vor jedem Massenzuchtbetrieb und letztlich auch vor jeder Metzgerei täglich mindestens eine Mahnwache abgehalten werden. Das maschinelle Töten von Tieren, die unter unwürdigen Bedingungen gehalten werden, ist deutlich verachtenswerter als jede “Corrida”. Ein Kampfstier hat bis zu den letzten 20 Minuten seines Lebens eine formidable Existenz genossen.

Sollte der Stierkampf eines schönen Tages abgeschafft werden, außer den Traditionalisten würde ihn nicht wirklich jemand vermissen, den Autoren eingeschlossen. Aber ihn als Ausgeburt des menschlichen Sadismus und Grausamkeit zu bezeichnen, gar mit Gewalt gegen Frauen gleichzusetzen, ist Unsinn. Wer genau hinschaut – auch wenn’s schwer fällt – wird einen gewissen Respekt des Toreros gegenüber dem Stier erkennen. Da werden Millionen Tiere – ohne Publikum – deutlich grausamer getötet.

Autor: Thomas Zapp

31

07 2014

Eine reife Leistung

Erst ein Informatikfehler im Gepäcksystem, dann ein Stromausfall: Bei Passagieren und Airlines läuten die Alarmglocken. Was ist los in Son Sant Joan? Hat der Flughafen ernsthafte Probleme?

Diese beiden Zwischenfälle lassen wenig Rückschlüsse zu, auch wenn sich das in manchen Kommentaren bereits anders liest. Tatsache ist: Der Flughafen von Palma funktioniert in aller Regel wie am Schnürchen, und das bei jährlich 22,8 Millionen Passagieren und 170.000 Flugbewegungen (2013)!

Der weitgehend reibungslose Ablauf ist umso erstaunlicher, als sich das Verkehrsaufkommen höchst ungleich über das Jahr verteilt. An manchen Wintertagen verlieren sich nur ein paar Menschen auf den langen Gängen, und an Sommertagen werden hier mal eben 140.000 Passagiere abgefertigt. In der Nebensaison spielt Son Sant Joan Provinzflughafen, während er im Hochsommer in die erste Liga der europäischen Airports aufsteigt. Das zu meistern, ist eine reife Leistung von vielen hochprofessionellen Mitarbeitern.

Natürlich gibt es trotz alledem Verbesserungsbedarf. Bei der Gepäckausgabe, beim Transport von Haustieren, bei den sanitären Anlagen, etc., etc. – der rentable Ferienflughafen Palma darf gerne besser werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, wie sich die geplante Teilprivatisierung des Airports auswirken wird. Wird kaputtgespart oder besser gewirtschaftet und mehr Service geliefert? Wir werden es sehen und uns zu Wort melden.

Der größte Störfaktor am Flughafen waren in der Vergangenheit die Streiks, ganz gleich, ob es sich um französische Fluglotsen oder mallorquinische Busfahrer handelte. Wer in PMI nur ein wenig Sand ins Getriebe streut, kann einen verhältnismäßig großen Schaden anrichten und hat damit eine mächtige Verhandlungsposition. Nicht immer wird mit dieser Macht verantwortungsvoll umgegangen.

Jetzt wird wieder gedroht. Ein Ausstand der Gepäckmitarbeiter im August könnte eine Million Passagiere betreffen. Bewahrt uns vor diesem Wahnsinn!

Autor: Bernd Jogalla

Schlagworte: ,

24

07 2014

Der Kongress tanzt noch lange nicht

Die Bauarbeiten am Kongresspalast in Palma gehen weiter. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Das Prestigeobjekt wird den Steuerzahler noch viele, viele Millionen kosten, und ein künftiger Betreiber ist auch nicht in Sicht.

Augen zu und durch. Das ist die Devise von Balearen-Regierung und Stadtverwaltung, und sie haben auch gar keine andere Wahl. 80 Millionen Euro sind schon verbaut, und ein Abriss – von der Partei Més allen Ernstes vorgeschlagen – würde eine weitere zweistellige Millionensumme verschlingen. Zum Weiterbau gibt es also keine Alternative. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte: , ,

17

07 2014

Magaluf & Co.: Auch der Staat muss investieren

An der Playa de Muro oder in Cala Millor, in Peguera oder Es Trenc: Hunderttausende von Urlaubern genießen den Sonnen-Sommer von Mallorca – und machen damit keine Schlagzeilen. Die waren in den vergangenen Tagen für Magaluf reserviert. Drogen, Alkohol-Exzesse, ein Sex-Video – wieder mal gerät ganz Mallorca in den Sog einer Party-Hochburg. Politik und Wirtschaft sorgen sich um das Image einer Insel, die es nicht schafft, die Auswüchse eines kleinen Tourismus-Segments in den Griff zu bekommen. Dabei sind es die Geister, die man selber rief, weil man allzu lange untätig blieb. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte: , ,

10

07 2014

Es Jonquet: Binsenweisheiten aus dem “Kleines Schilf”

Es Jonquet ist eines jener Viertel von Palma, in das sich früher kein Pauschaltourist hineingetraut hätte. Drogen, finstere Gestalten, Dreck, Verfall. Das Besondere an dem Quartier auf dem Mühlenhügel von Palma: Es liegt nicht innerhalb der historischen Altstadtmauern, sondern davor. Denn das Viertel gehörte lange gar nicht zu Palma.

Und dennoch ist es heute eines der ältesten der Stadt, und auch eines der malerischsten. Es ist eine Schande, dass die Mühltürme, das Wahrzeichen des Viertels, so dermaßen vom Verfall bedroht sind. Wie gerne würden Besucher dort einmal auf der Terrasse sitzen und mit Blick auf den Hafen einen Kaffee trinken wollen?! Den Beitrag vollständig lesen →

03

07 2014

Mallorca braucht neue Souvenirs

Schon das Wort Souvenir klingt angestaubt. So angestaubt, wie sich die Waren in den meisten Souvenir-Läden an Mallorcas Strandzonen präsentieren. Unnützes Zeug made in sonstwo, ein Sammelsurium des schlechten Geschmacks. Da werden allerorten alte Strandbuden zu hippen Beachclubs renoviert, und zwei Türen weiter bleibt alles beim alten.

Niemand muss sich darüber wundern, dass diese Souvenir-Läden in der Krise stecken. Und es ist zu kurz gesprungen, alles auf die Wirtschaftskrise oder das “All-inclusive”-Denken der geizigen Touristen zu schieben. Diese Krise ist zu einem Gutteil hausgemacht. Das Angebot der klassischen Souvenirshops ist vom Zeitgeist Lichtjahre entfernt. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte:

27

06 2014

Republikanische Krönung

Die Amtseinführung von Spaniens neuem König Felipe VI. fällt ausgesprochen nüchtern aus. Wenn man (wie übrigens schon seit dem 19. Jahrhundert) vom Aufsetzen einer Krone absieht, wirkt das zwar sehr zeitgemäß. Dass aber auch auf einen Empfang für ausländische Staatsgäste und eine feierliche katholische Messe verzichtet wird, erstaunt viele Beobachter. Offenbar will das neue Staatsoberhaupt Rücksicht auf die Gefühle derjenigen Bürger nehmen, die selbst am Nötigsten sparen müssen oder die Kirche und ihre Kampagne zur Kriminalisierung der Abtreibung im Zusammenspiel mit konservativen Politikern eher kritisch sehen. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte:

19

06 2014

„Und für wen bist Du eigentlich?”

Yvonne ist 25 Jahre alt, als Tochter einer Deutschen und eines Spaniers in Stuttgart geboren, lebt aber seit ihrem dritten Lebensjahr auf Mallorca. Die Mitarbeiterin der MM-Anzeigenabteilung ziert das Titelblatt dieser Ausgabe und symbolisiert mit ihrem Gesichtsschmuck, was viele Deutsche und Deutschspanier auf Mallorca in der Vorfreude auf die Fußball-WM fühlen: Man fiebert mit Deutschland, aber auch ein bisschen mit Spanien, schließlich ist man hier Zuhause – oder umgekehrt. Den Beitrag vollständig lesen →

Schlagworte: ,

12

06 2014